MERCY ist Rocco DeLuca's 2. Album, und es unterscheidet sich deutlich von seinem großartigen Vorgängeralbum mit dem Namen "I trust you to kill me", das mit der Single "Colorful" vor allem in den USA einen großen Radiohit hatte.
MERCY hat eine interessante Entstehungsgeschichte: Die Band nahm alle Songs live im Studio auf, wobei dies in 2 Etappen passierte, in 2x9 Nächten wurden 18 Songs aufgenommen(die es leider nicht alle aufs Album schafften). Die Unterbrechung war notwendig, weil der Produzent Daniel Lanois erst noch das neuste U2 Album fertigstellen musste. Rocco's Songs sind z.T. Balladen, z.T. Bluesrocksongs, entstanden aus einfachen Melodien, die vorsichtig instrumentiert wurden und zusammen mit Rocco's einmaliger Stimme zu kleinen Kunstwerken wurden. Diese Songs hört man am besten abends und/oder wenn es ganz still ist, erst dann entfalten sie ihre ganze Wirkung. Dem sehnsuchtsvollen Titelsong "Mercy" (featuring KEANE) folgt eine neue Version von "I trust you to kill me", entstanden aus einer Jam session mit Daniel Lanois. "The Painting" erinnert an die Klangfülle von Sigur Ros songs, "Nightingale" hat für mich die wunderschönste Melodie auf dem Album überhaupt, wird aber anschließend vom rockigen Dobro-Heuler "Save yourself" vertrieben. "Junky Valentine" verbeugt sich dagegen vor Jeff Buckley's großartigem Sound. Eine Überraschung ist auch der letzte Titel "When you learn to sing", in dem Elemente aus Folksong und Gospel zusammenkommen.
Das Album lässt sich in keine Schublade stecken. Ich würde mich freuen, wenn meine Zeilen Neugier geweckt haben, und möglichst viele Menschen die Schönheit dieser Songs entdecken.