Mit großer Freude und ebenso großem Interesse nahm ich die Nachricht von der Veröffentlichung des ersten Solo-Albums von TOBY HITCHCOCK auf.
Wie sicher vielen Freunden des gepflegten melodischen Rocks bekannt sein dürfte, bildet er "hauptberuflich" bei der Band PRIDE OF LIONS das Grundgerüst mit EX-SURVIVOR-Mastermind JIM PETERIK und teilt sich dort den Leadgesang mit Selbigem. Da die gesamten Alben der "Stolzen Löwen" nahezu durch die Bank weg überragende Songs enthalten, war berechtigter Grund zu der Annahme,
dass man auch beim Debüt von TOBY HITCHCOCK ähnlich gute Qualität geboten bekommen würde. Vorweg gesagt: Diese Annahme hat sich mehr als bestätigt !
Ich persönlich hätte nun auf TOBY HITCHCOCK'S erstem Solo-Pfad die Hilfe und Mitarbeit seines Mentors JIM PETERIK erwartet, auch im Hinblick auf das Klangbild der Musik, doch weit gefehlt ! Hier ist eine Schweden-Connection, vielmehr Multitalent und -Instrumentalist ERIK MARTENSSON, am Werk. Dieses fällt allerdings im ersten Moment gar nicht auf, doch wenn man genau hinhört, schimmern hier und da Elemente durch, die einen skandinavischen Einschlag erahnen lassen (eine Prise ON THE RISE und URBAN TALE).
Gleich der Opener "This is the moment" haut einen schlichtweg um. Nach einem atmospärischen Akkustik-Intro rockt der Song los, dass es die wahre Freude ist. Was gleich am Anfang auffällt, ist der etwas höhere Härtegrad im Vergleich zu Pride Of Lions. Die Gitarren klingen etwas "riffiger" und die Rhythmus-Sektion gibt mächtig Gas. Die Chorusgesänge sind auch hier vom Feinsten und ohne jeden Makel. Der Refrain ... over the top ! Der erste Song ist für mich einer der besten dieses Albums, wenn nicht DER beste. Und er ist ein repräsentativer Fingerzeit, was einem bei den nachfolgenden Tracks erwarten wird: PRIDE OF LIONS in etwas hardrockigerer Ausführung, mit annähernd ebenso starken Melodien und einem wieder einmal grandiosen TOBY HITCHCOCK. Dieser Mann hat echt Gold in der Kehle. Song Nr.2 "Strong enough" kommt in ähnlichem Tempo wie sein Vorgänger daher, nur in der Härte eine Spur gemäßigter. Auch hier nimmt einen die Refrain-Melodie sofort gefangen, ganz in Tradition der PRIDE OF LIONS-Kompositionen. Und so geht es weiter ohne Ausfälle. Sei es "Tell me how to stop", das insbesondere in den Background-Chorussen streckenweise an die AOR-Legende JOURNEY erinnert '
Oder das folgende "Let Go", in Art einer Halbballade, wo Toby Hitchcock's Stimme wieder einmal sehr gut zum Tragen kommt (bei welchem Song tut sie das eigentlich nicht ?). Im Anschluss daran folgt mit "One Day I'll stop loving you" die einzige echte Ballade, die wohl auch auf keinem Melodic-Rock-Album fehlen darf. Auch hier (wie bei im Grunde allen anderen Liedern auf diesem Album) toller Refrain mit sauber performtem Backgroud-Gesang. Und so kann man die Liste getrost fortführen ' ob das hochmelodische "I should have said", oder das mitreißende "If it's to be" oder auch das überragende "Just say goodbye", welche allesamt mit starken Journey-artigen Refrain-Chorussen bestechen können, was insbesondere bei letzt genanntem Track besonders ausgeprägt ist. "Summer nights in Cabo" fährt in genau der selben Schiene. Bei "Tear down the barricades" wird's (wie der Titel verspricht) wieder etwas heavier, ohne aber die tolle Melodieführung einzubüßen. Bei a "Different Drum" schimmern dann auch etwas deutlicher die bereits am Anfang aufgeführten "skandinavischen Elemente" durch, was dann doch auf die Beteiligung von Nordlichtern schließen lassen könnte. Eben genannter und der Titeltrack "Mercury'S Down" schließen in bombastisch-hardrockiger Manier ein Album, bei dem Pride Of Lion-Fans meiner Meinung nach bedenkenlos zugreifen können. Grob umrissene Stilrichtung: Ein Schuss MAGNUM, etwas mehr PRIDE OF LIONS und SURVIVOR und eine ordentliche Portion JOURNEY ... sprich bombastischer Melodic-Rock/Hardrock. Noch ein paar Worte zu den Protagonisten: Was Erik Martensson hier sowohl komponisatorisch als auch spielerisch abliefert, ist phänomenal. Unfassbar, dass er das alles selbst arrangiert, eingespielt,mit eingesungen und zu guter Letzt auch noch produziert hat. Vor dieser Leistung kann man nur ganz tief den Hut ziehen, ebenso wie vor der gesanglichen Darbietung des Solo-Debütanten. Toby Hitchcock hat schlicht und ergreifend eine Mörderstimme und es bleibt zu hoffen, dass es noch viel mehr von diesem Ausnahme-Sänger zu hören geben wird. Der Silberling ist bei mir ein echter CD-Player-Blockierer geworden und bekommt sicher bald Abnutzungserscheinungen. Das schicke Cover-Artwork ist nur noch das I-Tüpfelchen. Alles andere als die Höchstnote für dieses Sahneteil wäre der blanke Hohn !