Dies ist keine Rezension, wie ich sie sonst gerne schreibe. Es wurde in anderen Rezensionen viel Sinnvolles, aber auch viel Unsinniges über den Inhalt des Films geschrieben. Die drei Protagonisten wurden beurteilt oder "verurteilt", In Schulnoten ausgedrückt von 1 bis 6. Ich möchte auch nicht darüber urteilen, ob die Filmstory selbst sinnvoll oder unsinnig ist. Oder ob Bruce Willis schon mal besser gespielt hat oder nicht. Ich möchte nur versuchen, klar zu machen, warum mich dieser Film trotzdem fasziniert.
Als ich den Film vor 6 Jahren das erste Mal sah, war ich erstaunt über die schauspielerische Leistung des autistischen Kindes, das den Simon spielt. Ich hatte noch nie etwas von Miko Hughes gehört. Mein erster Gedanke: Wie bringt man ein so schwer behindertes Kind dazu, eine so schwierige Rolle zu übernehmen und so gekonnt zu spielen.
Ich amüsiere mich noch heute über meine damalige Unwissenheit. Inzwischen habe ich nicht nur den Film mehrmals gesehen, sondern auch das umfangreiche Bonusmaterial. Dort erzählt Miko, ein ganz normaler, aufgeweckter Junge, frisch von der Leber weg von seinen Erlebnissen und Erfahrungen mit seiner Rolle.
Ganz erstaunlich: In wochenlanger Arbeit hat Miko den Autismus regelrecht "studiert". Er besuchte 6 Wochen lang eine Schule für autistische Kinder, verbrachte darüber hinaus viel Zeit in den Familien der Kinder. Man muss es sich "auf der Zunge zergehen lassen", was das für ein neunjähriges Kind bedeutet: Eine ca. achtwöchige intensive und gewiss nicht einfache Vorbereitungszeit für eine schwierige Filmrolle!
Herausgekommen ist ein Spiel, zusammen mit Bruce Willis, das fasziniert in seiner Authentizität, seiner "Echtheit": Man muss dem Simon in jeder Szene den Autisten abnehmen. Das hat mich ein bisschen an Dustin Hoffman in "Rain Man" erinnert, in dem er gekonnt den autistischen Raymond spielte und Millionen Kinobesucher faszinierte. Wohlgemerkt: Dustin Hoffman war damals schon ein erfahrener und beliebter Schauspieler!
Fazit: Trotz aller Ungereimtheiten der Filmstory: Ich genieße diesen Film. Ich halte mich an die Empfehlung der Amazon-Redaktion:
1. Zitat: "Geben Sie Ihr Gehirn ruhig an der Garderobe ab, denn beim Anschauen dieses herrlich blöden Thrillers von 1997 kommen Sie problemlos auch ohne zurecht".
2. Zitat: "Als Ausgleich dienen die hervorragenden schauspielerischen Leistungen von Willis und dem jungen Hughes".
Meine Empfehlung: Unbedingt auch das Bonus-Material anschauen, auch dann, wenn Ihnen - wie mir- das amerikanische Englisch Schwierigkeiten bereitet.
Sie werden es nicht glauben: von mir bekommt das Mercury Puzzle 5 Sterne, davon gehen mindestens 2 auf das Konto von Miko Hughes.
eboku