Nach den seelischen Tiefen der Soul Cages und den poppigen Summoner's Tales treffen sich hier die Elemente auf der Mitte: Zum einen finden hier die kompositorischen Finessen der Summoner's Tales ihre Fortsetzung, z.B. in "I hung my head" im Mitklatschen erschwerendem 9/8-Takt oder im Auftaktsong "The Hounds of Winter". Das fallende Thermometer findet sich treffend als übergreifende Metapher in jedem Song - Sting besticht mit distanzierter, kühler Emotion, die nur selten in die warmherige Offenheit der Soul Cages umschlägt. Ein sehr komplettes Album mit einem beinahe genialen Spannungsbogen. Hörenswert allemal und mit zu Klassikern taugenden Werken ausgestattet: neben dem genannten "Hounds of Winter" die Hitsingle "Let your soul be your pilot", Das Sam & Dave rezitierende "You still touch me" und das schon auf seiner Multimedia CD "All this time" angekündigte "I was brought to my senses". Auch bei Mercury Falling setzt Sting die Tradition, die eigentlich schönsten Stücke als Bonus-Tracks auf Singles auszulagern, fort: Auf dem US-Release von "You still touch me" findet sich das unglaubliche "The pirate's bride", wie Europäer können noch das wunderschöne "Lullaby to an anxious child" auf der gleichen Single hören. "Pirate's Bride" erschien ausserdem auf den europäischen Single Releases von "I was brought to my senses" dessen von Steve Lipson (Simple Minds) geremixte Version eines der besten Stücke ist, die Sting jemals veröffentlicht hat. Alles in allem ein fantastisches, ergreifendes und überraschendes Album von Sting, der es wieder einmal geschafft hat, sich nicht zu wiederholen oder zu kopieren, was in diesen Zeiten selten und kostbar ist.