Klar, die Rede kann nur von Bolt Thrower sein. Keine zweite Band des Genres liefert so regelmäßig absolut makellose Topqualität ab, hat dabei einen völlig eigenständigen Sound und ist trotz wachsendem Erfolg so fest im Underground verwurzelt wie die Jungs aus Mittelengland.
Dabei stellt „Mercenary" meiner - hier wie gewohnt einzig maßgebenden - Meinung nach, den bisherigen Höhepunkt ihrer, seit „War Master" an Glanztaten nicht gerade armen, Karriere dar.
Nie funktionierte die Verbindung von gnadenloser Brutalität und Gänsehautmelodien so gut wie auf dieser Scheibe. Klar haben Bolt Thrower schon vor über einer Dekade verlernt schlechte Songs zu schreiben, aber mit „Mercenary" kommen sie absoluter Perfektion gefährlich nahe. Wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gibt, dann ist es die Tatsache, dass das Tempo wie üblich nur wenig variiert wird - ab und an würde man sich wünschen, dass die Jungs in Defleshed-Manier das Gaspedal bis zum Bodenblech durchdrücken würden - nur, dass das eben nicht Bolt Thrower wären.
Bolt Thrower sind wie ein voll beladener Güterzug, der ungebremst in einen Sackgassenbahnhof rast - nicht besonders schnell, aber mächtig und unaufhaltsam.
Bei aller Brutalität haben Sie aber ein geradezu ehrfurchtgebietendes Gespür für große Melodien was auf dieser Scheibe besonders zur Geltung kommt und „Mercenary" somit auch für Leute interessant machen dürfte, die es normalerweise eher weniger heftig mögen.
Wer süchtigmachende Songs wie „Return from Chaos", „No Guts, no Glory", „Zeroed", „Sixth Chapter" und den phänomenalen Titeltrack gehört hat, versteht was gemeint ist.