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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Neues vom Meister des Nasalen, 31. August 2006
Bleibt alles anders, sang Herbert Grönemeyer auf einem seiner letzten Alben und dieser Maxime verschreibt sich Jan Delay (der ja auch 2000 auf Grönemeyers Label Grönland mit "Irgendwie" das erste Mal in dieser Form in Erscheinung trat) voll und ganz.
Vom Dancehall und Roots Reggae seiner Debüt LP ist nur noch minimal etwas zu hören, stattdessen oszilliert sein neues Werk zwischen bewährten Beats von Tropf, nicht immer ganz geschmackssicheren 80er Discofunk und ausgesprochen geschmackssicherem 70er Funk mit Jazz und Soul Schlagseiten. Textlich schlägt Delay erneut und vielleicht etwas zu oft in "Ich bin der Derbste" Deutschrap Kerben, liefert aber abseits davon um so brilliantere Lyrik und Wortspiele, wie zum Beispiel "Ich bin kein Fan von Polyester/das ist doch eklig, denn das ist vom Dixie Klo die Schwester" (in: Plastik). Und den typisch nasalen Gesang, den er natürlich auch hier beibehält, kann mittlerweile wohl jeder der in der deutschen Musikszene nur etwas Ahnung hat, sofort zuordnen.
Dieses Album wird breite Anerkennung finden (und verdient sie auch) sowohl in der Links-Alternative Szene, als auch als Hintergrundbeschallung in Sat. 1/RTL Boulevardmagazinen (dort läuft die Single "Klar" schon rauf und runter). Es klingt zwar widersprüchlich, aber die einen lieben seine Slogans, die anderen nur die "funky" (um mal das Unwort zu benutzen) Musik. Für erstere hat Jan Delay zwar diesmal keine Diskurse über Terrorismus wie auf der ersten Platte bereit, schon aber Rundumschläge gegen alles was in Gesellschaft und Medien nicht stimmt, gegen typische deutsche Versteiftheit, Falschheit und Bully-Herbig-Humor. Mit "Im Landhaus zum lachenden Lenin" gibt es ein Instrumental, in dessen Titel sich so ziemlich alles hineininterpretieren lässt und mit "Feuer" ein musikalisch überragendes Stück, dessen Botschaft "Lass das Feuer, das in dir brennt niemals erlöschen" wohl selbst ein Bob Marley (um noch einmal auf den Reggae zurückzukommen) nicht eindringlicher hätte vermitteln können.
Jan Delay ist der letzte übriggebliebene der großen deutschen Rap Welle Ende der 90er, der noch in der Champions League der deutschen Musik mitmischt. Während Hip-Hop heute von weniger begabten Kollegen aus Berlin beherrscht wird, sucht er neue Wege und kollaboriert diesmal nicht mit Samy Deluxe oder Torch sondern lediglich mit Udo Lindenberg, zu dessen Meisterschüler und Kronprinzen er sich mittlerweile entwickelt hat.
Jan Delay ist in seiner Generation einzigartig, weil er populäre Musik machen kann, die überrascht, moedern ist und wirklich etwas zu sagen hat. In diesem Sinne ist er die männliche deutsche Antwort auf Madonna nur in gut. Und wer gerne Vergleiche anstellt, a la dieses oder jenes hat mir hier oder da schon so oder so gehört, wird sich hier eingstehen müssen, dass man das hier SO noch überhaupt nicht gehört hat.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Jan Delay kann nicht singen, gerade das macht Ihn aus..., 29. Juli 2007
Jan Delay kann nicht singen, gerade das macht Ihn aus...
Wie die Stimme von Delay beschreiben? Vielmehr seinen Tonfall? Schwer dafür Worte zu finden. Es ist ein leicht nasales rumlallen, mit leicht genervten Tonfall, Eine schnottige Straßenstimme mit einer Art von Gelassenheit die etwa nach: so ist das nun mal" klingt.
Und gerade dieser Stimmenklang ist sein Spezialrezept. Er vermittelt jeder Textaussage etwas cooles allgegenwärtiges. Seine sehr individuelle Stimme ist sein Markenzeichen.
Wir machen das Klar. Einer seiner Songs, und wohl den meisten aus den Charts bekannt, ist eine absolute Discokanone und bringt jede Tanzfläche zum kochen.
Hier mal ein Gedankenspiel:
Stellt euch mal Grönemeyers Stimme zu den Refrain, Wir machen das Klar, vor.. hihihi, oder Westernhagen.... Näh geht alles nicht. Jan Delay Songs dürften so schnell keine Coverbegeisterung finden, weil schlichtweg nicht möglich...
Aber was andere nicht können, kann er schon. Er bringt den Rio Reiser Klassiker, für immer und Dich auf diesem Album. Er gibt mit seiner unverkennbaren Stimme dem Liebessong eine gelungene Tiefe, die nur Rio Reiser selbst übertreffen könnte.
Neben langsamen Nummern, sind die meisten Songs dem Funk und Disco Style zuzuordnen.
Super Texte mit Hintergrund, denen man gerne zuhört und auch folgen kann. Der Reggae Style der letzten Scheiben ist raus, dennoch ist der Sound unverkennbar und wird jedem Delay Fan begeistern.
Eines der besten deutschsprachigen Alben der letzten Jahre. Klarer Kauf
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20 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was ganz Neues von einem großartigen Musiker, 5. Juli 2008
Jan Delay, der näselnde Rapper der "Absoluten Beginner", coverte Anfang 2000 "Irgendwo, irgendwie, irgendwann" von Nena und brachte mit "Searching for the Jan Soul Rebels" eine Reggae-Platte heraus. Lange hat es gedauert bis zum Comeback (ganze 5 Jahre), und trotzdem schlug Jans "Mercedes Dance" voll ein. Weshalb, erfährt man schon im Intro: "Ein neuer Jan, ein neuer Anfang / Reggae ist tot, jetzt ist Funk dran" rappt er da. Diesmal nach HipHop und Reggae also eine Funk-Platte, die was ganz Anderes bietet als man von ihm gewohnt ist. "Klar", die 1. Single-Auskopplung ist ein absolut chartstauglicher Hit zum Mitsingen und -swingen. Textlich hat er es auch diesmal voll drauf, in "Kartoffel" rappt er: "Ich schreibe noch 'n Superhit über dieses öde Gemüse und seine Eigenschaft / Stärke zu besitzen, aber leider keinen Geschmack". Sehr witzig und wortgewandt! Auch der Beat der Nummer über das "Knollgewächs", die auch auf dem Soundtrack des Films "Leroy" zu hören war, eignet sich zum mitnicken und der Refrain geht ins Ohr! Manchmal wird Jan von weiblichem Background begleitet ("Kirchturmkandidaten"), und jedesmal gehen die Nummern sofort ins Ohr und bleiben auch drin! "Für immer und dich" ist die einzige Ballade auf dem Album und eine gute Neuinterpretation des Rio-Reiser-Hits. Mit der etwas schnelleren Nummer "Feuer", die funktypisch Saxophon- und Trombone-Sound erklingen lässt, kam Jan bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest 2007 sogar auf Platz 2.
Nach "Gasthaus zum lachenden Stalin", der einzigen Instrumental-Nummer mit sehr coolem Funk-Sound, geht es weiter mit Gesellschaftskritik ("Plastik"), bevor die Platte in dem absolut lässig-coolen "Im..." (Duett mit Udo Lindenberg) ihren letzten Höhepunkt findet.
Fazit: Extrem coole, innovative Platte von einem sehr guten deutschen Musiker, der sich fantastisch weiter entwickelt hat. Obwohl es auf dem Album nur Hits und keinen einzigen "Lückenfüller" gibt, trotzdem ein Stern Abzug: Die Platte ist für 5 Jahre Wartezeit einfach zu kurz! Nur 11 Songs, Intro und Instrumental-Pause mitgerechnet, sind mir etwas zu wenig! Bleibt nur zu hoffen, dass es bis zur nächsten CD nicht wieder so lange dauert...
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