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Paul Pietsch Verlage
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bisher war jeder Bekannte von mir, der mit Hilfe dieses Rep.Handbuches an seinem MB 100 Reparaturen ausführen will, bitter enttäuscht. Da es leider das einzige frei verkäufliche Rep.Handbuch für dieses Fahrzeug ist, kommt man trotzdem nicht umhin, es zu kaufen. Es sei denn, man ist glücklicher Besitzer einer Kopie des original Mercedes Werkstatthandbuches.
Nun zur Kritik im Einzelnen:
Angesprochen werden nur die Komponenten des Antriebes und des Fahrwerkes. Hilfe bei Reparaturen an Karosserie, Innenausstattung, Nebenaggregaten u.s.w. sucht man vergebens.
Das wäre noch nicht so ganz schlimm, da das Buch in diesem Falle lediglich unvollständig wäre. Leider ist es darüberhinaus in weiten Teilen der Technik auch schlicht falsch.
Das äußert sich teilweise ganz offen, zum Teil aber auch so versteckt, daß man beim Schrauben erst mal auf die Nase fallen muß, um die Fehler im Buch zu entdecken.
Beispiel:
Bei der Beschreibung der Einspritztechnik wird darauf verwiesen, die Förderpumpe der ESP habe keine Handpumpe. Einige Absätze weiter wird man aufgefordert, zum Entlüften bei leergefahrenem Tank die (nicht vorhandene) Handpumpe zu benutzen, um Diesel in die Einspritzpumpe zu fördern.
Anderes Beispiel:
Bei Auflistung den erforderlichen Servicehandgriffe wird der Leser auf die Suche nach dem Ölstand der Einspritzpumpe geschickt. Man solle doch den Ölstand (der ESP, nicht des Motors!!) gewissenhaft kontrollieren und gegebenenfalls in der ESP Öl nachfüllen. Beim MB 100 kann man den Ölstand der Einspritzpumpe aber gar nicht kontrollieren, da sie an der Ölschmierung des Motors hängt.
Noch eins:
Die Spureinstellung der Vorderräder im Buch unterscheidet sich um 6°!! von den original MB Werkstattwerten! Jeder KFZ-Mechaniker weiß, das so ein Unterschied die Fahreigenschaften nachhaltig verändert!
Das ist nur ein kleiner Teil der Fehler, die ich beim ersten Duchlesen auf Anhieb gefunden habe. Wenn ich erst anfange, an dem Wagen richtig zu arbeiten werde ich wohl auf jeder Seite des Buches Verbesserungen vornehmen müssen.
Zu guter Letzt sind die Bilder im Buch, die der Darstellung einiger Handgriffe und Bauteile dienen sollen, keine Fotos, sondern Zeichnungen in Kindergartenqualität. Einige der Bilder zeigen definitiv Technik, die in dem Auto gar nicht vorkommt. Prädikat: äußerst verwirrend!
Fazit: Dieses Buch ist nur als Basis für Reparaturen geeignet, wenn der Leser schon soviel Sachverstand hat, daß er die Fehler selbst finden und im Buch mit einem fetten Rotstift verbessern kann. Wer stur nach dem Buch vorgeht, wird sein Auto mit großer Wahrscheinlichkeit kaputtreparieren.
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