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Merani und die Schlange unter dem Meer
 
 
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Merani und die Schlange unter dem Meer [Gebundene Ausgabe]

Diana Wohlrath
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Cool, gutes Buch. Es geht um eine eigene Welt, sehr dicht. Herr der Ringe-mäßig mit vielen Kombinationen, wie alles zusammenspielt. Sehr geschliffen geschrieben, sehr angenehm zu lesen. Viele witzige Szenen im Wald." Daniel (14), Jury der Jungen Leser, Literaturhaus Wien "Ein packendes Abenteuer...Der Plot ist stimmig aufgebaut, der Handlungsbogen straff gegliedert, so dass der Roman nicht nur für jugendliche Leser, sondern auch für eine erwachsene Zielgruppe interessante Lesestunden verspricht." Carsten Kuhr, Phantastik-Couch.de, 19.03.10 "Merani und die Schlange unter dem Meer ist ein herausragend gutes Fantasiebuch und so spannend geschrieben, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Es ist voller Magie, Spannung und magischer Wesen. Dafür gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung, die auch für den ersten Band gilt!", kinderredaktion.blog.de, 22.04.2010

Kurzbeschreibung

Ein schlangenartiges Wesen im Meer bedroht das magische Gleichgewicht auf Runia. Merani, die Tochter der Magierkaiserin Mera, versucht, gemeinsam mit dem Drachen Argo, der unsterblichen Runi Heke und alten und neuen Freunden ihre Heimat zu retten. Sie müssen nicht nur gegen die von der Schlange unter dem Meer ausgelösten magischen Gewalten bestehen, sondern sich auch gegen Schwarzlandmagier verteidigen, die ihre kleine Welt bedrohen. Dabei gewinnen sie unerwartete Verbündete. Der zweite, packende Fantasy-Roman der "Feuerthron"-Autorin!

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Merani fuhr aus dem Schlaf hoch und spürte den Hilfeschrei ihrer Mutter in ihrem Kopf widerhallen. »Merani! Bitte komm! Alleine schaffe ich es nicht!« Das war der magisch gesandte Ruf ihres Vaters, der ebenfalls verzweifelt klang.
Einen Augenblick saß Merani wie erstarrt auf ihrem Bett. Ihre Eltern waren doch so mächtig! Wie konnte es da etwas geben, mit dem sie nicht fertig wurden? Irgendetwas lief schief.
Mit einem Satz war Merani aus dem Bett, riss ihren Morgenmantel an sich und rannte zur Tür. Draußen waren sämtliche Leuchtsteine in den Wänden erloschen, und es herrschte undurchdringliche Schwärze. Merani benötigte zwar kein Licht, denn sie vermochte den Weg mit ihren magischen Sinnen zu finden. Als sie jedoch die Levitationsplatte erreichte, mit der man sich sonst über Stockwerke bewegen konnte, und dieser befahl, nach unten zu fahren, rührte sich das Ding nicht von der Stelle.
»Merani!«
Auf den erneuten Ruf des Vaters hin verließ Merani den nutzlosen Levitationsschacht und rannte den Gang entlang. Die Sekunden schienen sich zu Stunden zu dehnen, obwohl sie die Treppenstufen zwischen den Stockwerken so schnell hinabsauste wie noch nie zuvor in ihrem Leben.
In der Thronhalle der Felsenfestung waren die Leuchtsteine ebenfalls ausgefallen. Ein normaler Gurrländer oder Mensch hätte die Hand vor Augen nicht gesehen, aber Merani nahm die Umgebung so deutlich wahr, als sei sie in gleißendes Licht getaucht.
Der Feuerthron, der sonst von schwarzmagischen Flammen umspielt wurde, wirkte nun stumpf und grau. Ihr Vater hockte so verkrümmt auf ihm, als hätte er schreckliche Schmerzen. Er versuchte verzweifelt, die Kräfte zu beherrschen, die um ihn herum tobten, während ihre Mutter bewusstlos auf dem Boden lag und aus Augen, Mund und Nase blutete.
»Papa! Was ist passiert?«, schrie Merani.
»Komm hoch und hilf mir! Der Thron ...« Das Gesicht des Magierkaisers verzerrte sich unter einer weiteren Schmerzwelle. Gelegentlich hatten die Eltern Merani erlaubt, sich zu ihnen auf den Feuerthron zu setzen, damit sie die ungeheure Macht kennenlernen konnte, die dem Artefakt innewohnte. Bis zu diesem Tag aber hatten ihre Mutter und ihr Vater den Thron in jeder Situation beherrscht. Daher begriff Merani nicht so recht, dass die beiden die Gewalt darüber verloren hatten, und so lief sie erst mal auf ihre
verletzte Mutter zu, um ihr zu helfen. In dem Moment stürzte ihre Lehrerin, die Hexe Yanga, durch
einen anderen Eingang in die große Halle. »Du musst dich mit auf den Thron setzen, Kind!«
Merani zögerte. »Ist es nicht besser, wenn du Papa hilfst? Ich bin doch nicht dafür ausgebildet.«
In diesem Moment bemerkte Merani einen kräftigen Strom grünfarbiger Magie, der von draußen auf den Thron zufloss und von diesem wie eine giftige Wolke ausgestoßen wurde. Nun verstand sie, was geschehen sein musste: Die feindliche grüne Magie hatte ihre Mutter verletzt, denn ihre eigene magische Farbe war Blau. Zum Glück lebte sie noch, aber wenn die frischen grünen Schwaden sie in ihrem geschwächten Zustand trafen, konnte es ihr Ende sein.
Als Merani dies klar wurde, rannte sie die Stufen zum Thron hoch und setzte sich neben ihren Vater. Mit ihrer Rechten fasste sie nach der Lehne des Throns, mit der Linken nach der Hand ihres Vaters Girdhan. Im selben Moment wurde sie von den Kräften, die auf sie einströmten, schier hinweggefegt.
»Du musst dich konzentrieren, Kind!«, vernahm sie Yangas magischen Aufschrei.
Das war leichter gesagt als getan, denn die grüne Magie zerrte so heftig an Merani, als wolle sie sie in Stücke reißen. Dabei war ihre eigene magische Farbe nicht das Blau der Mutter, sondern das girdanische Schwarz ihres Vaters.
Mühsam gelang es ihr, sich trotz der tobenden Magien zu orientieren und weit über die Insel hinaus auf das Meer zu blicken. Dort nahm sie einen gewaltigen magischen Sturm wahr, der mit einer Geschwindigkeit, die kein galoppierendes Ross erreichen konnte, nach Nordwesten zog. Wie alle Unwetter war er am Geburtsort der magischen Stürme entstanden, hatte sich aber zu dem gewaltigsten Orkan der letzten Jahrzehnte ausgewachsen. Vor allem aber war er mit grüner Magie aufgeladen und raste genau auf die blaue Insel Ilyndhir zu.
Als Merani sich die Verheerungen vorstellte, die dieser Sturm dort anrichten würde, krampfte sich ihr Magen zusammen. Ihre Mutter liebte ihre Heimatinsel und hatte wohl versucht, den grünen Sturm in eine andere Bahn zu lenken.
»Du musst mir helfen, dieses Unwetter so an Ilyndhir und Wardania vorbeizusteuern, dass es keinen Schaden anrichtet, sondern sich irgendwo in Norden auf dem Meer austoben kann«, mahnte Girdhan seine Tochter.
Merani vereinte ihre Kräfte mit denen ihres Vaters und stemmte sich gemeinsam mit ihm gegen den magischen Sturm. Doch sie hätten ebenso gut versuchen können, einen Berg zu verschieben. Der Orkan raste nur noch schneller über das Meer, und seine Ausläufer peitschten bereits gegen die Ufer der Ilyndhir vorgelagerten Inseln. Gleichzeitig saugte der Feuerthron noch mehr der für ihre Mutter und für Yanga giftigen grünen Magie an und strahlte sie in die Halle ab.
»So wird das nichts!«, fuhr es Merani durch den Kopf, und sie gab die sinnlosen Bemühungen auf. Da hatte sie auf einmal das Gefühl, als würde weniger grüne Magie auf den Thron zufließen und die Heftigkeit des Sturms einen Hauch nachlassen.
Aus dieser Erkenntnis heraus zupfte sie ein wenig an dieser grünen Magie und hatte auf einmal das Gefühl, ein bockendes Pferd an der Leine zu halten. Solange sie gegen den magischen Sturm arbeitete, floss das giftige Grün wie ein mächtiger Strom auf sie zu. Aber wenn sie es an sich ziehen wollte, strebte der magische Sturm in die entgegengesetzte Richtung.
»Papa, wir dürfen uns nicht weiter gegen diesen Sturm stemmen, sondern müssen ihn mit der ganzen Kraft des Feuerthrons auf uns zuholen!«
Heilige Ilyna, großmächtiger Giringar, gebt, dass ich recht habe!, flehte Merani in Gedanken. Wenn es schiefging, würde ihre eigene Heimatinsel Gurrland verwüstet werden.
Girdhan schüttelte zunächst abwehrend den Kopf, merkte dann aber selbst, dass sich der Zustrom grüner Magie unter Meranis Zerren abschwächte und teilweise schon in die entgegengesetzte Richtung floss. Da seine Gemahlin für ihre alte Heimat sogar ihr Leben opfern würde, entschied er, dass es das kleinere Übel sei, wenn der Sturm gegen die eigenen Gestade brandete. Die Gurrländer waren schwarz, und so konnte ihnen die grüne Magie nicht viel anhaben. Außerdem würden sie mögliche Schäden auf jeden Fall rascher beheben können als die Ilyndhirer.
Nun zog auch er an dem Sturm und merkte zu seiner Erleichterung, wie der Zustrom grüner Magie erlosch. Auch änderte das Unwetter seine Richtung und zog haarscharf an den Küsten Ilyndhirs und Wardanias vorbei nach Norden.
Als die Gefahr vorüber war, fühlte Merani eine bleierne Erschöpfung. Sie sehnte sich nach heißem Vla und ihrem Bett, das sie so abrupt hatte verlassen müssen. Doch als sie vom Feuerthron herabsteigen wollte, hielt ihr Vater sie fest.
»Ich brauche dich! Alleine schaffe ich es nicht, denn der Feuerthron reagiert heute so seltsam.«
»Was ist mit Mama?« Merani war im Zwiespalt, ob sie der Bitte ihres Vaters folgen oder nach ihrer Mutter schauen sollte. Während sie noch zögerte, flammten die ersten magischen Steine wieder auf und erhellten die Halle. Nun regten sich auch die Wachen und die Bediensteten, die während des Zwischenfalls schier zu Salzsäulen erstarrt waren.
Yanga kniete neben Meranis Mutter und tupfte ihr mit einem Taschentuch das Blut aus dem Gesicht. Zwei Frauen kamen ihr zu Hilfe, während zwei andere dem Magierkönig und seiner Tochter Becher mit frischem Wasser reichten. Obwohl die Gurrländer sich sonst kaum aus der Ruhe bringen ließen, waren die Gesichter der Dienerinnen von Angst gezeichnet. In den knapp sechsunddreißig Jahren, die das Magierkaiserpaar auf dem Feuerthron saß, war die Höhlenfestung noch nie von den Auswirkungen...
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