"Mephisto" ist die hervorragende Verfilmung des gleichnamigen Romans von Klaus Mann. Es handelt sich dabei um eine Arbeit des Regisseurs Istvan Szabo.
Der Schauspieler Hendrik Höfgen (Klaus Brandauer) arbeitet am Hamburger Künstlertheater.
Befreundet ist er mit dem Kommunisten Otto Ulrichs, mit dem er gemeinsam ein " Revolutionäres Theater " plant. Handlungszeit dieser Sequenzen sind die 20er Jahre.
Höfgen leidet darunter ein Provinzschauspieler zu sein. Er weiß, dass er das Zeug hat an großen Bühnen aufzutreten und verhält sich ziemlich arrogant und tyrannisch gegenüber seinen Schauspielerkollegen.
Bei der dunkelhäutigen Juliette Martins nimmt er Tanzunterricht. Sie wird seine Geliebte und bleibt es auch während seiner ersten Ehe.
Brandauer erinnert durch seine dargestellte Geschmeidigkeit in diesem Film immer wieder an eine Katze. Das gilt für seine Sprache, seine Mimik und seine Bewegungen, besonders beim Tanzen.
Er heiratet nicht Juliette, sondern Barbara Bruckner, eine Frau aus intellektueller, nicht unvermögender Familie und gelangt schließlich nach Berlin, wo er ein Engagement am Staatstheater erhält.
Man erlebt Höfgens Aufstieg am Theater. Dort spielt er schließlich seine Traumrolle " Mephisto " und lebt fortan nur noch für das Theater.
Seiner Frau wirft er ihr liberales Verhalten gegenüber den immer stärker werdenden Nazis vor.
Als die Nazis 1933 die Macht erringen verlassen wenig später seine Frau und sein Schwiegervater Deutschland. Höfgen bleibt, weil er an einer deutschsprachigen Bühne Theater spielen möchte. Plötzlich sind ihm die politischen Verhältnisse einerlei.
Aufgrund von Protektion seitens Lotte Lindenthal, die den Nazis nahesteht, " vergessen " die Entscheider sein vormaliges Engagement bezüglich des " Revolutionären Theaters ".
Nun entwickelt sich der Schauspieler zum Opportunisten und wird fortan vom Ministerpräsidenten ( in ihm erkennt man unschwer Göring) persönlich protegiert.
Höfgens Frau lässt sich scheiden, Juliette wird nach Paris abgeschoben. Höfgen wird Intendant des Staatstheaters und gilt als die Schauspielergröße im Naziregime...
Klaus Brandauer ist es gelungen den Schauspieler und Opportunisten Hendrik Höfgen ( er ist ein Abbild Gustaf Gründgens) überzeugend zu mimen und anhand der dargestellten Figur zu zeigen, wozu Menschen ohne Wertevorstellung fähig sind, wenn sie durch Ehrgeiz und Eitelkeit in ihrem Tun angetrieben werden .
Ein beeindruckender Film, mit ganz hervorragenden, hochintellektuellen Dialogen.
Die Ton- und Bildqualität sind bestens.
Empfehlenswert.