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Mephisto: Roman einer Karriere
 
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Mephisto: Roman einer Karriere (Taschenbuch)

von Klaus Mann (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 414 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: überarb. N.-A. (1. Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499227487
  • ISBN-13: 978-3499227486
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 23.999 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Mephisto
OA 1936 DE 1956 Form Roman Epoche Moderne
Klaus Manns Mephisto, der den Zusatztitel Roman einer Karriere trägt, setzt sich in einzigartiger Weise mit der Position des Künstlers zur Zeit des deutschen Nationalsozialismus auseinander. Mit seinem Protagonisten Hendrik Höfgen führt Mann einen von übersteigertem Ehrgeiz getriebenen Schauspieler vor, der um seiner Karriere willen einen Pakt mit dem Bösen eingeht. Darüber hinaus entwirft der Autor ein Bild von der Situation der exilierten Intellektuellen. Mephisto ist als Künstler- und Zeitroman und nicht zuletzt auch als Schlüsselroman lesbar. Er wird als wichtiges Dokument der Exilliteratur gewertet.
Entstehung: Unterstützt vom Amsterdamer Querido Verlag nahm Mann den Vorschlag seines Kollegen Hermann Kesten (1900–96) auf, eine politische Satire über Gustaf Gründgens (1899–1963), Schauspieler und Intendant des Berliner Staatsschauspiels, zu schreiben. Ehemals mit Gründgens befreundet, beobachtete Mann dessen Werdegang seit Jahren mit einer Mischung aus Faszination und Hass. Obwohl Mann – auch um den Blick auf die literarische Dimension des Werkes zu richten – stets betonte, die Personen des Romans stellten Typen und nicht Porträts dar, ist die Orientierung an außerliterarischen Vorbildern unverkennbar.
Inhalt: Im Jahr 1936 beginnend, zeigt der Roman Höfgen als umjubelten Günstling des nationalsozialistischen Regimes auf der Geburtstagsfeier des preußischen Ministerpräsidenten. Retrospektiv wird die Geschichte dieser Karriere nachgezeichnet.
Nach schauspielerischen Erfolgen in Hamburg bekommt Höfgen Ende der 1920er Jahre ein erstes Engagement am Berliner Staatstheater. Seine Bekanntheit steigert sich stetig und in der Rolle des Mephisto wird er zum Star. Zum Zeitpunkt der Machtergreifung befindet sich Höfgen im Ausland und befürchtet zunächst wegen seiner ehemaligen Mitarbeit in einem kommunistischen Kabarett nicht nach Deutschland zurückkehren zu können. Durch die Fürsprache einer Kollegin erlangt Höfgen dann aber das Wohlwollen des Ministerpräsidenten und setzt seine Arbeit in Berlin fort.
Seine vitale Darstellung der mephistotelischen Figur wird für die Nationalsozialisten zu einer faszinierenden, ästhetisch überhöhten Darstellung des Bösen. Die eigene Situation klar reflektierend, erreicht Höfgen mit der Ernennung zum Intendanten und Staatsrat einen neuen Höhepunkt seiner Karriere. Ganz mit der Sorge um sein selbst empfundenes schauspielerisches Versagen in der Rolle des Hamlet beschäftigt, lehnt er am Ende des Romans in der Konfrontation mit einem kommunistischen Widerstandskämpfer jede politische Verantwortung ab und zieht sich voller Selbstmitleid auf seine Position als »gewöhnlicher Schauspieler« zurück.
Wirkung: Der während des Dritten Reichs verbotene Roman wurde nach Kriegsende von westdeutschen Verlagen aus Angst vor dem Prozessrisiko abgelehnt. Als das Buch mit kleinen Veränderungen 1956 im Ostberliner Aufbau-Verlag erschien, versuchte Gründgens, der nach kurzer Inhaftierung bereits seit 1947 wieder eine Intendantenposition innehatte, den Verkauf in der Bundesrepublik zu behindern.
1963 gab die Nymphenburger Verlagshandlung Mephisto heraus, nachdem eine Klage von Gründgens’ Adoptivsohn Peter Gorski zunächst abgewiesen wurde. 1966 wurde die Verbreitung des Romans gerichtlich verboten. Während im Ausland Übersetzungen erschienen, kursierte in Westdeutschland nur ein Raubdruck des Romans. Als er 1981 bei Rowohlt als Taschenbuch verlegt wurde, blieb eine erneute Klage aus und Mephisto führte monatelang die Bestsellerlisten an. Im selben Jahr wurde die Verfilmung von István Szabó mit Klaus Maria Brandauer in Cannes mehrfach preisgekrönt und erhielt einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film. 1979 hatte Ariane Mnouchkine mit dem Théâtre du Soleil bereits eine Bühnenfassung erarbeitet. A. K. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Mephisto", 1936 im Exil geschrieben, war einer der ersten Romane, die sich mit den Zuständen im Dritten Reich auseinandersetzten. Das Buch war seit seinem Erscheinen heftig umstritten und wurde 1968 in der Bundesrepublik verboten. "Der zeitliche Abstand hat (inzwischen) den Roman endgültig der Literaturgeschichte übereignet."
(Wilfried F. Schoeller in der "Süddeutschen Zeitung")

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Klaus Manns "böses" Buch, 24. Januar 2007
Es ist interessant, dass Klaus Mann selbst zu seinem im Nachhinein erfolgreichtsten Werk, dem Roman "Mephisto", ein äußerst distanziertes Verhältnis hatte und es ein "kaltes und böses Buch" nannte. Er liebte seinen Tschaikowski-Roman "Symphonie pathétique" viel mehr und hielt später den "Vulkan" für sein bestes Werk. Mir persönlich geht es ähnlich. Ich finde andere seiner Werke noch spannender und gelungener. Nichtsdestotrotz halte ich "Mephisto" für ein wichtiges und auch ein "gutes" Buch. Das liegt gerade daran, dass Klaus Mann sich hiermit nicht ausdrücklich an Gustav Gründgens rächen wollte, wie so oft behauptet wird, sondern einen Zeitroman und das typische Porträt eines charakterlosen Karrieristen verfassen wollte. Mit Gustav Gründgens hatte er sich bereits ausführlich in der Figur des Gregor Gregori in "Treffpunkt im Unendlichen" beschäftigt - dort stand tatsächlich dieser Mensch im Vordergrund. "Mephisto" ist ungleich politischer - hier geht es um jeden, der seine Überzeugungen verrät und sich mit den Nazis arrangiert. Dass Klaus Mann das Geschehen im 3. Reich nicht detailliert aufzeigen kann, liegt daran, dass er sich nun mal glücklicherweise im Exil befand, was man ihm nicht zum Vorwurf machen kann. Ich finde es hingegen spannend, wie scharf dieser Blick von außen ist: Klaus Mann erkennt das Unwirkliche, Lächerliche, Verlogene der Machthaber, anstatt sie nur zu dämonisieren und somit Deutschland gleichermaßen schon wieder zu entschuldigen. Das ist natürlich sehr unbequem für den Leser, wie die ganze Thematik unbequem ist. Trotzdem sollte man sich ihr stellen, und die Beschäfigung mit diesem Buch ist ein wichtiger Beitrag dazu. Ich empfehle jedoch jedem, der mit "Mephisto" nicht zufrieden war, noch den "Vulkan" zu lesen, einem weiteren Zeitroman, der die Thematik noch vertieft.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zwischen Kunst und Macht, 4. Mai 2007
"Mephisto" von Klaus Mann ist sicherlich einer der großen Romane der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts, wenn er auch einer ist, der die Geister und Gemüter der Leser scheidet. Dabei ist der Erzählstrang des Buches schnell nachgezogen: Hendrik Höfgen, zunächst aufstrebender Schauspieler in einem kleinen Lokaltheater, wird von seinem brennenden Ehrgeiz und einer Reihe unbefriedigter Sehnsüchte dazu angetrieben seine Karriere immer weiter voranzutreiben. Letztlich ermöglichen ihn seine Gerissenheit, sein unzweifelhaftes Talent sowie seine Anbiederung an die aufsteigenden Nationalsozialisten genau dieses: Er wird zu einer führenden Größe des Theaters im ganzen deutschen Reich. Der Preis, den er dafür zu zahlen bereit ist, ist jedoch hoch. So opfert er nicht nur die Menschen, um ihn herum, sondern auch seine Ideale und wird teils bewusst, teils unbewusst zu einem Affen der Macht.

Wirklich bedeutsam an diesem Werk ist die Frage, was es so kontrovers macht. Eine Antwort darauf ist sicherlich, dass die Figur des Hendrik Höfgen, an das Leben des Theaterintendanten Gustav Gründgens angelehnt ist, was einigen politischen und rechtlichen Zündstoff birgt, wobei man aber klar unterstreichen muss, dass dieser Umstand wenig Einfluss auf die eigentliche Qualität des Buches hat. Auch deshalb sollte man dieses Buch nicht als Lebensgeschichte eines realen Theater- intendanten lesen, sondern als Metapher für den Weg, den ein ganzer Typus von Künstlern eingeschlagen hat: Die Anbiederung ans System. Besonders hebt Klaus Mann dabei den Dualismus von Morallosigkeit auf der einen und Karrierestreben auf der anderen Seite hervor, der in seinem letzten Schluss die Kunst seelenlos und leer macht. So lässt sich "Mephisto" sicherlich als ein Plädoyer für die "freie" und nicht manipulierte Kunst lesen.
Eine weitere Antwort auf die Frage nach der Kontroversität des Buches ist sein zeitweise zweifelhafter Inhalt. Wie schon in einigen Vorrenzensionen erwähnt ist die Hauptfigur gelinde gesagt recht bizarr und Mann hält sich auffallend lange damit auf, dessen geheime, sexuelle Fetische zu beschreiben, was auf den ersten Blick eindeutig nach Effekthascherei aussieht. Dass er jedoch keineswegs darauf aus ist, wird deutlich, wenn man diese Fetische in der Gesamtheit mit den übrigen Charakterzügen Höfgens betrachtet. Höfgen ist ein widersprüchlicher Mensch, einer zwischen Unterwürfigkeit und der Lust am Herrschen, einer zwischen Ausdrucksstärke und der Unmöglichkeit sich in Harmonie mit sich selbst zu befinden. Letztlich prädestinieren ihn genau diese Züge für die Rolle des Mitläufers: Er verzehrt sich nach dem Gestreicheltwerden durch die Masse und die Mächtigen, brauch aber die Machtlosigkeit in Form der Sado-Maso-Fetische und des exzessiven Schauspiels, um sich dieses inneren Druckes zu befreien.
Festzustellen bleibt aber auch, dass trotzdem einige Stellen von sinnwahrenden Kürzungen und einem kleinen Schuss mehr Esprit in der Sprachverwendung profitiert hätten.

Zusammengefasst dennoch ein tiefsinniges Werk über die Anbiederung des Künstlertums an die Macht und eine beeindruckende Studie über den Charakter und die emotionalen Abgründe eines Mitläufers.


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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen der umstrittene Roman in einer guten Ausgabe, 15. August 1999
Von Ein Kunde
In „Mephisto" stellt Klaus Mann die Karriere eines skrupellosen Schauspielers im Dritten Reich dar, der sich dem System anbiedert, um die Erfolgsleiter immer weiter empor zu steigen und dabei auch nicht davor zurückschreckt, seine Ideale zu verkaufen. Mann hat in diesem „Roman einer Karriere" die Geschichte des Schauspielers Gustaf Gründgens verarbeitet, auch wenn er am Ende des Buches schreibt „Alle Personen dieses Buches stellen Typen dar, nicht Porträts". Aus diesem Grund war „Mephisto" auch lange Zeit in der Bundesrepublik Deutschland umstritten und zeitweise verboten. Selbst das Bundesverfassungsgericht beschäftigte sich mit dem Fall, was in dieser Ausgabe auch dokumentiert wird. Die Geschichte an sich, ist interessant geschrieben und zeigt die Probleme von Schauspielern und Künstlern im Dritten Reich, da diese nur die Auswahl hatten, sich entweder mit dem System zu arrangieren oder ins Exil zu gehen. Der talentierte Schauspieler Henrik Höfgen (der Protagonist des Buches) geht den Weg, sich dem System anzubiedern und läuft damit sehr gut. Mann ist es mit diesem Buch gelungen, tatsächlich einen Typus von Personen darzustellen, die mit dem System mitgegangen sind, um ihren eigenen Vorteil zu ziehen. Eine sehr gute Darstellung, die man gelesen haben sollte, in einer gelungenen Ausgabe. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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