Jau, ihr Zombies und Maden! Das ist der absolute Klassiker des schlechten Geschmacks und DAS Referenzalbum
des Gore und Splatter Death Metals. Waren Carcass eher die Chirurgen, so sind Autopsy die Jungs mit dem Vorschlaghammer. Nachdem Chris Reiffert das Death Debut "Scream Bloody Gore" eingerumpelt hatte, hat er recht zügig eine neue Formation um sich geschart und mit dieser das durchaus beachtliche "Severed Survival" Album (1990) eingerumpelt. Wie so oft erschien diese Platte mit einem alternativen Cover für Deutschland, da die BPjS es wieder mal zu heftig fand.
Egal. Was macht "Mental Funera" so wichtig. Als erstes zu nenen, ist der unglaublich "fertige" Sound mit für damalige Verhältnisse unglaublich tiefen Gitarren, sehr pappigen Drums (einer DER Hauptkritikpunkte) und wirklich unterirdisch
gurgelnden Vocals. Über den Sound ist viel gestritten worden, ich fand aber schon damals, daß er sich wohltuend vom allgegenwärtigen und glattpolierten Morrissound / Scott Burns Einheitsbrei abgehoben hat und vor allem wie die Faust aufs Auge zum Atwort und den Songs des Albums passt. Ohne den schlammig schaurigen Klang, wäre die Platte nicht mal halb so beeindruckend.
Das Songwriting war extrem abwechslungsreich. Neben den üblichen Klopperpassagen, die herrlich unpräzise waren, regieren vor allem auch schleppende, quälende Doomeinlagen, die immer zum rechten Zeitpunkt wieder in Geprügel explodieren.
Die Atmosphäre ist extrem kaputt und erzeugt ein echtes Horroflim-Feeling. Der Opener ist eher schnell gehalten, der zweite Song flotter Midtempo - aber dann wird die fertige Atmo so richtig zelebriert, bevor es mit "Slaughterday" wieder richtig rund geht. "Dead" ist ein guter Ausklang der (damaligen) A-Seite, bevor es mit "Robbing The Grave" wieder richtig kaputt weitergeht. Der Song hatte auch seinerzeit aufgrund des Textes (Inhalt kann man sich ausmalen) für Aufsehen gesorgt, was man heute eher possierlich findet. Nennenswert sind vor allem noch das flotte "Bonesaw" und das abgrundtief böse "Dark Crusade".
Wer also mal den Urvater aller Gore Bands hören will und sich mal die ordentliche Zombie-Keule geben will, sollte mal ein Öhrchen riskieren (nicht nur im übertragenen Sinne). Wichtig!