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Menschenzeit: Zerstören oder gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten [Gebundene Ausgabe]

Christian Schwägerl
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

20. September 2010
Wie wir die Welt von morgen erschaffen

Der renommierte Wissenschaftsjournalist Christian Schwägerl (Der Spiegel) beschreibt, warum wir im „Anthropozän“, dem Zeitalter des Menschen, leben – in dem wir den Planeten Erde in atemberaubender Geschwindigkeit grundlegend verändern. Der Mensch erschafft neue Landschaften, greift in das Weltklima ein, leert die Meere, erzeugt neuartige Lebewesen. Die Grenzen zwischen Natur und Kultur verschwinden. Aus der Umwelt wird eine "Menschenwelt" - doch sie ist geprägt von Kurzsichtigkeit und Raubbau. Entwickeln wir nun die Reife, unsere Macht für eine lange Zukunft zu nutzen?

"Menschenzeit" beschreibt den steilen Aufstieg unserer Art, die Umweltkrisen von heute und Szenarien für die menschgemachte Biosphäre der Zukunft. Das Buch zeigt auf, warum sich vor allem die Menschen im Westen bewusst im Konsum mäßigen und zugleich die Kräfte der Wissenschaft neu mobilisieren müssen. Es gibt eine Chance für ein fruchtbares Zeitalter des Menschen - jetzt. "Menschenzeit" ist "eine Einladung an jeden Einzelnen, sich einer neuen Bürgerbewegung anzuschließen" (NDR), "ein subtiles, reflektiertes Mutmacherbuch" (Tagesspiegel), eine "atemberaubende planetare Vision" (FAZ).


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Menschenzeit: Zerstören oder gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten + Perspektiven einer nachhaltigen Entwicklung: Wie sieht die Welt im Jahr 2050 aus?
Preis für beide: EUR 32,94

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Riemann Verlag (20. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570501183
  • ISBN-13: 978-3570501184
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 129.358 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eines der intelligentesten Weltrettungsbücher seit Langem." (ZEIT Magazin Wissen)

"Christian Schwägerls Buch zeigt uns, wie wir Menschen unser Verhältnis zur Natur auf den Kopf stellen. Über Jahrtausende haben wir uns gegen die Übermacht der Natur zur Wehr gesetzt. Jetzt sind wir es, die langfristig bestimmen, was morgen und übermorgen Natur sein wird, was etwa mit Klima und Ozeanen geschieht. "Menschenzeit" ist ein intellektuell anspruchsvolles Buch und zugleich das Werk eines Vaters, der seinen Kindern erklärt, was mit unserer Erde passiert." (Achim Steiner, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP))

"Christian Schwägerl beschreibt brilliant, wie tiefgreifend wir Menschen die Erde verändern. Er erklärt, was es für unseren Alltag bedeutet, dass wir im Anthropozän leben, dem geologischen Zeitalter des Menschen." (Prof. Dr. Paul J. Crutzen, Nobelpreisträger für Chemie, 1995)

Über den Autor

Christian Schwägerl, geb. 1968, schreibt als Journalist über wissenschaftliche und ökologische Umbrüche sowie ihre Folgen für Politik und Gesellschaft. Der Biologe hat in seiner Laufbahn für führende Medien (GEO, Berliner Zeitung, FAZ, SPIEGEL) gearbeitet.

Für seine Publikationen hat er den "Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus" sowie den "Econsense"-Journalistenpreis der Deutschen Wirtschaft e.V. erhalten. 2010 erschien im Riemann Verlag sein erstes Buch "Menschenzeit".


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4.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach Ganzheitlichkeit 11. Januar 2011
Von Mimir
Format:Gebundene Ausgabe
Der niederländische Meteorologe und Nobelpreisträger für Chemie Paul Crutzen ist der Erfinder der 'Anthropozän'-Idee, auf der das Buch von Christian Schwägerl beruht. Schwägerl beschreibt, warum wir seiner Meinung nach in einer Menschenzeit leben, in der der Mensch den Planeten Erde vollkommen bestimmt.

Schwägerl schlägt in seiner einleuchtenden Analyse einen weiten Bogen von der Geologie über die Biologie bis zur Psychologie, der Philosophie eines Alexander von Humboldt, zu theologischen Fragestellungen und den Wirtschaftswissenschaften der heutigen Tage. Dabei thematisiert er die Wirtschaftskrise(n) wie die Umweltkrise(n), betrachtet eklatante Umweltveränderungen in dem Meeren, auf dem Land, in der Luft. Er zeigt beispielhaft und leicht nachvollziehbar die Auswirkungen der Technik auf Natur und das Denken. Der Mensch zerstört und gestaltet; »der Mensch macht Natur«; er kreiert und sieht sich selbst zunehmend als Schöpfer allen Seins auf diesem Staubkorn im unendlichen Weltall.

Konsequent fordert Schwägerl 'globale' Gleichheit. Doch wie sie erreichen? Seine Vorschläge der Veränderung fundieren ironischerweise auf einer bemerkenswerten Gut- und Technikgläubigkeit mit einem erstaunlich mechanistischen Weltbild. Seine Verehrung der Gentechnik ist absolut fern einer Öko-Romantik. Weitere Postulate: Deutschland soll seine Ausgaben für Militär und Soziales kürzen, um Schulden abzubauen; das Klima soll mit Designer-Gasen beeinflusst werden; er sieht den Jugendstil als »Ahnung einer biotechnischen Welt, in der Natur und Mensch sich versöhnen.« Für den Autor gibt es folglich zum »Menschen als globalem Gärtner« keine Alternative. Er propagiert einen Biofuturismus. Doch schon Einstein meinte, dass man ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen kann, die zu seiner Entstehung beigetragen haben.

Schwägerl definiert einen neuen Freiheitsbegriff, fordert Mäßigung, Bescheidenheit, Demut und Selbstbeschränkung. Doch wie schafft der gereifte Primat die geistige und kulturelle Wende? Daimler, BMW und Audi jubeln über die weltweit wachsende Nachfrage nach Oberklasseautos. Nach Schwägerl ein Symptom »primitiver Männlichkeitsinstinkte, kombiniert mit primitiver Verschwendung«. Aber wie ändern wir uns? Darauf gibt Schwägerl in seinem lesenswerten Buch leider keine überzeugende Antwort. Auch wenn viele Menschen in Stuttgart erste hilfreiche Signale senden.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Bald leben 9 Milliarden Menschen auf der Erde und alle wollen einen Lebensstandard wie im Westen. Wir alle haben unseren Planeten weiterentwickelt, sind außerhalb von Regelkreisläufen der Natur getreten, mit der Gefahr, von dieser Natur wie eine lästige Fliege erschlagen zu werden. Christian Schwägerl schildert diese Eingriffe und wir fühlen dank der mittlerweile mitten in der Gesellschaft angekommenen Protestbewegung der Grünen die dramatische Relevanz der geschilderten Probleme nocheinmal nach, nicht ohne das Gefühl, alles schon tausenmal gehört, aber keine Lösungen parat zu haben. Schuld daran ist unsere ökonomische und politische Gegenwartspräferenz, wer hätte uns als Jäger, der immer kurz vor dem Verhungern stand, etwas anderes zugedacht? Kein Wunder, dass wir die letzten 200 Jahre rasanten Wachstums ausgenützt und satt-sam genossen haben, waren wir doch Tausende von Jahren vorher nur am Rande des Überlebens gestrandet. Aber das reicht in Zukunft nicht mehr.

"Zum Kult des Jetzt gehört es, die Unsicherheiten immer höhere finanzieller und ökologischer Schulden aufzunehmen." Heute gibt es den Bankrott der Regenwälder ebenso wie den Bankrott der Banken, man spürt: irgendwie haben alle fertig. Christian Schwägerl analysiert dieses Fertig-System aus kurzfristigen Profit- und Egointeressen, Fertigprodukten und Schulden, er zeigt die sich ankündigende Katastrophe, niemand will ihm hier ernsthaft widersprechen. "Nicht nur das amerikanische Immobiliengeschäft, die gesamte heutige Wirtschaftsweise beruht auf faulen Krediten...Wir sitzen auch nach den staatlichen Rettungsaktionen auf einem Mount Everest von faulen Krediten." Der Autor zeigt die leeren Meere, die leeren Regenwälder und unsere eigene innere Leere, wenn es darum geht, langfristige Perspektiven zu antizipieren.

Vor diesem Hintergrund ist sein anschließender Aufruf zum Umdenken mehr als begründet, es werden konkrete Maßnahmen der Änderung diskutiert, nicht aus einem klischeehaften Naturverständnis, sondern aus moderner, wissenschaftlicher Sicht. "Jetzt, da neuen Milliarden zusammenleben wollen, steht der größte Intelligenztest der Geschichte bevor: zum Züchter einer dauerhaften Welt zu werden, in der er schöpferisch statt zerstörerisch lebt." Spannend liest sich das Kapitel über die eigentliche Entwicklung der Menscheit hin zum land-wirtschaftenden Wesen, das Überfluss produziert. Überraschend für mich war die Einsicht, dass landwirtschaftliche Forschung über Ackerbau etc. viel zu lange vernachlässigt wurde und heute zentral in den MIttelpunkt des Forschungsinteresses gestellt werden muss. Dem Zusammenbruch afrikanischer Bauern durch viel zu billige Grundnahrungsmittel aufgrund von Massenproduktionen unvorstellbaren Ausmaßes gilt es heute mit ökologischen Anbauweisen und Einsichten entgegenzuwirken. "In Entwicklungsländern zeigt es sich, dass der als unproduktiv verpönte Öko-Landbau deutlich höhere Erträge als die industrielle Landwirtschaft erlaubt."

Der Weltorganismus, auf Ausgleich bedacht und Regelkreisläufe, wurde durch die Menschen insbesondere auch aufgrund des christlichen Weltbildes zerstört, damit "...ein Denken in den Weg gestellt, das die materielle Welt verächtlich macht, um sie hemmungsloser ausnutzen zu können. Die Erwartung einer Apokalypse, bei der Gott die Erde zerstört, hat zur ganz ungöttlichen Erdzerstörung beigetragen. Das Denken, dass das Ende ohnehin nahe ist, hat den Ressourcenverbrauch erleichtert." Dem Autor gelingt ein umfassender Blick auf unsere banale Konsum- bzw. Egokultur im Spannungsfeld zwischen Religion und nicht mehr hinterfragbarem Wachstum. Wissenschaft darf sich nach seinem Empfinden nicht nur um sich selbst drehen, sondern muss heute insbesondere auch ethische Werte einspeisen, sie muss uns Wege zeigen aus einer XXXXXXL-Gesellschaft, deren Otfried Fischer Werbe Gesabber niemand mehr hören kann.

Schwägerl versteht dieses Buch als Aufruf zur Umkehr, er glaubt an die Möglichkeit des Noch-Zeit-Guthabens zur Optimierung. Eine verschlankende Gesellschaft muss Abschied nehmen von der Verdinglichung von Dingen, die immer mehr Sollbruchstellen aufweisen und in immer schnelleren Rhythmen gekauft werden müssen, sie muss in Regelkreisläufen natürlich auf Pflege, Sorgfalt und Wiederverwendung gerichtet sein. Ich selbst empfinde dies ebenso und kann die XXXXXXXL-Aufrufe zum Kauf von Produkten nicht mehr hören, deren Lebenszeit dem der Eintagesfliegen ähneln. Die fiktive Wanderung des Autors im Kapitel "Aktionspotentiale" kommt auch an den Punkt des Hungers und fasst eine zentrale Erkenntnis heutigen Wissensstandes zusammen: "Esst Nahrung nicht zu viel und überwiegend Pflanzen." (Michael Pollan). Keine Fertiggerichte, sondern frische, natürliche Substanzen sollen gegessen werden, bei denen man darüber nachdenken könnte, wofür 18% der Agraranbaufläche in Amerka verwendt werden: für Zucker bzw. das Süssen von Limonaden etc.

Wer könnte schon sagen, ob es zu spät ist, aus dieser Welt auszubrechen, sie zu verändern: "die überzuckerte, ölgetränkte, reizüberflutete Billigwelt." In jedem Fall lohnt sich die optimistisch appellierende Weltsicht des Autors, es gibt meines Erachtens dafür keine Alternative: "Die Menschen lernen durch neurobiologisches Wissen und durch Meditation, die Anschläge auf ihre Belohnungssystem abzuwehren, die Zerstreuungsindustrie ins Leere laufen zu lassen und die Substitution von Sein durch Produkte zu unterbrechen." Es wäre schön, wenn die Menschheit in diesem Sinne kulturell und mental auf die Erde heimkehrt, abseits unsäglicher Jenseitsversprechen sozusagen den Himmel in sich selbst entdecken würde. Ein wirklich lesenswertes Buch, bei dem mir nur ein Punkt gefehlt hat: das sich "gegenseitig in das Wissen setzen" durch kooperative Formen des Informationstransferns über das Internet, einem neuen Superhirn, das von allen für alle immer schneller, verhaltensrelevanter, globaler denken kann.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Argumente-Sammlung 7. Dezember 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Ein sehr nützliches Buch mit vielen, konkreten Beispielen und gut geschrieben - daher 5 Sterne. Doch solche Appelle und Bücher gibt es viele. Warum aber ändert sich so wenig? Dieser Frage geht ja 'KNOW-WHY: Chancen für eine bessere Welt' nach. Die Fachwelt ist sich kurioserweise ziemlich einig, dass die Welt viel besser, ökologischer, friedlicher, wohlhabender sein könnte. Im Grunde sehe ich drei Kräfte, die zu einem Wandel führen können:
1. die Einsicht von Managern und Politikern nach Lesen von Büchern wie diesem oder auch nur den tollen Filmen (HOME, Koyaanisqatsi etc.). Das ist der schon fast unmögliche Hebel, da diese rein in Konkurrenz zum Konservativen handeln.
2. die Aufklärung der Bevölkerung durch die Medien. Das allein bringt auch nicht viel. Selbst in den USA ist ein Großteil der Bevölkerung durch den ökologischen Touch von CNN aufgeklärt und doch ändert sich wenig, da dort wie überall auf der Welt auch jeder einzelne von uns in seinem Streben, etwas zu ändern, in Konkurrenz zu Konservativem aus seinem Umfeld steht. (und noch einiges mehr ')
3. eine konzertierte, vielschichtige Entwicklung, mit Opinion-Leadern, die Druck auf die Nachfrage (Politik, Produkte) auslösen - was erst einmal nur Trend wäre - und durch eine neue Generation Aufklärung über die Zusammenhänge erst nachhaltig würde. Möglicherweise bedarf es noch weiterer Katastrophen, eh dem Ganzen geglaubt wird. Es hat nämlich auch eine gut organisierte Gegenseite, die diesen Wandel verhindern will, wie wir nicht nur in den USA, sondern gerade in diesen Tagen auch in Deutschland erleben.
Die Verantwortung und Möglichkeit haben wir, wie von C. Schwägerl beschrieben, alle. Nur müssen wir begreifen, warum der einzelne eben nicht den Wandel anstößt - sei es, dass er erst sozialpsychologische Hürden in seinem Umfeld oder Konkurrenzsituationen auf dem Markt oder der Politikbühne zu überwinden hat.
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