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Menschenwürdig sterben: Ein Plädoyer für Selbstverantwortung
 
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Menschenwürdig sterben: Ein Plädoyer für Selbstverantwortung [Taschenbuch]

Walter Jens , Hans Küng
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2 (Mai 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492258522
  • ISBN-13: 978-3492258524
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 227.590 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Walter Jens
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wie möchte man sterben, wenn man dies mitbestimmen kann? Kann man mitbestimmen, darf man mitbestimmen, gar selber bestimmen?« Hans Küng »Aber er leidet. Er leidet wirklich. Unzumutbar? Er kann es mir nicht sagen. Er hat keine Sprache mehr. Wie also soll ich helfen?« Inge Jens

Kurzbeschreibung

Hans Küng hat vor vielen Jahren gemeinsam mit Walter Jens ein Buch zum Thema Sterbehilfe vorgelegt, nicht ahnend, dass dieses Thema zentral für das persönliche Schicksal seines Freundes und Mitautors werden würde. Aktualisiert und erweitert, mit einem Text von Inge Jens, ist es nun weit mehr als ein Buch über Sterbehilfe: ein bewegendes, vom persönlichen Schicksal geprägtes und aufklärendes Buch über den Umgang mit dem eigenen Tod mitten im Leben.

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31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In dem vorliegenden Buch > Menschenwürdig sterben < kommt u.a. der Kinderarzt Dietrich Niethammer zu Wort. Er definiert seine Rolle als Arzt mit den Worten:

> manchmal heilen, häufig lindern, immer trösten! <

Man könnte diese Hinweise als Quintessenz über das gesamte Buch mit Beiträgen von Theoretikern und Betroffenen stellen. Doch sind die Tugenden, die hier gefragt sind, die schwersten in Ausübung tatkräftiger Hilfe, die Helfende oft zu Hilflosen macht, wenn es darum geht, Sterbende und Leidende bis in den Tod zu begleiten.

Aktuell ist die Demenzerkrankung von Walter Jens, dem bekannten Tübinger Professor für Rhetorik, Anlass für eine Neuveröffentlichung des Buches von 1995, in dem sich die Autoren Walter Jens und Hans Küng des brisanten Themas >Sterben in Würde< annehmen. Beide Autoren haben sich in ihren damaligen Ausführungen für die Selbstverantwortung ausgesprochen, wenn Betroffene einen vorzeitigen Tod herbeiwünschen und ihn auch vollziehen möchten.

Inzwischen haben die Aussagen von damals durch die Erkrankung von Walter Jens tragische Aktualität bekommen.
In einem Anhang berichtet Frau Inge Jens über die sehr persönlichen Abmachungen, die sie mit ihrem Mann für den Fall unheilbarer Krankheit oder Demenz getroffen hatte.
Nun, mit ihren so unerwarteten und unvorstellbaren Erfahrungen, gesteht sie ihre Hilflosigkeit und Ratlosigkeit, die alle getroffenen Abmachungen infrage stellen.

Das Dilemma unseres Verhaltens im Angesicht von Sterben und Tod ist tief und für die meisten von uns nur schwer zu erfassen. Wo fängt die Verletzung der Würde an, und wo wird die Selbstbestimmung von der Fremdbestimmung überlagert?

Von den Autoren wird die Angst vor der Apparatemedizin angesprochen, die Angst vor der Verlassenheit beim Sterben, die Hilflosigkeit der Begleitpersonen und die Angst vor dem eigenen Tod. Zugleich werden die rechtlichen Seiten beleuchtet, mit deren Hilfe Grenzüberschreitungen verhindert werden sollen.
In diesem Buch werden fast alle einschlägigen Fragen aus juristischer, theologischer und medizinischer Sicht aufgeworfen, ohne dass es wirklich schlüssige Antworten gäbe.
Das Thema geht uns alle an. Hier werden Denkanstöße geboten, sich wieder und wieder mit dem Tod und Sterben von Angehörigen, Freunden, im schlimmsten Fall von Kindern und dem eigenen Tod zu befassen.
Es bleibt allerdings fraglich, wie Gesetze aussehen sollten, in die alle Beweggründe für Einzelentscheidungen einfließen könnten.

Die Ausführungen der Autoren zeigen uns, dass es keine Aufgabe der Fraktionen von Recht, Medizin und Theologie alleine sein kann, wie der Tod erlebt und erlitten wird, sondern dass die Gesellschaft als Ganzes gefragt ist. Dazu gehört eine offene Diskussion auf allen Ebenen von gesellschaftlicher Relevanz, in der insbesondere der je individuellen Möglichkeit von Sterben und Tod Rechnung getragen wird. Niemand sollte sich anmaßen, über den anderen und dessen Vorstellungen für das eigene Sterben zu bestimmen: es kann nur die individuelle Hilfe im Einzelfall geben, und die sollte sich bestenfalls an den Maßstäben der Barmherzigkeit orientieren.
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Menschwürdig sterben"! Ein Thema für alle und jeden - und ein Buch für alle und jeden. Bereits 1995 haben sich der Philologe und Schriftsteller Walter Jens und der Theologe Hans Küng mit diesem Thema auseinandergesetzt. Sie haben seinerzeit auch mit einem Mediziner und einem Juristen darüber diskutiert.

War es damals schon eine bewegende, sehr nachdenklich machende Lektüre, so hat jetzt hat dieses Buch als Neuauflage durch die Demenzerkrankung von Walter Jens an Aktualität und Brisanz gewonnen.

Wir alle kennen, sei es aus den Medien, sei es durch eigene Anschauung, mehr noch vielleicht durch eigenes Miterleben und -leiden die Fragen, die sich in Zusammenhang mit einem selbstverantworteten Tod stellen. Walter Jens und Hans Küng haben nicht nur Antworten gegeben, sondern sich eindeutig und ohne Wenn und Aber für eine Sterbehilfe entschieden: dafür, dass dem leidenden Menschen auch im Sterben seine ihm vom Grundgesetz garantierte Würde gewahrt bleibt, dass ihm ein selbstverantwortetes Sterben ermöglicht wird. Der Theologe, der Schriftsteller, der Arzt und der Jurist - sie alle plädieren aber auch dafür, dass dieses selbstverantwortete Sterben sich nicht im gesetzesfreien Raum bewegen darf. Hier ist die die Politik gefragt, die die Rahmenbedingungen dafür schaffen muss.

Eindeutig wird allerdings jeglicher konservativer Haltung Seitens der Kirchen und jeglicher kommerzieller Sterbehilfen eine Absage erteilt.

Über die rationalen Gegebenheiten hinaus hat dieses Buch einen stark emotionalen Aspekt. Jeder Leser, ob alt oder jung wird sich angesprochen fühlen (müssen). Irgendwann ist der Zeitpunkt da, wo uns dieses Thema in unserer Existenz berührt.

So sind diese Texte von damals heute verstärkt aktuell, die Empfehlungen mehr als gültig.

Wie sehr, zeigt der Text von Inge Jens, der Frau des demenzkranken Walter Jens. Er berührt sehr, macht hilflos und hat doch seinen Trost. Auch wenn auch Inge Jens, genauso wenig wie seiner Zeit Walter Jens und Hans Küng nicht alle Fragen beantwortet haben (kann).

Als Argumentationshilfe, als Plädoyer für Selbstverantwortung, als Richtschnur für eigenes Handeln ist dieses von unersetzlichem Wert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
dessen Sterben ein langer qualvoller Prozess ist, wer wäre da zu Urteilen wenn einer aktive Sterbehilfe als sinnvoll erachtet um dem Leiden eine Grenze zu setzen? Warum ginge der Mensch nach einem gelebten Leben nicht auch seinen letzten entscheidenden Weg in Selbstverantwortung? Der Mensch komme nicht aus dem Nichts und gehe deshalb im Tod nicht ins Nichts liest man in H. Küng's Meditation "Auferweckung zu neuem Leben". Er plädiert in den Thesen zur Sterbehilfe dafür den leidenden Menschen und seine Würde in den Mittelpunkt zu stellen.

Hans Küng's Co-Autor Walter Jens ist inzwischen ist an Demenz erkrankt weshalb dessen Frau in - Ein Nach-Wort in eigener Sache - ebenfalls eine Stimme erhält.
Die Stellungnahmen von Arzt, Jurist mit anschliessender Podiumsdiskussion zeigen ernst zu nehmende Pro's und Contra's auf resp. in welchem gesetzlichen Rahmen Sterbehilfe durchführbar sei.

Das Buch geht weit über das Thema "Sterbehilfe" hinaus, thematisiert Sterben und Tod in all seinen Facetten, leuchtet Verdrängtes aus, weckt Nachdenklichkeit, wirft Fragen auf.
Einmal mehr ein Buch mit "Tiefgang" - lesenswert auf alle Fälle!
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