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Menschenwürde an den Grenzen des Lebens
 
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Menschenwürde an den Grenzen des Lebens [Taschenbuch]

Ulrich Eibach
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 215 Seiten
  • Verlag: Neukirchener (25. Oktober 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3797500017
  • ISBN-13: 978-3797500014
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,8 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.946.070 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die technischen und therapeutischen Fortschritte der Medizin haben in den letzten Jahrzehnten eine rasante Geschwindigkeit angenommen. So viel Begrüßenswertes zum Wohl des kranken und leidenden Menschen mit dieser Tatsache verbunden ist, so sehr gilt doch auch, dass die ethischen Herausforderungen der modernen Medizin enorm gewachsen sind. Die klassische ärztliche Standesethik -- so wichtig sie bleibt -- ist dabei an ihre Grenze gelangt. Ärztliche Standesethik hat sich so in eine umfassende medizinische/biomedizinische Ethik verwandelt, oft integriert in eine noch weitere Bioethik. Mit ihren Problemen ist der Autor nicht nur als theologischer Ethiker an der evangelischen Fakultät der Uni Bonn konfrontiert, sondern vor allem auch ganz konkret: Seit 1981 ist er Klinikpfarrer an den Unikliniken dieser Stadt.

So zeichnet sich Eibachs Einführung in Fragen der Bioethik durch große Sachkompetenz und profilierte Christlichkeit aus. Und: Der Band ist tatsächlich als Einführung geeignet, denn er ist sehr gut lesbar. Aus stark überarbeiteten Vorträgen entstanden, hilft Eibach dem Leser, indem er in dem unübersichtlichen und verwirrenden Feld der bioethischen/medizinethischen Fragen immer wieder grundlegende Orientierungen gibt, die sich wie ein roter Faden durch den Band ziehen: Bioethische Herausforderungen im Kontext des Wertewandels, ein christlich konturierter Begriff der Menschenwürde, die allen Menschen eignet, gegen einen leistungsorientierten, der gerade die Schwächsten einer Gesellschaft (Schwerbehinderte, Sieche, Sterbenskranke und Ungeborene), bis zur Infragestellung ihres Lebensrechts gefährdet, entsprechend eine Ethik der Würde gegen eine Ethik der Interessen, der Vorrang einer Ethik der Fürsorge und des Wohlergehens vor einer Ethik der bloßen Autonomie und der medizinischen Dienstleistung. Allen, die eine lesbare Einführung in Probleme der Bioethik von Präimplantationsdiagnostik bis Sterbehilfe aus christlicher Sicht suchen, sei dieses Buch nachdrücklich empfohlen. --Martin Brüske

Wissenschaft-Online

Selten sind Naturwissenschaft und Technik im öffentlichen Diskurs in der Bundesrepublik derart präsent gewesen wie in der gegenwärtigen Debatte um die Biotechnologie. Zweifelsohne rührt dies zu einem großen Teil daher, dass namentlich mit der Präimplantationsdiagnostik (PID) und der Stammzellenforschung, die im Mittelpunkt der Diskussion stehen, zentrale und nach wie vor höchst umstrittene Fragen nach Wesen und Würde des Menschen sowie nach dem Beginn menschlichen Lebens berührt sind. Ulrich Eibach, Professor für systematische Theologie und Ethik in Bonn und Beauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland für Fortbildung und Fragen der Ethik in Biologie und Medizin, beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit der medizinischen Ethik. Dass sein Ende 2000 aufgelegtes Buch, das zu weiten Teilen auf Vorträgen basiert, die Eibach in den vergangenen fünf Jahren gehalten hat, binnen kurzer Zeit eine derartige Aktualität erlangen würde, konnte der Verfasser freilich kaum ahnen. Umso mehr verdienen Eibachs Argumente in der gegenwärtigen Diskussion Beachtung. Eibachs Ausgangspunkt ist sein Plädoyer für eine „Ethik der Würde“, die er mit Theologen wie W. Huber der „Ethik der Interessen“ und utilitaristischen Nützlichkeitskalkülen entgegensetzt. Zu Recht hebt der Autor dabei wiederholt hervor, dass es sich bei der Menschenwürde nicht um ein Konzept handelt, das von empirischen Gegebenheiten abhängig gemacht werden kann, sondern um eine transzendente Größe, „die jedem Leben unverlierbar deshalb zukommt, weil es in genetischer Hinsicht menschliches Leben und Glied der Gattung Mensch ist“. Dabei weiß sich Eibach nicht nur in Übereinstimmung mit der christlichen Lehre, sondern durchaus auch in der Tradition der Kantischen Ethik. Nur am Rande sei erwähnt, dass auch das Bundesverfassungsgericht letztlich einem transzendeten, nicht empiristischen Würdebegriff verhaftet ist, wenn es im ersten Abtreibungsurteil aus dem Jahre 1975 ausführt: „Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu.“ Dass mit einem solchen Menschenwürdekonzept weit reichende Folgen in Form von Grenzen für das menschliche Handeln verbunden sind, braucht nicht eigens betont zu werden. Exemplarisch sei hier nur das Beispiel der verbrauchenden Embryonenforschung genannt, die Eibach auf Grund der Würde, an der der Embryo vermöge seiner genetischen Disposition als Glied der Gattung Mensch teil habe, für ethisch nicht vertretbar hält, da sie mit einer Instrumentalisierung menschlichen Lebens ﷓ wenn auch aus beachtenswerten Motiven ﷓ einhergehe. Die Debatte um die Biotechnologie geht weiter. Die Politik wird gut daran tun, den Argumenten besorgter Theologen, Philosophen und Juristen Gehör zu schenken. Die Idee der Menschenwürde, die sich gerade auch dem Schutz der schwächsten Glieder der Gesellschaft verpflichtet weiß, hat es verdient! Rezensent: Markus Rau


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Menschenwürde in Gefahr 16. April 2002
Von "mueck"
Dem Verfasser dieses Buches ist eine sehr kompetente und differenzierte Darstellung bioethischer Fragen zu Grenzbereichen der modernen Humanmedizin gelungen. Im Mittelpunkt steht die Diskussion der Rechte von Patienten, die nicht (mehr) selbstbestimmt handeln können, wie z.B. Ungeborene, Komatöse und schwer Demenzkranke. Die Lektüre des Buchs legt den Schluss nahe, dass in unserer Gesellschaft, die stark auf die Selbstverwirklichung des Individuums ausgerichtet ist, nur noch eine von christlichem Gedankengut bestimmte Ethik imstande ist, die Rechte dieser Menschen ausreichend zu schützen. An der medizinischen Praxis orientierte Auffassungen wie z.B. die Position der Bundesärztekammer bleiben hingegen weitgehend unbefriedigend.

Nach meiner Meinung ist es jedoch schade, dass der Autor den für die Problematik des Buchs zentralen Begriff der Menschenwürde ausschließlich aus dem theologischen Argument der „Gottesebenbildlichkeit“ herleitet, dem sich die in unserer Gesellschaft immer zahlreicher werdenden Nicht-Christen in den meisten Fällen wohl nicht anschließen können. Daraus ergibt sich die Gefahr, dass der dringend notwendige Schutz des menschlichen Lebens in allen seinen Stadien im außerkirchlichen Zusammenhang nicht mehr zwingend begründet werden kann.

Dies dürfte Wasser auf die Mühlen von utilitaristischen Philosophen vom Schlage eines P. Singer sein. Deren Positionen eröffnen Menschen, deren Selbstbestimmung stark eingeschränkt ist, bekanntlich wenig erfreuliche Lebensperspektiven. Wenn sich unsere Gesellschaft den in Eibachs Buch angesprochenen Fragen nicht verantwortungsvoll stellt, steht in nicht allzu ferner Zukunft zu befürchten, dass wir alle im Totenschein die selbe Todesursache attestiert bekommen:

„Tod durch Vorenthalten der Nahrung bzw. Abschalten der lebenserhaltenden Systeme aus ökonomischen Erwägungen“.

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