Pressestimmen
»Dieser Band versammelt mehr als siebzig kommentierte, zum Teil erstmals übersetzte Quellentexte aus den vergangenen 220 Jahren. Neun Sektionen - unter anderem »Erziehen«, »Kontrollieren«, »Messen«, »Vernichten« - bilden ein gewaltiges wissenschaftsgeschichtliches Panorama. ... Ohne die kritischen Diskurse Michel Focaults zur Wissensproduktion oder Giorgio Agambens zur Biopolitik wäre dieser eindrucksvolle Band kaum denkbar.«
(Thomas Medicus
Die Welt )
»Der vorliegende Band ist eine wervolle Informations- und Reflexionsquelle für Philosophen, Anthropologen, Pädagogen, Psychologen und Juristen. Darüber hinaus enthalten die Texte viele Anregungen für Theologen, Biologen sowie Sozial- und Bildungspolitiker. Verschiedene Texte der jeweiligen Sektionen sind hervorragend für Lehrplaneinheiten im Geschichts- und Gemeinschaftskundeunterricht der gymnasialen Oberstufe geeignet.«
(Gottfried Kleinschmidt
Universitas )
»Ein besonderes Verdienst der Anthologie liegt darin, dass die 73 ausgewählten Texte nicht einfach chronologisch, sondern topisch angeordnet sind. Die Ordnungskriterien werden dabei nicht von wissenschaftlichen Disziplinen, sondern von epistemischen Praktiken geliefert. ... Die daraus resultierende Textsammlung stiftet neue überraschende Zusammenhänge und macht die Anthologie zu einem Lese- und Blätterbuch, mit dem man nicht so bald fertig wird.«
(Stefan Willmer
NTM- Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin )
Kurzbeschreibung
Der Band präsentiert, zum Teil erstmalig ediert oder übersetzt, etwa 70 Berichte und Kommentare zu Versuchen am Menschen von der Aufklärung über die NSZeit bis zur Gegenwart. Somit liegt erstmals ein Kompendium mit kommentierten Quellentexten vor, das das überaus kontrovers diskutierte Thema der Menschenversuche umfassend dokumentiert. Entfaltet wird ein Panorama experimenteller Praktiken in Medizin, Psychologie, Pädagogik und Sozialwissenschaften, das deutlich macht, wie eng die Versuchsanordnungen mit historisch spezifischen Menschenbildern und Gesellschaftsmodellen verknüpft sind. Menschenversuche – Skandalthema und gängige Wissenschaftspraxis zugleich – werden so in ihrer kulturhistorischen Dimension greifbar. Die Herausgeber arbeiten seit 2003 in der interdisziplinären DFG-Forschungsgruppe »Kulturgeschichte des Menschenversuchs« an der Universität Bonn.