Ich habe "Menschenspuren" zufällig bei einem Bekannten entdeckt. Eigentlich lese ich sonst kaum Science fiction, aber das Titelbild hat mich irgendwie angesprochen. Es wirkt sehr melancholisch und spiegelt eine sehr ferne Zukunft wieder.Ich war überrascht, als ich die Lektüre begann. Vor allem die Schilderungen der Landschaften und der darin lebenden Menschen sind plastisch und gut gelungen. Obwohl natürlich auch "Science" vorkommt, liegen die Schwerpunkte eher bei den Charakter- und Milieubeschreibungen. Und dass die Frauen im Durchschnitt besser als die Herren der Schöpfung abschneiden (hurra!) hat mich doch ein wenig verblüfft. Auch die Hauptfigur des Romans ist weiblich, eine achtzehnjährige Antiheldin, ein schlichtes Bauernmädchen, das sich mit einem kopfgesteuerten Besserwisser vom andern Stern herumärgern muss. Wie sich die beiden gegenseitig auf die Nerven gehen, aber dazu verdammt sind, Tücken und Gefahren während ihrer Wanderung in die Vergangenheit gemeinsam zu meistern, ist stellenweise urkomisch (obwohl daraus - leider? Gott sei Dank? - keine!!! Love Story wird).
Die Handlung plätschert anfangs so dahin, aber mit zunehmender Dauer wirds dann doch recht spannend. Es gibt dann auch einige Überraschungen sowie einen richtigen Knalleffekt am Schluss. Erst da habe ich bemerkt, wieviel Psychologie in die Handlung eingearbeitet ist. Wie gesagt: Ich kann nicht beurteilen, ob dass ein typischer Science Fiction-Roman ist. Es könnte auch so etwas wie ein Öko-Roman sein, aber ohne moralischen Zeigefinger. Auf jeden Fall bereue ich es nicht, ihn gelesen zu haben.