Die Bücher der Krimireihe um die beiden Sonderkommissare der SK 66 wurden mit jedem Teil nicht nur länger, sondern auch besser. Hatte ich beim "Schädeltypographen" noch einiges auszusetzen, überraschte "Der Luzifer-Plan" mit konsequenteren Einfällen und besserem Ende. "Die Menschenscheuche" allerdings gefällt mir eindeutig am Besten und das hat nichts damit zu tun, dass die Geschichte diesmal in meinem Heimatland Österreich spielt. Ich möchte sogar behaupten, dass der aktuelle Thriller der ernsthafteste, in gewisser Weise dramatischste - der drei Bände ist. Natürlich wurde der einzigartig sarkastische Schreibstil der beiden Autoren beihalten, andererseits - so kommt mir vor - wird dennoch weniger geblödelt als in den beiden Vorgängern, integriert sich zumindest besser in die Storyline. Hier stimmt einfach alles: Ein toller Einstieg, abwechslungsreiche Ereignisse während des Lesens (u. a. Einblicke in das private Treiben der Verwandten von Meister Grosch), Charaktere mit witzigen Macken ("bittesehr, bittegleich"), kuriose Getränke jenseits aller Vorstellungen ("Schreiende Paralyse") und ein Ende, dass sogar noch Freiraum für persönliche Spekulationen bietet. Hoffentlich war dies nicht der letzte Grosch/Passfeller-Thriller. Ich würde mich freuen noch einmal in seltsame Geschehnisse eintauchen und mich mit der SK 66 amüsieren zu dürfen; diesmal vielleicht jenseits der 500 Seiten Grenze (auf bestem Weg dazu sind wir ja!). Fraglich natürlich, ob ein eventuell vierter Teil noch besser werden kann, als "Die Menschenscheuche" - ich bin gespannt. Fazit: Uneingeschränkt empfehlenswert, für Fans sogar Pflichtlektüre!