Reinhard Meys "Menschenjunges" stammt aus Ende der 70'er Jahre und wirkt im Nachhinein für Meys Verhältnisse ein wenig unbeholfen. Darin liegt aber vielleicht auch der Reiz der CD. Die Textzeilen sind hier und da noch nicht mit den gewohnten Spitzen bestückt, aber man erkennt doch schon an einigen Stellen den ihn kennzeichnenden Witz. Ein Lied ragt allerdings deutlich heraus und dürfte auch vielen Hörern ein Begriff sein: "Ein Antrag auf Erteilung eines Antragformulars", in dem der ewig junge Kampf mit den Mechanismen der Verwaltung auf feinste Art beschrieben wird. Deutlich wird auch der Bezug zu Meys persönlichem Leben in den Liedern "Menschenjunges" und "Ihr Lächeln". Gekonnt jongliert er in dem Stück "Wem Gott die rechte Gunst erweisen will" mit Städtenamen. Erstaunlich ist, daß gleich in mehreren Liedern über das Älterwerden philosophiert wird ("Mein erstes graues Haar", "All' meine Wege" und "Eh' meine Stunde schlägt"). Insgesamt läßt sich die CD gut hören, wenn auch nicht gerade die großen Klassiker auf ihr zu finden sind. Echte Fans werden sie zurecht in ihren Regalen stehen haben, für neue Reinhard Mey-Sympathisanten ist sie etwas gewöhnungsbedürftig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)