Endlich mal ein wissenschaftlich fundiertes, praxisnahes Buch zu dem wichtigen Thema Personalauswahl und Mitarbeiterbeurteilung, dessen Lesen zudem wirklich Vergnügen bereitet.
Obwohl das Vorwort von Prof. Sarges den wissenschaftlichen Ansatz der Veröffentlichung unterstreicht, macht die gelungene Schreibweise des praxiserfahrenen Autors das Buch zu einem echten Krimi, den man nicht mehr aus der Hand legt. Obwohl ich das Buch an nur einem Wochenende durchgelesen habe, nutze ich es immer wieder zum Nachlesen.
Kurz zum Inhalt: Das Beurteilungsverhalten bei der Bewerberauswahl und der Mitarbeiterbeurteilung wird stets nachvollziehbar und an der eigenen Person nachprüfbar beschrieben. Das hiermit gleichsam auch Führungsdefizite gelassen zur Sprache gebracht werden, ist ein weiterer Pluspunkt, da der Autor sehr geschickt vorgeht und den Leser nicht belehren will. Dabei schreibt der Autor stets sehr praxisnah und gut aufbereitet. Das Buch ist ein wertvoller Ratgeber nicht nur für die für interne und externe Personalauswahl Verantwortlichen, sondern ebenfalls für jede Führungskraft mit Personalverantwortung. Bemerkenswert ist, dass nicht nur der unerfahrene, sondern ebenso der erfahrene Interviewer einen Nutzen aus den Ausführungen ziehen kann! Stets findet sich der Leser in seinem (Beurteilungs-) Verhalten bestätigt (positiv oder negativ) und erhält die Möglichkeit, sich selbst zu überprüfen.
Die gelungenen Zusammenfassungen am Ende der Kapitel, sowie die vielen treffenden Zitate runden den positiven Gesamteindruck perfekt ab.
Sehr informativ, da gut recherchiert, ist das umfangreiche, sehr gut zusammen gestellte Literaturverzeichnis.
Auch mir hilft dieses Buch dabei trotz (oder wegen?) meiner langjährigen Erfahrung in der Personalbeurteilung und -auswahl meinen eigenen Erfahrungshorizont neu zu überdenken und zu erweitern.
Wir werden dieses Buch in unserem Unternehmen als Pflichtlektüre empfehlen, da es m.E. auch geeignet ist, um gestandenen Führungskräften der Linie dieses wichtige Thema in Erinnerung zu rufen und diese zu motivieren, sich selbst und ihren Führungsstil sowie ihr Menschenbild kritisch zu hinterfragen.
M. E. nicht nur bereits jetzt ein Klassiker (Hamburger Abendblatt), sondern ein Muss für jeden mit Personalentscheidungsbefugnissen ausgestatteten Mitarbeiter.
Es bleibt zu hoffen, dass viele (Personal-)Entscheidungsträger dieses Buch lesen. Ich wünsche mir mehr derartige Publikationen zu diesem Thema.