Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Menschen im Hotel
 
Größeres Bild
 

Menschen im Hotel

Greta Garbo , John Barrymore , Edmund Goulding    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Produktinformation

  • Darsteller: Greta Garbo, John Barrymore, Joan Crawford
  • Regisseur(e): Edmund Goulding
  • Komponist: Herbert Stothart
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0), Spanisch (Dolby Digital 1.0)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Finnisch, Hebräisch, Kroatisch, Tschechisch, Griechisch, Ungarisch, Polnisch, Türkisch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.37:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Warner Home Video - DVD
  • Erscheinungstermin: 12. März 2004
  • Produktionsjahr: 1932
  • Spieldauer: 108 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0001DHRCA
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 44.953 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

Im eleganten Berliner Grand Hotel will Baron von Gaigern, ein Abenteurer und Hochstapler, die Juwelen der berühmten Primaballerina Grusinskaya stehlen. Als er merkt, dass sie Selbstmordabsichten hat, gibt er sich als Bewunderer ihrer Kunst zu verstehen. Sie verlieben sich und Grusinskaya bekommt wieder Lust am Leben. Während die Tänzerin das Hotel verlässt, wird der Baron dort bei einem Einbruch von dem Industriellen Preysing, der seine Sekretärin Flämmchen verführen wollte, erschlagen.

Produktbeschreibungen

Warner Home Menschen im Hotel, USK/FSK: 16+ VÃ--Datum: 12.03.04

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fließende Dekadenz 15. März 2007
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Hinter dem Ausstattungskino anno 1932 verbirgt sich ein wundervoller Film

Das ist schon ein bisschen gemein: "People come, peolpe go, nothing ever happens", so heißt es gleich zu Beginn des Films "Menschen im Hotel". Möchte da ein etwas langweiliger Streifen gleich mal eben seine Langeweile zum Kunstprinzip erheben, vorab um Entschuldigung heischend, und mehr noch, möchte er allen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, nach dem Motto: Genau so und nicht anders soll es ja sein? Glücklicherweise verpufft jeglicher Argwohn recht schnell. Und Argwohn hatte ich durchaus, ehrlich gesagt: Zwar mag ich alte Filme recht gerne, aber 1932, Du liebe Zeit, ein bisschen sehr alt vielleicht. Was war das für eine Zeit? Den Machern lag der Stummfilm noch in den Knochen, es gibt exaltierte, völlig überzeichnete Darstellungen en masse. Andererseits war das Medium Tonfilm noch jung, viele Glücksritter versuchten sich in schnell heruntergekurbelten Streifen. Ästhetik, Kunst: Fehlanzeige, Kamera druff und los, mit möglichst vielen prall geschmetterten Liedern. Statische Kamera, keine Schnitte, keine in der Filmhandlung nicht vorkommende Hintergrundmusik, und jede Szene wird mit einer langen Auf- und Abblende eingeleitet, damit man auch ganz genau weiß, wo's langgeht und dem Zuschauer alle Denkarbeit abgenommen wird. Andererseits auch wieder: Lust am Experimentieren und an heute simpel anmutenden Filmtricks, im besten Falle surreale, im schlechtesten Falle alberne Bilder. Dann: Der Starkult, gerade Anfang der 30er recht extrem betrieben. Jegliche Frau hatte Kleider, die man nicht von der Stange kaufen kann, dauerweichgezeichnet-unnahbar, viel größer als das Leben.

Und mit diesem Vorwissen bzw. mit diesen Vorurteilen guckte ich mir ein Prestigeobjekt von MGM an. MGM, der Löwe unter den Majors, more stars than in heaven, na das konnte ja was werden.

Und es wurde was! Von den oben genannten (Vor-)Urteilen wurde eigentlich nur eines bestätigt, der Starkult wird hier exzessiv betrieben, und das manierierte Spiel der Garbo ist zu Beginn wirklich sehr gewöhnungsbedürftig. Immerhin macht sich der Film, besser als viele seiner Konkurrenten, noch die Mühe, in der Filmhandlung zu erklären, warum die "Tippse" Joan Crawford sich so ein todschickes Kostüm überhaupt leisten kann. Und der Starkult erdrückt nicht die Charaktere, die sind nämlich in dem Film äußerst interessant. Deutschland in der Zwischenkriegszeit, das feinste Hotel Berlins, hier sehen wir eine dekadente Gesellschaft am Rande des Nervenzusammenbruchs, auch schon den Niedergang der dekadenten upper class (oder derjenigen, die sich dafür halten). Der elegante Baron ist in Wirklichkeit pleite, der kleine Buchhalter, der nicht mehr lange zu leben hat, möchte einmal sein Geld verprassen, der bullige steinreiche Geschäftsmann sieht seine Existenz durch eine gefährdete Fusion bedroht, die extravagante Tänzerin möchte sich erst das Leben nehmen und verliebt sich dann, die Sekretärin ist nicht abgeneigt, sich finanzieller Vorteile willen umschwärmen zu lassen, muss aber überdenken, wie weit sie damit gehen kann. Dies sind die fünf wichtigsten Charaktere, gespielt von John Barrymore, Lionel Barrymore, Wallace Beery, Greta Garbo und Joan Crawford. Und sie spielen alle recht gut, Beery ist ein wenig in seinem Klischee des grobschlächtigen Typen gefangen (vielleicht ist es kein Zufall, dass sein Starruhm am schnellsten verblasste, John Barrymore zählt ja nicht, der hat sich ja totgetrunken) und die Garbo trägt zu Beginn etwas dick auf, ABER das sei ihr verziehen, denn umso schöner kann sich als Verliebte aufblühen, mit ihrer ganzen Seele und ihrem ganzen Körper, alles ist anders an ihr, und das ist nicht nur dem Make-Up und der Frisur geschuldet, sondern der ganzen Körperhaltung und Gestik, also Dingen, die definitiv von ihr selbst kommen und nicht von einem Stylisten. Natürlich tun die ihr Übriges, wie auch insbesondere bei Garbo der Beleuchter, es ist hier nix dem Zufall überlassen, und in einer wichtigen Großaufnahme kommt das Licht offenbar von der Decke, so dass sie die längsten Augenwimpernschatten der Welt hat, wunderbar. Also mit Recht "die Göttliche", würde ich sagen.

Schauspielerische Leistungen und Ausleuchtung sind aber nicht die einzigen guten Elemente des Filmes. Zu loben ist z.B. auch die Erzähltechnik. Alleine die erste Szene, in der verschiedene Leute telefonieren und dies dann so montiert wird, dass die Telefonfetzen der einzelnen immer kürzer werden, bis man beinahe den Eindruck hat, es handele sich um ein einziges Telefonat, das ist klasse geschrieben und arrangiert. Und im Hintergrund sieht man dann tatsächlich andauernd Leute kommen und gehen, die aber letztlich nicht wichtig sind. Das ist alles recht kunstvoll und aufwendig gefilmt, man hätte es mit den Statisten im Hintergrund ja auch sein lassen können, aber das ergibt Sinn: Eine Pointe dieses Arrangements sehe ich darin, dass der danach losgelassene Spruch - Leute kommen und gehen, nichts passiert - sich bereits in der ersten fünf Minuten zugleich bestätigt und widerlegt hat. Ja. Leute kommen und gehen. Aber: Doch, es passiert was, und zwar eine ganze Menge. Von daher hatte ich gleich zu Beginn großes Interesse an den Einzelschicksalen, und das hat sich den ganzen Film über gehalten. Auch der Schluss passt übrigens dazu, dass zwar eine Menge passiert ist, aber doch wieder Leute kommen und gehen werden und gemeinerweise die gerade gesehenen Schicksale, so sehr sie uns auch berührt haben mögen, doch wieder durch andere Schicksale ersetzt werden können. Vielleicht ist das das Fatale an der ganzen Sache: Es passiert extrem viel, und hinterher ist alles so, wie's war.

Die Tatsache, dass MGM seinerzeit das Edelstudio war, bringt hier ausschließlich Vorteile. Beim Ausstattungsfilm ab ca. 1955 (Breitwand und bewusste Pracht gegen die TV-Konkurrenz) bin ich manchmal etwas reserviert, dieser Ausstattungsfilm des Jahres 1932 ist hingegen der seinerzeitigen Konkurrenz um Lichtjahre voraus. Das Dekor des Hotels, die vielstöckigen von oben gefilmten Treppen, die von oben gefilmte Telefonschaltstelle, alles wunderbar. Keine mau ausgeleuchteten, schlampig kadrierten, auf schrille Momenteffekte zielende Bilder, alles wunderbar durchkomponiert. Und vielleicht sogar ein bisschen die elegante Handschrift nicht nur des Studios, sondern des Regisseurs Edmund Goulding. Edmund Goulding? Sicherlich nicht einer der ganz individuellen Stilisten, aber der Mann hat mir schon viele schöne Stunden geschenkt, mit dem Bette-Davis-Schmachtfetzen "Opfer einer großen Liebe" und der recht anspruchsvollen Literaturverfilmung "Auf Messers Schneide". Zu letzterem hatte ich meine Rezension "fließende Eleganz" genannt, nun wollte ich das nicht noch mal schreiben und habe mich in Anspielung auf die Handlung mit "fließende Dekadenz" herausgewunden, aber gehupft wie gesprungen, das ist ein fließend eleganter Film. Goulding (und vielleicht auch ein Stück weit Produzent Thalberg) hat schon 1932 begriffen, dass eine Kamera nicht still stehen muss. Er hat schon 1932 begriffen, dass nicht jede Szene mit Auf- und Abblende eingerahmt sein muss, was das Erzähltempo wie zähes Kaugummi erscheinen lässt. Er hat 1932 schon begriffen, dass man durchaus auch einmal jenseits der altbackenen Schuss-Gegenschuss-Dialoge einen Schnitt einbauen kann, um z.B. bestimmte Personen oder Aktionen hervorzuheben. Er hat aber auch bereits 1932 kapiert, dass es gelegentlich viel eleganter ist, nicht so oft zu schneiden und dass man eine Kamera schwenken und mit einem Kran bewegen kann, dass man die Personen, ihr Kommen und Gehen, die ganze Umgebung mit der Kamera behutsam-neugierig abtasten kann, dass die fließende, aber nie hektische Kameraführung die Erzählweise leiten kann (wenn z.B. Person 1 an Person 2 vorbei geht und die Kamera einfach nicht mitkommt, da es jetzt in der Geschichte zu Person 2 wechselt). Auch gibt es für 1932 schon bemerkenswert hübsche Einfälle indirekter Erzählweise (z.B. wenn Wallace Beery auf John Barrymore mit dem Telefonhörer einschlägt, kommt ein Schnitt auf die Telefonistinnen, die sich wundern, warum das Telefon verrückt spielt, und irgend eine ausschweifende Party vermuten. Das ist originell und mindert gleichzeitig für die Zensoren die direkt gezeigte Gewalt).

Erwähnenswert ist auch die Musik. 1932 gab es sehr selten Hintergrundmusik, die nicht auch in der Filmhandlung existent war. Hier gibt es sie, und auch dies zum Gewinn des Films. Dis Musik des frühen Tonfilms wird oft arg bemüht eingesetzt, noch ein Schlager, noch eine Revue, und möglichst muss in jedem Raum ein Klimperkasten stehen, damit die Story eine Rechtfertigung dafür gibt. Nicht so hier: In der Filmhandlung gibt es keine oder so gut wie keine Musik, auf der Tonspur ist aber des öfteren welche zu hören. Und sie ist mit Bedacht gewählt, macht sie sich doch die subjektive Gefühlslage des schrägen Panoptikums im Grand Hotel ganz zu eigen. Vornehmlich handelt es sich um Johann-Strauß-Walzer, wohl ein Symbol für die untergehende Gesellschaft, die sich im Grand Hotel noch einmal feiert. Interessanterweise wird der Wechsel des Musikgeschmacks als Wechsel einer Epoche auch am Schicksal der von Greta Garbo gespielten Tänzerin thematisiert. Es ist die Rede davon, dass klassisches Ballett kein Publikum mehr zieht, und ob man es nicht mal lieber mit Jazz versuchen möge. Lesen Sie weiter... ›
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tristram Shandy TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
(Vorsicht - leichte Spoiler!)

Fast könnte man den Eindruck haben, der vom Krieg entzweigerissene Dr. Otternschlag (Lewis Stone), der da mit steinernem Gesicht zeitungslesend in der Lobby des Berliner Grand Hotels sitzt und sich zu diesem weltmüden Kommentar herbeiläßt, sei nur nicht in der Lage, richtig hinzusehen oder zuzuhören, denn in dem titelgebenden Hotel aus Edmund Gouldings Film "Grand Hotel" von 1932 wimmelt es nur so von Menschen mit ihren Schicksalen, und Goulding führt gleich zu Beginn eine Handvoll von ihnen in einem wilden Telefonreigen ein. Da ist zunächst der kleine Angestellte Otto Kringelein (Lionel Barrymore), der erfahren hat, daß er an einer tödlichen Krankheit leidet, und nun mit seinem Ersparten seine letzten Tage noch einmal richtig genießen will. Auch sein Brötchengeber ist im Hotel, Generaldirektor Preysing (Wallace Beery), der Idealtypus des häßlichen wilhelminischen Deutschen, der sich in die Weimarer Zeit hinübergerettet hat. Preysing ist bemüht, mit einer Fusion den Zusammenbruch seines Unternehmens zu verhindern und befindet sich gerade in wichtigen Verhandlungen, die allerdings nicht das gewünschte Ergebnis zeitigen. Weiterhin haben wir Baron von Gaigern (John Barrymore), einen Adligen in Geldnöten, der sich nun als Hoteldieb versucht, sowie Suzette (Rafaela Ottiano), die nicht mehr weiß, wie sie den nervlichen und künstlerischen Untergang ihrer Herrin, der Prima Ballerina Grusinskaja (Greta Garbo), abwenden soll.

Wie kann es da sein, daß Dr. Otternschlag, ein Dauergast im Hotel, davon spricht, daß nichts passiert? Hat er etwa Tomaten auf den Augen? Ist er taub und blind gegen das Menschengeschlecht? Oder ist dieser melancholische Dauergast mit seinem entstellten Gesicht gar kein Mensch, sondern der Gott Janus, der bei den Griechen für Anfang und Ende und damit verbundene Übergänge zuständig war und in all den Jahren mehr und mehr das Ähnliche im steten Wechsel kennengelernt hat ... Dann ist das Grand Hotel auch kein Hotel, sondern das Leben schlechthin, über das Janus folgendermaßen befindet: "What do you do in the Grand Hotel? Eat, sleep, loaf around, flirt a little, dance a little. A hundred doors leading to one hall. No one knows anything about the person next to them. And when you leave, somebody occupies your room, lies in your bed. That's the end." Und Janus Otternschlag scheint recht zu behalten, denn kaum haben unsere Protagonisten - abgesehen von ihm selbst - das Hotel verlassen, sei es in Handschellen oder tot oder zu falscher Hoffnung verdammt oder aber mit der kleinen Aussicht auf ein wenig Glück - wen im Hotel interessiert es schon? -, da kommen bereits die neuen Gäste, ein augenscheinlich frischvermähltes Paar und eine Busladung voller Touristen. Und Otternschlag beendet den Film mit exakt denselben Worten, mit denen er ihn eingeleitet hat.

Dennoch ist "Grand Hotel" alles andere als ein langweiliger Film, denn in uns, die wir meist nicht annähernd so alt sind wie Janus, erwecken die verschiedenen Schicksale durchaus Neugierde und manchmal auch Anteilnahme. Insgesamt spiegelt das Hotel die Gesellschaft in ihrer Gänze doch trefflich wider: An der Spitze stehen die Preysings, in deren Gefolge die Gaigerns ihren Lebensunterhalt zu verdienen suchen, und während die russische Ballerina Grusinskaja, deren Name auf eine georgische Herkunft verweisen kann, aber auch das russische Wort für "Bürde, Last" enthält, unter ihrem verblassenden Ruhm leidet, dann sich aber in exaltierter Verzückung ihrer neuen Liebe hingibt, plagen den Portier Senf (Jean Hersholt) ganz handfeste Probleme, möchte er doch bei der Niederkunft seiner Frau dabei sein, ohne aber seinen Dienst im Hotel aufschieben zu dürfen. Die Telefonistinnen schließlich, die immer wieder dafür sorgen, daß die Gäste kommunizieren können und die Comédie humaine weitergeht, sind so unbedeutend, daß wir sie nur aus der Vogelschau wahrnehmen, ohne jemals einen Blick in ihre Gesichter zu erhaschen.

Und doch ist es gerade einer der Kleinen, der Buchhalter Otto Kringelein, der jahrelang eine bescheidene, sparsame Existenz geführt hat, der am Ende trotz seines absehbaren Todes als Gewinner aus dem Hotel geht und dabei die mondäne Frau Flamm (Joan Crawford, als sie noch so richtig, richtig gut aussah) mit sich führt, die sich zwar nicht in ihn verliebt, aber doch einen anständigen Menschen in ihm entdeckt hat. Und wer weiß, vielleicht kann er sein Ableben sogar um einige Monate oder Jahre hinauszögern, denn - wie der in allen außer seinen eigenen Belangen weise Otternschlag bemerkte - "A man who is not with a woman is a dead man." Immerhin hat sich das "Flämmchen" resolut gegen die schmierigen Annäherungsversuche Preysings behauptet, obgleich ihr die Bezahlung, die der Industrielle ihr für ihre "Arbeit" in Aussicht stellte, nicht ungelegen hätte kommen dürfen. Vielleicht soll uns dieser Erfolg Kringeleins auch zeigen, daß es sich manchmal lohnen kann, so zu leben, als gäbe es kein Morgen, doch andererseits machen uns seine immer in der Brusttasche befindliche Brieftasche und seine Verzweiflung, als diese verloren scheint, deutlich, daß es zu dieser Souveränität nicht selten finanzieller Mittel bedarf - und wer weiß schon, ob das "Flämmchen" auch seine Sympathien für Kringelein entdeckt hätte, wären dessen Taschen nicht mit 10.000 Mark ausgepolstert gewesen. Fast möchte ich hier nochmals den üblen Preysing zitieren, wenn er sagt: "I don't know much about women. I've been married for 28 years, you know."

Alles in allem erinnert "Grand Hotel" und vielleicht auch der diesem Film zugrundeliegende Roman "Menschen im Hotel" von Vicki Baum ein wenig an Katherine Anne Porters "Ship of Fools", wenngleich er doch ein wenig versöhnlicher daherkommt. Und auch hinter der Kamera dürfte es bei den Dreharbeiten nicht weniger spannend zugegangen sein als davor, ist es doch so, daß Goulding es hier mit zwei Diven zu tun hatte, die es ihm sicher nicht leicht gemacht haben dürften. Wenn man bedenkt, daß Greta Garbos erster Auftritt im Film durch allerlei Vorgeplänkel angekündigt wird - so hört man erst ihr Mädchen über sie sprechen, dann wird die Rezeption mehrfach durch Anrufe, den Wagen der Grusinskaja vorfahren zu lassen und ihn wieder abzubestellen, heimgesucht, und schließlich bittet Suzette sogar die vor dem Zimmer der Ballerina Stehenden, darunter auch die Crawford [!], um Ruhe, weil es der Künstlerin nicht gutgehe -, während Joan Crawford doch verhältnismäßig unspektakulär als Stenotypistin im Hotel ankommt, dann aber als erste mit John Barrymore flirten darf, ihn aber schließlich an die andere verliert, dann kann man sich vorstellen, daß Goulding oft auf dünnem Eis gewandelt sein dürfte. Bezeichnenderweise gibt es auch keine Szene, in der Crawford und Garbo zusammen zu sehen sind, und Joan Crawford soll sich an ihrer Konkurrentin für deren erfolgreiches Beharren auf dem ersten Platz auf dem Filmplakat dadurch schadlos gehalten haben, daß sie zu den Dreharbeiten des öfteren zu spät kam und während der Pausen Schallplatten der von Greta Garbo verabscheuten Marlene Dietrich spielte.

Nur gut, daß es Goulding bei all diesen Schwierigkeiten gelungen ist, "Grand Hotel" zu Ende zu drehen, denn nicht zuletzt bietet er sowohl Garbo als auch Crawford eine gelungene Bühne für ihr schauspielerisches Können.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Pattaaa
Der Film beginnt damit, dass verschiedenste Menschen in einem Nobelhotel einchecken...was sich in den Gemäuern abspielt, spiegelt die damalige Gesellschaft wieder: Freundschaft, Liebe, Glück, Hass, Intrigen und Mord...bis die Menschen wieder auschecken und neue, verschiedene Menschen checken ein.

Der einzigste Film, der für einen Oscar nominiert und diesen gewonnen hat (Oscar für den besten Film). Ein garndioses Meisterwerk, den man sich nicht entgehen lassen darf. Großes Staraufgebot der 30er Jahre.
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 

Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:







Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar