Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Menschen im Hotel
OA 1929 Form Roman Epoche Moderne
Obwohl Vicki Baum eine produktive Schriftstellerin war und bereits mit Stud. chem. Helene Willfür (1928) zur Bestsellerautorin wurde, ist es vor allem der Erfolg von Menschen im Hotel, mit dem sie in der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts Erwähnung findet. Der Roman gilt als das erste Werk, welches das Muster des Gruppenromans das scheinbar zufällige Zusammentreffen vollkommen unterschiedlicher Menschen und deren Verstrickungen an einem Ort für eine begrenzte Zeit einem breiten Lesepublikum vorstellte.
Inhalt: Die Handlung konzentriert sich auf den Verlauf von vier Tagen und drei Nächten in einem Luxushotel im Berlin der 1920er Jahre. Das Hotel bietet Momentaufnahmen einzelner Lebensgeschichten, die sich überschneiden und dabei dramatische Veränderungen erfahren. Scheinbar unbedeutende Entscheidungen der Figuren stellen sich als folgenreich heraus und verändern ihr Leben grundlegend. Das Hotel ist Katalysator und bildet den Schnittpunkt der Handlungsstränge, indem es Menschen zusammenführt, die jeder auf seine Weise aus ihrem Leben auszubrechen versuchen.
Jede der Figuren tritt durch eine unerwartete Tat in eine neue Rolle. So lässt sich z. B. die alternde Primaballerina Grusinskaja nach einer mäßig erfolgreichen Vorstellung zu einer Liebesnacht mit dem jugendlichen Baron, der als Juwelendieb in ihr Zimmer eingedrungen ist, hinreißen. Der diebische Baron seinerseits begehrt plötzlich die Frau, nicht ihren Besitz.
Struktur: In sieben chronologisch organisierte Abschnitte gegliedert, reihen sich die verschiedenen sich zuspitzenden Handlungsstränge des Textes locker aneinander. Häufig brechen sie im Augenblick der größten Spannung ab, um zu einem anderen Handlungsschauplatz überzugehen. Im Zentrum stehen die völlig unterschiedlichen tragischen Konflikte der Hauptfiguren, deren innere Stärken und Schwächen bis zum Ende der vier Tage analysiert werden. Die Erzählerfigur trifft dabei immer wieder psychologische Diagnosen, die sich in intensiven Gesprächen der Figuren bestätigen und Distanz in den voyeuristisch schweifenden Blick des Romans erzeugen. Durchgängig lebt der Text von der Spannung zwischen den sich widersprechenden Neigungen zu Sensationslust und Nachdenklichkeit. Schon der Untertitel Ein Kolportageroman mit Hintergründen weist auf den Konflikt zwischen bürgerlicher Unterhaltung mit den Erfolgselementen Luxus, Liebe und Gewalt einerseits sowie dem Streben nach Gesellschaftskritik andererseits hin.
Wirkung: Der Einfluss des Romans liegt in der Verbreitung seines Erfolgsmusters in der Medienkultur, was sich vor allem an den Schauplätzen zahlreicher Fernsehserien, ob in Hotels, Krankenhäusern oder am Strand, manifestiert. Das zeigen nicht zuletzt die Hörspielfassungen und die Verfilmungen als Grand Hotel (1932) und Weekend im Waldorf (1945) mit Ginger Rogers in der Hauptrolle sowie die Broadway-Musicals At the Grand (1958) und Grand Hotel (198992). J. C. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Menschen im Hotel
OA 1929 Form Roman Epoche Moderne
Obwohl Vicki Baum eine produktive Schriftstellerin war und bereits mit Stud. chem. Helene Willfür (1928) zur Bestsellerautorin wurde, ist es vor allem der Erfolg von Menschen im Hotel, mit dem sie in der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts Erwähnung findet. Der Roman gilt als das erste Werk, welches das Muster des Gruppenromans das scheinbar zufällige Zusammentreffen vollkommen unterschiedlicher Menschen und deren Verstrickungen an einem Ort für eine begrenzte Zeit einem breiten Lesepublikum vorstellte.
Inhalt: Die Handlung konzentriert sich auf den Verlauf von vier Tagen und drei Nächten in einem Luxushotel im Berlin der 1920er Jahre. Das Hotel bietet Momentaufnahmen einzelner Lebensgeschichten, die sich überschneiden und dabei dramatische Veränderungen erfahren. Scheinbar unbedeutende Entscheidungen der Figuren stellen sich als folgenreich heraus und verändern ihr Leben grundlegend. Das Hotel ist Katalysator und bildet den Schnittpunkt der Handlungsstränge, indem es Menschen zusammenführt, die jeder auf seine Weise aus ihrem Leben auszubrechen versuchen.
Jede der Figuren tritt durch eine unerwartete Tat in eine neue Rolle. So lässt sich z. B. die alternde Primaballerina Grusinskaja nach einer mäßig erfolgreichen Vorstellung zu einer Liebesnacht mit dem jugendlichen Baron, der als Juwelendieb in ihr Zimmer eingedrungen ist, hinreißen. Der diebische Baron seinerseits begehrt plötzlich die Frau, nicht ihren Besitz.
Struktur: In sieben chronologisch organisierte Abschnitte gegliedert, reihen sich die verschiedenen sich zuspitzenden Handlungsstränge des Textes locker aneinander. Häufig brechen sie im Augenblick der größten Spannung ab, um zu einem anderen Handlungsschauplatz überzugehen. Im Zentrum stehen die völlig unterschiedlichen tragischen Konflikte der Hauptfiguren, deren innere Stärken und Schwächen bis zum Ende der vier Tage analysiert werden. Die Erzählerfigur trifft dabei immer wieder psychologische Diagnosen, die sich in intensiven Gesprächen der Figuren bestätigen und Distanz in den voyeuristisch schweifenden Blick des Romans erzeugen. Durchgängig lebt der Text von der Spannung zwischen den sich widersprechenden Neigungen zu Sensationslust und Nachdenklichkeit. Schon der Untertitel Ein Kolportageroman mit Hintergründen weist auf den Konflikt zwischen bürgerlicher Unterhaltung mit den Erfolgselementen Luxus, Liebe und Gewalt einerseits sowie dem Streben nach Gesellschaftskritik andererseits hin.
Wirkung: Der Einfluss des Romans liegt in der Verbreitung seines Erfolgsmusters in der Medienkultur, was sich vor allem an den Schauplätzen zahlreicher Fernsehserien, ob in Hotels, Krankenhäusern oder am Strand, manifestiert. Das zeigen nicht zuletzt die Hörspielfassungen und die Verfilmungen als Grand Hotel (1932) und Weekend im Waldorf (1945) mit Ginger Rogers in der Hauptrolle sowie die Broadway-Musicals At the Grand (1958) und Grand Hotel (198992). J. C. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Einer der Klassiker der deutschen Unterhaltungsliteratur - erstmals als Hörbuch. Vicki Baums erfolgreichster Roman,1929 erschienen, mehrfach verfilmt, u.a. mit Greta Garbo und Joan Crawford, verknüpft auf unnachahmliche Weise Schicksale von Menschen, die
Der Verlag über das Buch
Berlin, Grandhotel 1928: »Menschen kommen, Menschen gehen «
Über den Autor
Vicki Baum (1888 - 1960), geboren in Wien, ging 1926 nach Berlin und wurde Redakteurin im Ullstein Verlag. Unter den Nazis erhielt sie Schreibverbot. 1938 in den USA naturalisiert, starb sie 1960 in Hollywood.
Ihre Bücher gehören zu den meistgelesenen und -übersetzten Werken des zwanzigsten Jahrhunderts.
Ihre Bücher gehören zu den meistgelesenen und -übersetzten Werken des zwanzigsten Jahrhunderts.