Kurzbeschreibung
Wie werden Mitarbeiter effektiv geführt? Was macht eine Führungspersönlichkeit aus? Warren Bennis zeigt genau, worauf es auf dem Weg zur erfolgreichen Führungskraft im wesentlichen ankommt. Das Buch ist eine Gesamtschau der Erkenntnisse, die der amerikanische Führungsexperte im Laufe seiner Tätigkeit als Management-Professor und Berater zum Thema Führung gesammelt hat.
Über den Autor
Warren Bennis ist Professor für Business Administration an der Universität von Südkalifornien. Er gilt als Top-Experte für Coaching und Weiterbildung von Führungskräften. Er beriet die letzten vier amerikanischen Präsidenten und wird regelmäßig von großen Unternehmen konsultiert. Seine Bücher sind Bestseller. Zu seinen Lesern gehören Manager aus den Vorstandsetagen vieler Weltkonzerne sowie Spitzenpolitiker wie der amerikanische Vizepräsident Al Gore.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die Führungskrise Ein wichtiger Unterschied zwischen einem Manager und einer Führungspersönlichkeit besteht hinsichtlich des Status quo. Manager sind bereit, damit zu leben - Führungspersönlichkeiten nicht. Wirkliche Leader haben eine Vision, mit der sie andere dazu inspirieren, Veränderungen voranzutreiben. Manager hingegen folgen Standard-Vorgehensweisen wenn nötig bis ins Grab, weil sie nicht die Fähigkeit besitzen, den Kurs zu ändern. Was halten sie für die wichtigere Eigenschaft beim Wechsel ins nächste Jahrhundert? Ich glaube, die Unternehmenswelt ist bis an den Rand des Ruins gemanagt worden, so daß mittlerweile ein verzweifelter Bedarf an echten Führungspersönlichkeiten besteht. Bedauerlicherweise wird es immer schwieriger, visionäre Männer und Frauen zu finden, die ihren Prinzipien treu sind und sich Gehör verschaffen können. Was ist mit ihnen geschehen, gibt es sie überhaupt noch? [...] Pioniergeist Wenn es Ihnen gelingt, durch Vertrauen und Einfühlungsvermögen zu motivieren und zu inspirieren, dann tragen Sie zu einem Betriebsklima bei, worin Mitarbeiter die notwendige Ellbogenfreiheit haben, das Richtige zu tun und sich selbst dabei zu entwickeln. Erfolgreiche Führungskräfte glauben an Veränderung, sowohl bei Menschen als auch innerhalb von Unternehmen. Sie erachten sie als ebenso wichtig wie Wachstum und Fortschritt. Leider dienen die Veränderungen in der Welt nur allzuhäufig als Alibi. "Umstände außerhalb unseres Einflußbereichs" ist eine Phrase, die in Unternehmen nur allzugern vorgeschoben wird. Manchmal müssen Führungspersönlichkeiten feststellen, daß die Kultur ihres Unternehmens selbst Veränderungen behindert, weil es, wie oben schon angesprochen, sich auf seine Selbsterhaltung beschränkt, statt neue Herausforderungen anzunehmen. "Mein ehemaliger Boß bei PepsiCo und der jetzige Vorsitzende von IBM waren während des Zweiten Weltkriegs beide Piloten", berichtet der frühere Apple-Vorsitzende John Sculley. "Heute ist ein Kampfpilot nicht mehr Vorbild moderner Führungskräfte. Von der neuen Generation wird eine größere intellektuelle Regsamkeit verlangt. Außerhalb des Rahmens, in dem wir uns als Führungskräfte und Manager verändern müssen, verändert sich die Welt. Sie wird mehr ideenintensiv, mehr informationsintensiv sein, deshalb müssen die, die nach oben gelangen wollen, sich für neue Ideen und Informationen begeistern können." Es wäre gut, wenn unsere Führungskräfte dieser quecksilbrigen Welt mit freudiger Erwartung entgegengingen. Sie sollten nicht nur auf den Weg achten, sondern auch um die Ecke blicken und Veränderungen nicht als Hindernis, sondern als eine willkommene Möglichkeit ansehen. Eine der schwierigsten Lektionen, die ein Skianfänger lernen muß, ist, sich bei der Abfahrt vom Hang wegzulehnen. Die natürliche Reaktion wäre, so nahe am Hang zu bleiben wie möglich, weil man sich so sicherer fühlt. Dabei ist man nur dann in der Lage, die eigenen Bewegungen zu kontrollieren, wenn man sich hinauslehnt und nicht länger von der Beschaffenheit des Hangs abhängig ist. Der Neuling in einem Unternehmen tut das gleiche: Er schmiegt sich so nahe wie möglich an die Standards des Unternehmens und unterwirft diesem seine eigene Identität. Eine Führungspersönlichkeit hingegen lehnt sich hinaus, bestimmt ihren eigenen Kurs mit klarem Blick auf das Ziel.