"Desires Of A Housewife" ist ein Film, der einen Ausschnitt aus vier Menschenleben zeigt, die lose miteinander verwoben sind. Im Fall von Gary und Karen zeigt sich, wie eine entfremdete Ehe nicht mehr gerettet werden kann, da der eine die Situation lieber ignoriert und den Konflikten aus dem Weg geht, während der andere Ehepartner daran verzweifelt und seine Befriedigung in Diebstahl sucht. Travis dagegen hat einen Job und könnte glücklich sein, doch durch den Unfall vor einigen Jahren ist er wie gelähmt und steckt in seiner Entwicklung fest. Ganz anders dagegen ist Bill schon immer ein Außenseiter gewesen und hat seine Abschottung nach außen komplett perfektioniert. All diese Schicksale beeinflussen sich gegenseitig, ohne jedoch groß etwas gegen die Verzweiflung der anderen etwas ausrichten zu können.
Genauso trist und kalt wie die gezeigten Leben sind auch die Kulissen des Films. Schauplätze sind die steril aufgeräumte Küche des Ehepaars, das verlassene Bürogebäude, ein Supermarkt mitten in der Nacht mit endlosen Kühlschranktüren oder eine Parkgarage. Dadurch wird die Wirkung des Films noch verstärkt und dem Zuschauer drängender bewusst. Aber dadurch, dass der Film versucht, seine Botschaft so deutlich wie möglich zu zeigen, vergisst er, dass er zumindest für den Zuschauer attraktiv wirken muss. Und das ist er für viele nicht, denn zwar ist "Desires Of A Housewife" in seiner Aussage wunderbar stimmig gestaltet, aber man sieht ihn nicht gerne an.
Und da helfen auch die mitgelieferten Trailer und Biografien der Stars nicht weiter. Dumm nur, dass für den deutschen Markt das Ganze durch den Titel aussieht, als wäre die Geschichte hauptsächlich um Sharon Stone, die Karen spielt, geschrieben, wo doch der Originaltitel "When A Man Falls In The Forest" weitaus philosophischer und passender gewesen wäre. So bleibt dann letztlich der Zweispalt zwischen der Anerkennung einer gelungenen Filmleistung und der persönlichen Motivation, den Film zu sehen.