Die Renaissance war die große gemeineuropäische Kulturepoche, die die Wende vom Mittelalter zur Neuzeit umfasste. Sie überwand das mittelalterliche Welt- und Menschenbild und die überkommene Staats- und Gesellschaftsordnung. In der Renaissance entstand gewissermaßen unsere heutige Welt - und natürlich waren es vor allem Menschen, die diese Entwicklung voranbrachten. Künstler, Humanisten, Reformer, Kaufleute, Gelehrte, Herrscher, Seefahrer ... sie alle wanden sich den Problemen ihrer Zeit zu und kamen dabei auf die erstaunlichsten Ideen.
Die beiden amerikanischen Historiker/in Robert C. Davis und Beth Lindsmith stellen in ihrem Bild-Text-Band "Menschen der Renaissance" hundert Persönlichkeiten der Renaissance vor, die Geschichte schrieben. Einige dieser Persönlichkeiten, die diese geistige und religiöse Erneuerung vor fünfhundert Jahren initiierten, sind weltberühmt geworden: Michelangelo, Leonardo da Vinci, Christoph Kolumbus, Albrecht Dürer, Martin Luther, Rafael, Kopernikus oder Erasmus. Der Leser wird auf den 336 Seiten aber auch viele neue Namen aus der Epoche der Renaissance entdecken. Schließlich fundierte diese Geistesströmung auf einer breiten Basis.
Ziel des Buches ist es, diese Bandbreite der Erfahrung in der Renaissance anhand des Lebens, der Arbeit und der Ideen von Einzelpersonen darzustellen. Die Autoren untersuchen die persönlichen Lebenslinien in sieben Kapiteln, indem sie die intellektuellen Strömungen mit den wichtigsten politischen und sozialen Belangen der Zeit verknüpfen.
Zunächst werden einige Persönlichkeiten (z. B. der böhmische Prediger Jan Hus) vorgestellt, die der Renaissance den Boden bereiteten und zur Verbreiterung des neuen Humanismus beitrugen. Kern der Studie ist die eigentliche Renaissance (1450 - 1550), der fünf Kapitel gewidmet sind. Die historische Spanne reicht hier vom Fall Konstantinopels (1453) bis zum Siegeszug der Reformation. In dieser Zeit gab es solch weltbewegenden Veränderungen wie den Erstdruck der Gutenberg-Bibel oder die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus.
Abschließend werden Persönlichkeiten aus den Jahren 1550 bis 1600 porträtiert, die bereits mit der frühmodernen Welt konfrontiert wurden, z. B. die Astronomen Tycho Brahe oder Giordano Bruno.
Die hundert Renaissance-Persönlichkeiten werden in kurzen, informativen Porträts (meist nur zwei Textseiten) und mit zahlreichen historischen Abbildungen (Gemälde, Stiche, Holzschnitte usw.) vorgestellt. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis gibt außerdem Hinweise zur Vertiefung in die Materie.
Fazit: "Menschen der Renaissance" ist ein wunderbarer Bild-Text-Band, der kompakt und sehr anschaulich mit einer der wichtigsten Geistesströmungen in der Menschheitsgeschichte bekannt macht.
Manfred Orlick