Pressestimmen
Emmanuel Bove ist ein Erzähler, der uns mit seinem ganzen Genie – einsam macht.
Bove-Leser haben eines gemeinsam: Sie werden süchtig, und je mehr sie lesen, nach desto mehr verlangen sie.
Ein Buch, dass mehr aus einem Gefühl als aus einem bewussten Plan heraus entstanden ist; wohl nicht zuletzt aus dem Lebensgefühl eines französischen Juden, der bereits ahnte, wie wenig Verlass auf die „gute Gesellschaft“ sein würde. Denn die lieferte unter Vichy die Juden an die Deutschen aus. Bove floh nach Algerien und weigerte sich, seine Bücher in Frankreich erscheinen zu lassen.
Kurzbeschreibung
Paris, Hotel Gallia, ein festlich geschmückter Saal. Einen triumphalen Einzug hat sich André Poitou, arrivierter Schuhfabrikant im Ruhestand, schon im voraus in den glühendsten Farben ausgemalt: Hier, beim Schein der Lüster, soll ihm das Kreuz der Ehrenlegion verliehen werden und hier will er vor allem einen Neuanfang in seinem Leben feiern. Schuhproduktion, mühseliges Erfolgsstreben, Bienenfleiß das alles will er hinter sich lassen, um nun endlich eine Jugend (freilich schon die zweite) im Zeichen zarter Freundschaftsbande, sportlicher Betätigung und allgemeiner Lebensfreude zu genießen.
Bald jedoch zeigt sich, daß statt der feierlichen Inthronisation des zu Rang, Würden und neuer Jugendlichkeit Gekommenen ganz andere Dinge auf dem Programm stehen: schonungslose Entlarvung, generelle Peinlichkeit. Maske um Maske wird gelüftet. Menschen, beherrscht von kleinlichen Begehrlichkeiten und Rivalitäten werden sichtbar, während Bove seine Figuren wie chemische Elemente miteinander reagieren läßt. Treffen etwa die beiden zärtlichsten Freunde Poitous aufeinander, so sprühen die Funken boshaften Esprits: Sie heißen ihren lieben Freund »die Klette« oder, keineswegs ganz zu Unrecht, »Kokotte im Ruhestand«.
Ein schwarzer Verdacht bleibt dem Leser dieser deli- und maliziösen Kostbarkeit: Es braucht der Mensch keine Feinde, solange er nur Kollegen, Verwandte, Freunde hat.