Das Buch verdanken wir dem amerikanischen Journalisten John Freeman, der 1959 mit C.G. Jung ein längeres Interview für das Fernsehprogramm der BBC durchführte. Der Kontakt war so gut, dass es ihm gelang, den Wissenschaftler zu überreden, in ein Verlagsprojekt einzuwilligen, zu dem er zunächst nicht bereit war: nämlich seine Ideen in populärwissenschaftlicher Form zusammenzufassen. Jung stellte zwei Bedingungen: 1. Dass seine engsten Mitarbeiter an dem Buch mitarbeiten sollten und 2. dass Freeman das Ganze als Redakteur zu begleiten hatte.
Jung verfasste dann 1961 in seinem letzten Lebensjahr das erste Drittel des Werkes "Zugang zum Unbewussten"; Joseph Henderson (Der moderne Mensch und die Mythen), Marie Luise von Franz (Der Individuationsprozess; Das Unbeswusste und die Wissenschaften)), Aniela Jaffè (Bildende Kunst als Symbol)und Jolande Jacobi (Symbole auf dem Weg der Reifung) steuerten die weiteren Teile bei. Freeman achtete penibel darauf, dass die Autoren wirklich allgemeinverständlich formuliertden. Und so ist eine durchweg gut lesbare, reich bebilderte Einführung in das Denken und die Methodik der analytischen Psychologie entstanden, die auch heute noch - mehr als 50 Jahre nach ihrer Entstehung - ihren großen Wert hat. Natürlich gab es auch auf diesem Gebiet eine Weiterentwicklung, kommt heute manches etwas altbacken herüber (z.B. über die Rollen der Geschlechter, über politisches Engagement), wird heute sicher nicht mehr so viel Wert auf die Mandalas gelegt wie damals in dem Züricher Kreis um den Altmeister - aber als erste Orientierung sind die Aufsätze immer noch sehr empfehlenswert - besonders der von Jung selbst wie auch der aon Jolande Jacobi, in dem an Hand eines Therapiefalles ein Blick ins "Labor" geworfen werden kann!