Es geht Dietrich Grönemeyer darum, den Patienten liebevoll zu behandeln - trotz Kostensenkung und High-Tech Medizin. Das Buch hat nicht den Anspruch ein Lehrbuch zum Gesundheitswesen zu sein; es ist ein emotionaler, aber sachlich begründeter Diskussionsbeitrag. Dietrich Grönemeyer will mit diesem Buch die Leser motivieren, sich mit dem Gesundheitssystem zu beschäftigen.
Dietrich Grönemeyers Ansatz ist etwas ungewöhnlich: Er beschreibt den Menschen als eine Art Ökosystem. Jeder Eingriff in ein komplexes Ökosystem kann drastische Folgen haben. Deshalb, so Grönemeyer, müssen die medizinischen Verfahren möglichst sanft und schonend sein.
Zwei Geschichten.
Zwei persönliche Erlebnisse schildert Dietrich Grönemeyer zu Beginn des Buches. Diese Begebenheiten stellen seine Grundgedanken in Bildern dar, die nachdenklich machen. In dem einen Beispiel beschreibt er die Situation die sich ihm zeigte, als er zu einem Unfall kam: Sanitäter und Ärzte diskutierten heftig darüber, in welche Klinik der Verletzte gebracht werden soll, während dieser - alleingelassen - mitten auf der Straße lag. Im anderen Beispiel ist Grönemeyer berührt von der Szene in Leo Tolstojs "Krieg und Frieden". Ein Arzt operiert den Fürsten Andrej unter schwierigen Umständen. Dieser erleidet dabei furchtbare Schmerzen. Nach der Operation küsst der Arzt den Patienten voller Empathie und Zuwendung. Hier das technisch Machbare, das vor lauter Machen den Menschen vergisst, dort die Zuwendung zum Patienten, die diesem hilft über seine schweren Stunden hinwegzukommen. Die beiden Beispiele fassen im Kern Dietrich Grönemeyers Plädoyer zusammen: Gegen die Degradierung von Ärzten zu Funktionserfüllern, für eine liebevolle Medizin.
Hier spricht ein engagierter (und erfolgreicher) Arzt von seinen persönlichen Erlebnissen Er erzählt Geschichten von Schmerzen, vom Sterben. Er streift - vielleicht etwas zu oberflächlich und zu wenig kritisch - eine Reihe von schulmedizinischen und alternativen Heilmethoden. Lösungen bietet er nicht an, Vorschläge macht er schon.
Für wen:
Ärzten sei das Buch ans Herz gelegt, die noch Zeit haben über ihre Arbeitsweise zu reflektieren; und natürlich Medizinstudenten und solchen, die im Gesundheitswesen beschäftigt sind. Aber auch Patienten, die Ärzten in gleicher Augenhöhe begegnen wollen, sei es empfohlen: "Der Patient selbst ist der wahre Arzt, wir Ärzte sind nur seine Gehilfen" (Paracelsus)