Ich will zugeben, erst war ich etwas skeptisch, was die Idee mit den Konzepten anging. Je mehr ich mich aber reingelesen habe, desto mehr war ich vom Konzept des Konzepts angetan.
Was macht den Mensch zum Menschen? Wie viel Privatheit braucht ein Mensch? Wieviel Gemeinschaft verträgt er?
Hier wird Science Fiction ihrem Anspruch aus dem ersten Wortbestandteil gerecht und wagt sich in das schwere Feld der Geisteswissenschaften. Philosophische Gedanken über das, was den Homo sapiens zum humanen Wesen machen, drängen sich auf.
Wenn ich so begeistert bin, warum dann "nur" 4 Sterne?
Zum einen stört einiges am "Beiwerk", z.B. die ständigen Panikreaktionen der Kelosker sowie die schlichte Dummheit des "hyperintelligenten" Vario-500, der die hochheilige Sicherheit seines Kommandozentrums auf Olymp vernachlässigt. Zum anderen hatten die Autoren leider nicht die Zeit gehabt, im Rahmen der Romanreihe die Idee der Konzepte auch nur halbwegs auszureizen.
Auch schwächelt ein solches Thema regelmäßig am Interesse der breiten Leserschaft, auch wenn die Perry Rhodan-Reihe hier immer wieder positiv mit humanistischen Themen heraus sticht und gerade auch deshalb von seinen Fans geliebt wird.
Wie bei fast allen Bänden kann man auch hier sagen: Für einen Neueinsteiger in die Serie ist dieser Band nicht zu empfehlen, dazu fehlt zu viel Hintergrundwissen. Dazu sind die Wechsel der Romanzyklen (große Oberthemen für eine ganze Reihe aufeinanderfolgender Romane) geeigneter, aus heutiger Sicht wohl z.B. Band 7 "Atlan", der im Jahr 2040 spielt und den Einsteiger nicht gleich mit einer anderen Geschichte abschreckt, als die gerade in der Schule gelernte.
Mittlerweile (ich meine damit die Originalromane in den 70ern) ist man zum Glück für den regelmäßigen Leser davon abgekommen, die tausendste Wiederholung der Beschreibung einer Space Jet oder eines Transmitters zu bringen, sondern schlicht das Funktionieren einer seit über tausend Jahren erprobten Technik vorauszusetzen ;)