Der Soziologe und Agrarwissenschaftler Kromka beleuchtet zunächst die von Plato und Aristoteles eingeführte Tierethik, die viele ihrer Anhänger "weiterentwickelt" haben. Nicht immer waren sie hierbei behutsamer als ihre Meister. Daneben wird die Ausrottung zigtausender Tierarten durch unsere Urahnen, aber auch durch zahlreiche Indianerstämme aufgezeigt. Der kritische Blick auf Umsetzung eines totalen Fleischverzichts dürfte nicht nur wegen der allein von Menschenhand nicht nutzbaren Steppenflächen wohl gerechtfertigt sein.
Leider werden die vom Autor - zu gern - als radikal hingestellten Tierschützer bzw. Veganer fast ausschliesslich mit konservativ-technischer Grundhaltung herabgewürdigt. Auch macht Kromka keinen Hehl aus seiner eindeutigen Befürwortung von Gen- und Biotechnologien, die nicht unbedingt in dieses Büchlein gemusst hätte.
Alles in Allem ein Buch für diejenigen Menschen, die - einige überflüssige und mit dem ernsten Thema nicht sehr eng in Verbndung stehende - bunte Bilder mit kurzen Statements zu wichtigen Feldern der Tierethik lesen wollen.
Ein interessanter Beitrag bezieht sich auf Albert Schweitzer. Hier versucht der Autor eine Fortführung der "Selbstweiterentwicklungs"-Forderung des Nobelpreisträgers.
Das Buch wäre ein gutes Geschenk für Menschen, den man mal endlich wenigstens ein wenig die Augen für das öffnen möchte, was sie da täglich massenhaft in sich hineinschaufeln.