Folge 13:
Jason Hings ist ein Dealer, der sich selber für cool und vernünftig hält, seine Geschäfte macht und Drogen an seine Kunden bringt. Doch eines Tages gerät sein Weltbild aus allen Fugen, als ein Mann und eine Frau bei ihm vor der Türe stehen und ihn um Hilfe bitten. Den Mann kennt Jason, denn er ging mit Martin Prey zur Schule und er hielt ihn immer für einen Loser und Waschlappen, der eigentlich nie Probleme hatte. In was für eine Lage kann Martin schon geraten sein und wer ist die Frau bei ihm, die so seltsame Pupillen hat?
- Meinung -
Es geht nun auf die Zielgerade, denn die dritte Staffel von Darkside Park ist da und in Simon X. Rosts Story geht es direkt mit Vollgas zur Sache und hier wird weniger auf Grusel und Mystery gesetzt, das hier ist eher eine beinhart Krimigeschichte, wie man es von Crime Noir oder Pulpkrimis kennen dürfte. Voll auf die Zwölf, anders kann man es nicht beschreiben, denn hier gibt es so ziemlich alles, was einen derartigen Krimi ausmacht. Zwielichtige Gestalten, Drogen, Verfolgungsjagden, Verhöre mit Foltermethoden und das alles im Darkside Park Kosmos und der große Handlungsstrang wird auch noch vorangetrieben. Es geht also anders, aber dennoch genau richtig weiter, viel Tempo, Action, Spannung und Coolness, eine packende Mischung und ein starker Auftakt der dritten Staffel.
Jan-David Rönfeldt gibt sein Debüt als Hörbuchsprecher und das meistert er ganz souverän und auch wenn ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich anfänglich Bedenken hatte, einen Lesungsneuling in eine so hochkarätige Serie zu packen, in der Rönfeldt von alten Recken und Routiniers nur so umzingelt ist, so fegt er ganz lässig und gekonnt diese Bedenken beiseite. Er passt einfach wie die Faust aufs Auge oder ein Wagenheber in...nun ja, ich möchte nicht zuviel verraten, aber die Performance ist schon verdammt passend und klasse. Besonders wie er Jason Hings spricht, das ist schon eine richtig coole Angelegenheit, passender, überzeugender und glaubwürdiger dürfte es kaum gehen. Doch er spricht nur den Dealer und Kleinganoven Hings absolut treffend, sondern auch alle anderen hier auftretenden Charaktere, einfach ein starker Auftritt!
Wie man es von den vorherigen Folgen kennen dürfte, kommen auch diesmal wieder am Anfang und am Ende ein paar Geräusche zum Zuge, die zur Thematik passen und besonders am Ende wird es richtig ekelig, aber mehr möchte ich nicht verraten, da soll sich die Hörerschaft mal schön selber drauf freuen.
Düster, rasant, böse und mitreißend, von der ersten bis zur letzten Sekunde und diese Folge versteht es zu überraschen. Simon X. Rost hat eine ungewöhnliche Geschichte geschrieben, dies ich trotzdem nahtlos in den Gesamtkontext einfügt, wirklich gelungen. Fans der Serie werden wieder mal auf ihre Kosten kommen und wer einen harten Krimi sucht, der wird hier ebenfalls fündig! Ein toller Anfang vom Ende!
Folge 14:
Sam Wilcomb ist Reporter für die Porterville Times und er sucht einen packenden Aufhänger für die demnächst erscheinende Zeitung. Das ist leichter gesagt als getan, denn gute Storys liegen nicht einfach so auf der Straße herum und sein Chef heizt ihm bereits gut ein. Gemeinsam mit seinem Fotografen Terry macht er sich nun auf die Suche nach einem echten Knüller und da kommt ihm der St. Helena Park gerade recht. Geht es dort mit rechten Dingen zu oder geht es dort in der Nacht um?
- Meinung -
Diesmal liefert John Beckmann etwas Background für Porterville und der dazugehörigen Zeitung, die sich damals in den Anfängen befand. So wie bei Hendrik Buchnas Hintergrundstory geht es auch hier eher etwas ruhiger und nur bedingt gruselig und düster zu, spannend aber allemal. Es geht halt nicht ohne weitere Infos zum Darkside Park, dessen Geschichte und wie Porterville zu der Stadt wurde, die sie heute ist. Das verleiht dem Kosmos mehr "Fleisch" und gestaltet die ganze Angelegenheit deutlich interessanter. Deshalb sollte man auch mal ruhigere Töne akzeptieren, auch wenn dadurch vielleicht nicht das packende Niveau erreicht wird, das andere Folgen vorzuweisen haben, weil sie einfach völlig anders angelegt sind als diese Episode aus dem Darkside Park. Anders, hintergründig, interessant und faszinierend, aber ruhiger, dennoch eine sehr kurzweilige Angelegenheit.
Nachdem Jan-David Rönfeldt in der vorherigen Folge sein Hörbuchdebüt gab, ist nun Florian Halm an der Reihe, der bisher auch nur in Hörspielen zu hören war. Er macht einen ganz souveränen Job und man möchte gar nicht meinen, dass dies seine erste Lesung ist, so überzeugend löst er diese Aufgabe. Passend zur Geschichte schlägt er zwar auch eher ruhigere Töne an und löst hier nicht den großen Stimmzirkus aus, doch er bringt die Rolle des Reporters glaubwürdig rüber und auch die anderen Charaktere werden genau richtig gesprochen, so dass die Hörerschaft definitiv kein Problem haben dürfte, die diversen Figuren auseinander zu halten. Somit ist Florian Halms erster Auftritt in Sachen Hörbuch definitiv geglückt und über weitere Einsätze als Leser würden mich sehr freuen, gerne mehr davon.
Wie gehabt gibt es am Anfang und am Ende der Folge eine Geräuschkulisse zu hören, die zur Handlung passt und somit eine gelungene soundtechnische Einleitung präsentiert und die richtige Stimmung aufkommen lässt, am Ende wiederum den Hörer gekonnt verabschiedet. Keine inszenierte Lesung, aber dennoch eine gute Sache, die Stimmung und Atmosphäre an sich bezieht das Hörbuch eh aus der Story und der Sprecherleistung an sich.
Wie gesagt, es werden hier eher ruhigere Töne angeschlagen, aber das Werk fügt sich nahtlos und gekonnt in den DSP-Kosmos ein und erweitert geschickt das mysteriöse Puzzle um einen weiteren unterhaltsamen Teil. So darf es gerne weitergehen!
Folge 15:
Melinda McFadyen führt ein geregeltes Leben und sie füllt eine hohe Position in einem Hotel in Porterville aus, doch die Lage ändert sich dramatisch, als sie ihrer Schwester Christine helfen will. Was hat das alles mit dem Abadias Asylum zu tun? Befindet sich Christines Kind dort? Was weiß der geheimnisvolle, alte Mann, der Melinda dorthin gebeten hat? Ist ihr Geliebter ebenfalls in die Sache verwickelt? In der Anstalt erwartet sie das Grauen!
- Meinung -
Raimon Weber ist diesmal für die Story verantwortlich und die Fäden laufen nun immer deutlicher zusammen, immer mehr greifen die Räder ineinander und das Bild wird klarer. War die vorherige Geschichte eher urbaner und fast schon ein Krimi, so geht es hier schon mehr in Richtung Thriller mit einem Hauch von Grusel und Mystery. Knapp über eine Stunde spannende und extremst kurzweilige Unterhaltung wird geboten, die man sich auch mehrmals hintereinander geben kann und das ist der große Vorteil, den der Darkside Park gegenüber anderen Genrevertretern hat, die über 6 oder mehr CDs erzählt werden, denn hier ist jede CD ein wahres Erlebnis und es gibt kein langes Vorgeplänkel, es geht umgehend zur Sache und man ist als Hörer drin in der Geschichte, dazu gibt es auch sowas wie eine Langzeitmotivation, denn um alle Anspielungen und Handlungselemente mitzubekommen, sollte man sich die einzelnen Folgen ruhig mehr als nur einmal geben, so wie diese hier. Wenn man dann das Gesamtkonzept sieht, nämlich insgesamt 19 CDs, bei denen nicht eine einzige Folge mit Längen dabei ist, dann spricht das sowohl für die Serie an sich, als auch für jedes einzelne Werk, so wie dieses hier aus Raimon Webers Feder. Eine feine Sache, von Anfang bis Ende!
Den Namen der Hauptfigur habe ich als Wink und Verneigung an den Thrillerautor Cody McFadyen gedeutet, dessen Romane Franziska Pigulla stets bravourös vorträgt und hier ist das nicht anders. Sie ist einfach auch eine Konstante in Sachen Lesungen und besonders auch in diesem Genre, sie ist meiner Meinung nach schlicht und ergreifend die Königin der Thriller! Bei dieser Serie mischt sie nun auch mit und das beweist einmal mehr, dass Darkside Park einfach für ein unglaublich hohes Niveau steht. Eine sehr gute Leistung Franziska Pigullas, die sich reinhängt und so gut wie möglich allen Charakteren einen eigenen Klang verleiht und man dürfte nicht mal ansatzweise ein Problem damit haben, diese auseinander zu halten. Sie ist mit ein Garant dafür, dass diese Folge so gut funktioniert.
Alles wie gehabt, am Anfang und am Ende gibt es wieder passende Geräusche, ansonsten gibt es keine Untermalung, aber durch die packende Story und die tolle Darbietung Franziska Pigullas kommt mehr als ausreichend Stimmung auf, die Atmosphäre ist dicht und fesseln, es geht also auch ohne musikalische und geräuschtechnische Hilfsmittel.
Eine durch und durch gelungene Folge und wie gesagt, die Fäden laufen weiter zusammen und so langsam steuert die Serie auf das große Finale zu. Noch weiß niemand so genau, wie sich das anhören wird, doch wenn man diese Folge als Gradmesser nimmt, dann dürfte uns da ein heißer Tanz erwarten. Eine tolle Story von Raimon Weber, klasse vorgetragen von Franziska Pigulla, einfach empfehlenswert!
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