Mal wieder eine fabelhafte CD von Murray Perahia. Was er auch anfasst. Es wird zu Gold.
Das Besondere dieser Aufnahme ist zudem, dass er sich hier Werken widmet, denen seit längerem (von seiten der namhaften Pianisten) wenig bis überhaupt keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Sieht man von Barenboims Gesamtaufnahme der "Lieder ohne Worte" (von 1974!! und dementsprechender Klangqualität) ab, so gab es bisher keine CD-Einspielung dieser Stücke. Jedenfalls keine eines Pianisten "erster Klasse".
Grund hierfür war wohl, dass über den "Liedern ohne Worte" der Dunst von "Kitsch" und "Hausfrauenmusik" schwebte. Auch in jedem guten Klavierunterricht wurden sie zumeist gerne bis zur Unkenntlichkeit "heruntergeleiert".
Was diese Stücke jedoch - trotz eingängiger Melodik - an musikalischer Klasse zu bieten haben, zeigt Perahia anhand dieser Auswahl, seiner liebsten "Lieder ohne Worte".
Thematisch knüpft er an die "Lieder ohne Worte" (die auch im Original so heißen) eine Auswahl von Bach-Chorälen und Schubert-Liedern. Die Ersteren von Busoni, die Letzteren von Franz Liszt für Klavier solo bearbeitet, wodurch die Singstimme - in den Klaviersatz hineingearbeitet - ihrer "Worte" beraubt und damit die Stücke gewissermaßen auch zu "Liedern ohne Worte" wurden.
Auch hier konnte man bisher meist nur auf ältere Aufnahmen (etwa die zweier Bach-Choräle oder Schuberts "Ständchen" von Horowitz)zurückgreifen.
Die Aufnahmequalität ist (wie immer bei Sony) hervorragend !!