Nachdem fast jeder im Popgeschäft glaubt, er könne auch ein Bluesalbum machen,zeigen die Men in Blues, wie es wirklich geht: Da wird nichts aufgemotzt oder überproduziert sondern handgemachter,echter Blues mit all seinen Stilarten hervorragend dargeboten. Man merkt, dass dies ihre ureigene Musik ist, das rollt, groovt und bringt alles auf den Punkt. Die Men in Blues sind weit davon entfernt, den tausendsten Aufguss von GOT MY MOJO WORKING herunterzunudeln, sie machen ihr eigenes Ding: Neue Melodien sind angesagt und Bluestexte, die auch das tatsächliche Leben der Musiker beschreiben, z. B.: HIGH SPEED TRAIN, WRINKLES & SCARS. Bargel und Heuser beherrschen ihre Instrumente aus dem FF, Bargel ist für mich die deutsche Bluesstimme, er hat es nicht nötig, irgendeinen der Blueslegenden nachzumachen, dafür hat er viel zu viel eigene Persona. Heuser legt auf der Gitarre los, was das Zeug hält und braucht sich hinter einem Eric Clapton, Albert Lee oder J. J. Cale nicht zu verstecken! Auch die "Begleitmusiker" sind erste Sahne: Ein unaufdringlicher Bassist (Sascha Delbrouck), der sich nie in den Vordergrund spielt sondern Fundamente legt. Marcus Rieck an den Drums setzt bei jedem Stück neue Akzente. Das Album ist hervorragend abgemischt, selbst das Booklet ist eine Augenweide. Kurz: Wunderschöner Blues made in Germany!
Nachtrag: Ich glaube, dass jeder, der ein offenes Ohr für guten Blues hat, über die "Möchtegern-Kritik" aus dem Teutoburger Wald milde lächeln wird (siehe Rezension "Ganz nett"). Ein dumpfbackiger Dummschwätzer kann solch tolle Musik zum Glück nicht kaputt reden!