Die neue EP der Polen enthält 3 neue Songs, die sich alle in der Gegend um 10 Minuten herum bewegen (Gesamtlänge knapp 33 Minuten), und ist wohl als eine Art Jubiläumsalbum zum Zehnjährigen der Edelprogger gedacht.
Zur Feier des Jubiläums, und gemäß dem Titel, hat die Band dann auch versucht, die Aggressivität und Rastlosigkeit des Vorgängeralbums mit der scheinbar strukturierteren und songdienlicheren Arbeitsweise der frühen Alben zu verbinden. Zwar wirken die Songs schon wegen ihrer Länge zunächst ein bißchen undurchdringlich, entfalten sich beim dritten oder vierten Durchlauf aber doch erstaunlich anschmiegsam, weswegen der Sound der frühen Riverside eindeutig die Oberhand behält. Die ruhigeren Passagen überwiegen, es gibt ausreichend Raum für die wunderbaren Instrumentalparts der Band, und die Produktion präsentiert sich auch wieder etwas zurückgenommener. Wer die Anspielungen Richtung Pink Floyd auf ADHD gar zu sehr vermißt hat, der wird bei "Living in the Past" jubeln.
Auch das dreiteilig aufklappbare Digpak ist in den düsteren Farben der Out-of-Myself-Triologie gehalten, und rundet die nostalgische Reise ab, die mit etwas Streckung in den Mittelteilen eigentlich auch ein ganz reguläres neues Album hätte ergeben können. Aber vielleicht hatten Mariuz Duda und Kollegen Bedenken, von der Kritik einen Rückfall in alte Zeiten aufgedrückt zu bekommen. Mittelfristig führt der Weg ja vermutlich in die andere Richtung.
Goodby Sweet Innocence 10.40 ****
Living In The Past 11:59 ****1/2
Forgotten Land 9:59 ****1/2