Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eingebrannte Erinnerungen, 18. September 2008
Schon in der Videothek wusste ich: diesen Film werde ich kaufen. Eine Vorahnung - gewissermaßen. Doch auch meine Vorahnung konnte mich nicht auf diesen Film vorbereiten. Zu sehr ist er ein überraschender Potpourri aus kitschigen Bildern, erschütternder Handlung, Musikeinlagen von bekannten J-Pop-Künstlern und einer rasant erzählten Story.
Der Taugenichts Shou Kawajiri bekommt eines Tages einen überraschenden Besuch seines Vaters. Auf seinem Arm die Urne einer Tante, von dessen Existenz Shou bisher keine Ahnung hatte. Trotzdem wird er dazu beordert, deren Wohnung auszuräumen. Dabei stößt er auf das verworrene Leben von Matsuko Kawajiri. Wir erleben ihren gesellschaftlichen Fall von der ambitionierten Musiklehrerin über viele unmoralische Umwege bis hin zur verrückten Einsiedlerin, die ermordet am Flussufer aufgefunden wird. Klingt jetzt voll deprimierend - ist es auch. Doch schnell verwandeln sich Tränen in Gelächter. Denn ohne der Thematik die Ernsthaftigkeit zu rauben, wird alles aufgelockert durch unvermittelt komische Situationen und eingängige Musical-Szenen. Und schon hat man das Gefühl, von einem Drama in einen Disney-Film gelangt zu sein. Glaubhaft wandelt der Plot auf dem schmalen Pfad zwischen grausamer Realität und zuckersüßer Utopie. Denn egal, wie sehr das Schicksal sie abbrüht, in ihrem Inneren bleibt Matsuko immer das kleine Mädchen, das sich nach Liebe sehnt.
Was ich an diesem Film besonders gelungen finde sind die transportierten Stimmungen. Der Teil "Matsuko als Lehrerin" erinnert irgendwie an ein Mädchen-Manga. Da gibt es den Bösewicht in Form eines aufmüpfigen Schülers, den strahlenden Helden mit errötenden Wangen und funkelnden Zähnen und eine Menge oberflächlich komischer Slapstickszenen. "Matsuko als Geliebte" wirkt wie eine 60er-Jahre Waschmittelwerbung. "Matsuko als Edelhure" erinnert an ein glamouröses Musikvideo. Wohingegen "Matsuko als Einsiedlerin" gänzlich trostlos dargestellt wird.
Fazit: Man kann gewiss leben, ohne diesen Film je gesehen zu habe - hat man ihn jedoch einmal gesehen, mag man das nicht mehr glauben.
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unvergessliche (Film-)Erinnerungen!, 11. Februar 2008
STORY:
Eine aufgedunsene Frau wird tot am Rande eines Flusses gefunden. Mord, stellt die Polizei fest. Shô, ein junger Taugenichts, wird von seinem Vater gezwungen, die Wohnung der Ermordeten - der Tante von Shô - vom Müll zu befreien, der sich darin angesammelt hat. Dort findet er ein Photo seiner Tante (von der er nicht mal wusste das es sie gab), ein Plakat einer Boyband und an einer Wand in roter Kreide geschrieben: "Forgive me for being born".
KRITIK:
Helle Aufregung in einem einschlägigen asiatischen Filmforum. Die Poster übertrumpfen sich mit hymnischen Lobpreisungen und Begeisterungsausbrüchen. Was ist passiert? "Memories of Matsuko" ist auf DVD erschienen und kann nun endlich über Hong Kong bezogen werden - und alle sind über die Maßen von diesem Stück Zelluloid entzückt.
"Nie gehört" , dachte ich mir und werfe einen Blick in die IMDB, die mir 8,4 als Bewertung und ebenfalls begeisterte Kommentare offeriert. "Nun, denn, so schlecht kann das nicht sein. Bestell' ma's". Sprach's und nach drei Wochen langen Wartens, irrwitzigen Zoll- und Versandgebühren hatte ich die DVDs in den Händen.
Was also ist "Memories of Matsuko"? Am ehesten würde es folgende Mischung treffen: "Die wunderbare Welt der Amelie", mit "Breaking the Waves" und "Moulin Rouge". Einige wenige kennen wohl das Vorgängerwerk des Regisseurs Tetsuya Nakashima, der damals mit seiner abgefahren, schrägen anti-gesellschaftkonformen Irrwitz-Girlie-Story "Kamikaze Girls" schon 2004 für Aufsehen gesorgt hat. Diesmal hat er sich jedoch noch übertroffen, seinen abgefahren Filmstil (vergleichbar mit Survive Style 5+ , nur vor allem noch etwas bunter und schneller) verbessert und der Komödie noch eine tragische Komponente hinzugefügt.
Der Film erzählt die Geschichte des Losers Shô, der von seinem Vater verdonnert wird, die Wohnung seiner toten Tante aufzuräumen und im Laufe des Filmes immer mehr über die tote Matsuko herausfindet, da ihm allerhand liebenswerte und nicht liebenswerte Charaktere den Weg kreuzen: Ein tätowierter Punk, eine Porno-Queen, ein Yakuza, ein Polizist und viele andere. Jeder erzählt ihm einen kleinen Teil aus dem Leben der Matsuko, so dass der Seher immer mehr darüber erfährt, wer diese Frau war, dessen Leben Shôs Vater als "sinnlos" bezeichnet hat.
Matsuko ist stilistisch ein Hammer! Die einzelnen Lebensabschnitte aus dem Leben der Matsuko haben alle einen anderen Stil, so dass Vertonung und Filmstil der Zeit entsprechen, in der Matsuko gerade lebt. Dabei werden beispielsweise Disney-Filme durch den Kakao gezogen, Wizard von Oz und Konsorten gnadenlos zitiert, niemals aber ohne dabei den durchgehenden Werbeclip-Stil des Filmes zu vergessen. Wie der liebenswerte Punk im Film schon sagt: "Fucking crazy!" Man kann es schwerlich beschreiben, aber vielleicht geben die Photos am Rand eine Andeutung, was ich meine. Wer Survive Style 5+ mochte, wird diesen Film lieben.
Matsuko ist spannend! Der Zuseher erfährt langsam - Stück für Stück - vom Leben und Wirken Matsukos: Ihre Kindheit, ihre erste Liebe mit einem Zahnpasta-lächelndem Lehrer, ihre Zeit als Prostituierte, ihr Mord, ihre Zeit im Gefängnis, ihr Leben mit einem Yakuza... Stück für Stück lernt auch der Zuseher Matsuko lieben und er liebt mit ihr, denn darum geht es im Leben von Matsuko: Der Suche nach Liebe Matsuko ist ein Liebesfilm - und was für einer!
Matsuko ist witzig! Unglaublich sind die Einfälle des Regisseurs und so sorgen faszinierende Cuts, Filmzitate, abgefahrene Ideen, Videoclips usw. für große Heiterkeit. Der Film ist immer auf eine liebenswerte Art komisch, ohne jedoch jemals albern zu werden.
Matsuko ist traurig! Auf ihrer Suche nach Liebe gibt Matsuko alles, ja, gibt sich selbst für andere auf. Jedoch trotz all Ihrer Bemühungen, all ihrer Liebe, prügelt das Leben auf sie ein. Der Zuschauer fühlt und leidet mit Matsuko, man möchte helfen, doch natürlich geht das nie. Der ist Film schafft es, den Rezipienten in den Sog von Mitgefühl einzubinden, gibt ihm immer "Heiß"-"Kalt", jedoch aber ohne jemals kitschig oder sentimental zu werden.
Matsuko ist lebensbejahend und positiv! Trotz all ihrer Rückschläge richtet sich Matsuko immer wieder auf, sucht Kraft in ihrer nächsten Liebe und erlebt sie in voller Leidenschaft.
Matsuko ist genial! Obwohl man fürchten könnte, dass gerade diese Mischung aus schönen und traurigen Momenten den Film verwässern würde - und bei jedem anderen Regisseur wäre das wohl der Fall gewesen - macht dieser Mix aus Komödie, Tragödie, Liebesgeschichte mit Hilfe von opulenten Bildern, abgefahrenen Kameraeinstellungen, geiler Technik und super-coolem Soundtrack daraus ein Meisterwerk, wie es schon lange keines mehr gab und vermutlich auch lange keines mehr geben wird.
Es wundert auch nicht, dass Miki Nakatani (Ringu, When the Last Sword Is Drawn), die Matsuko spielt, für den Film bereits fünffach als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Ebenso wurde der Editor Yoshiyuki Koike, der für die tollen Schnitte zuständig war, sowie der Soundtrack mehrfach mit Preisen überhäuft.
Einziger Wermutstropfen (und das kostet Matsuko meinen so gut wie nie erreichbaren 10.ten von 10 Punkten) ist der allerletzte Schluss. Vermutlich hatte der Regisseur noch einiges an Fluss-Filmaufnahmen zu viel, anders kann ich mir die sinnlose Sequenz nicht erklären (möglicherweise auch um den Film nochmal etwas aufzuheitern). Wenn das geschnitten gewesen wäre, hätten wir einen perfekten Film gehabt.
FAZIT:
Dieser Film ist schwer zu kriegen, doch ich garantiere, die Mühen lohnen sich. Auch wenn man wochenlang auf die DVD warten muss, horrende Preise bezahlt und noch nie von ihm gehört hat. Kein Review kann diesem Film gerecht werden, man muss ihn selbst gesehen haben. Für mich der beste Film seit vielen Jahren (vermutlich zurück bis City of God). Also: Nicht hier die Kritik lesen sondern sofort kaufen und besorgen! Schnell! Ihr werdet es nicht bereuen!
WERTUNG:
9 von 10 zuckerlbunten Blumen am Screenrand.
(Diese Filmkritik erschien erstmals auf Filmtipps.at, der Spezialseite für Asia und Independent-Kino)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ohne Worte, 23. November 2008
Schrill, mitreißend, grell, traurig, lustig, aufreibend, total durchgeknallt.
So oder ähnlich könnte man Memories of Matsuko beschreiben. Und am Ende des Films hat man trotz allem das Gefühl, eine wichtige Botschaft mit auf den Weg bekommen zu haben.
Kaufen!
Ansehen!
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