Mit ihrem neuen Album kehren die beiden Mexikaner zu ihrer alten Form zurück. War "Wrack and Ruin" mir stellenweise zu glatt geraten, hat "Memorias Atrás" all die dunklen Ecken und Kanten, die "Sangre Hirviente" oder "Signos de Aberracion" zu Meilensteinen gemacht haben. Trotzdem ist das neue Album kein bloßer Aufguss alter Zeiten. Bei aller wieder gewonnenen Aggression sind Erk und Racso produktionstechnisch aber auch im Songwriting deutlich gereift. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzacts hat man bei Hocico auch nicht das Gefühl, dass die beiden nur einen Synthesizer besitzen, bei dem sie über die Presets nie hinausgekommen wären: Beinhart, soundtechnisch kreativ und trotzdem nie stumpf sind die Songs. In den langsameren Songs erzeugen sie so richtig Gänsehaut und zeigen, dass sie mehr können, als nur schnöde Club-Walzen schreiben (tanzen kann man zu den langsamen Stücken allerdings auch sehr gut). Genug ClubHämmer gibt es auch, keine Sorge. Die limited Edition bietet darüber hinaus nicht nur ein wirklich toll anzuschauendes 3D-Cover, sondern auch eine Menge Club-Futter auf CD 2 extra.
So sollte harter Elektro anno 2008 klingen... kreativ, heftig und gut.