Das diesjährige Memo bietet wie die vorherigen eine fülle von Einsichten und Analysen, die im Medienzirkus sonst kaum Beachtung finden und in der (ver) öffentlichten Meinung nicht präsent sind. Es gliedert sich wie immer in eine Kurzfassung und eine Langfassung, in der zu speziellen Themen Stellung bezogen wird. Schwerpunkte in diesem Memo sind der Boom der „New Economy", die Rentenpoltik der Schröder Regierung (Stichwort Riester - Rente), der Finanzausgleich Ost, die EU Erweiterung, der Arbeitsmarkt und weitere lesenswerte Themen wie Investition und Beschäftigung und besonders zu empfehlen, die Struktur des Länderfinanzausgleichs. Auf ein spezielles Thema, das bei Politikern aller Couleur jederzeit Hochkonjunktur hat, der angeblich ausufernden Staatsverschuldung, wird im letzten Teil des Memos ausführlich eingegangen. Dieser Teil ist besonders interessant, da er leicht verständliche Nicht und Halbwahrheiten (...alles zu Lasten unserer Kinder...) entlarvt und die Verschuldung in einen ökonomischen Kontext einbettet. Dabei plädiert die Memo Gruppe aber keineswegs für eine weitere Neuverschuldung „auf Teufel komm raus" , sondern für einen sachlichen Umgang und eine kurzfristig temporär höhere Verschuldung, um die Konjunktur positiv zu beeinflussen. Auch für Kritiker alternativer Vorschläge ist das Memo interessant, weil es im besten Fall dazu beiträgt, seine eigene, als sicher geglaubte Position zu revidieren. Mir jedenfalls erscheinen die Forderungen der Memo Gruppe plausibel und machbar, und sie sollten auf jeden Fall offensiv in der Debatte eingebracht und vertreten werden.