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Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause.
 
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Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause. [Taschenbuch]

Frédéric Beigbeder , Brigitte Große
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 93 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349923095X
  • ISBN-13: 978-3499230950
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,4 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 278.155 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

Der Held dieses Romans ist ein großer Dürrer mit zwei Nasen. Er studierte Jura und Politikwissenschaften und liebte immer schon Feste. Mit dieser Neigung verdient er dann als Gesellschaftschronist auch sein Geld. Zur Vervollständigung seines Bildes müsste man noch erwähnen, dass er übermäßig Alkohol konsumiert, Drogen mag er nicht, dass er sich für Comics interessiert, in einer dynamisch jungen "leichten" Beziehung lebt und mit seinen Freunden als "Spöttischer Heuchler" die Pariser Gesellschaft aufmischt. Zu der Zeit war alles "groß", es gab keinen Grund zur Klage. Kurz: Das Leben war leicht für Marc Maronnier.

Bis er auf unkonventionelle Weise Anne kennen lernt und sich daraus eine weniger unkonventionelle Liebesgeschichte entwickelt. Zu seiner Kristallisation, heute auch Flash genannt, zählen ein vergeigter Antrittsbesuch beim Vater Annes, aufwändiges ihr Hinterherlaufen, das selbstverständlich als solches nicht zu erkennen sein darf, lächerliche Eifersuchtsszenen und in Prag dann "das Fühlen, wie lehr sein Leben ohne sie wäre".

Frédéric Beigbeder, bekannt durch seinen Roman "39,90", in dem er kritisch mit der Werbebranche abrechnet, präsentiert mit seinem ersten Roman Lesung, Spieldauer: ca. 104 Minuten, 2 CD. Mit Booklet.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Rotzfrech simuliert

Frédéric Beigbeder als böser Junge

Die «Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause» sind Frédéric Beigbeders Romandébut von 1990, aber es wäre abenteuerlich, hier eine Art maskulinen Gegenentwurf zum ersten Memoirenband der Beauvoir ausmachen zu wollen. Tatsächlich liegt im Titel schon ein Bluff vor, und weitere sollen folgen. Mit seinem Gedankenfreund Houellebecq verbindet Beigbeder etwas, was man als postmodernen Feierabend-Existenzialismus bezeichnen könnte, wozu die stilisierte Wahrnehmung von Lifestyle-Angeboten ebenso gehört wie der Frust, wenn man zu den grossen Events eben doch nicht eingeladen wird. Wirklich wichtig ist das nicht. Alles gerinnt zur Attitüde, Nihilismus ist nur eine Pose, anything flows.

Der Jargon macht die Musik: Es ist vielleicht nicht schön, auf der Welt zu sein, aber richtig schlecht ist es auch nicht, denn immerhin gibt es ja die hedonistische Angebotspalette, die dem eigenen Narzissmus ein paar wohlfeile Häppchen liefert. «Er verliebte sich an geraden Tagen und wollte an ungeraden sterben.» Das ist keine neue Werther-Romantik. Der sich selbst als «Libertin» feiernde Protagonist kann menschliche Nähe überhaupt nicht zulassen. Das Zusammenleben mit einer Frau degradiert er, frei nach Baudrillard, zu einer «umfassenden Simulation». Das hat die Postmoderne freilich nicht verdient.

Gott sei Dank weht ihm der Wind auch mal ins Gesicht, das macht ihn dem Leser erträglich. Bei einem Essen beim Vater seiner Freundin Anne soll es Marc – Marc Marronnier nämlich: Beigbeders Alter Ego, so auch im Roman «39,90» (NZZ vom 22. 5. 01 – mit ehemaligen 68ern zu tun haben, und gerade von ihnen, von der eigenen Vatergeneration, wird er als langweiliges Bürgersöhnchen geoutet. Spontan empfindet der Leser eine fast anachronistische Sympathie für die, die einst lieber mit Sartre irren, als mit Aron Recht haben wollten. Es ist eben auch die notorisch apolitische Grundhaltung, jenes – allenfalls – Sich-Mokieren über den Lauf der Geschichte und die schnöde Evaluierung des eigenen Ichs, eigener Begehrlichkeiten, die Beigbeders Protagonisten auf bald peinliche Weise randständig und so uncool erscheinen lassen – mögen ihre «Interventionen» zeitweise noch so selbstironisch ummäntelt sein.

Hier könnte ein interessanter Unterschied zu Houellebecq markiert werden, der bei allen Ähnlichkeiten zu Beigbeder seinen Helden immerhin ein – wenn auch diffuses und stellenweise höchst bedenkliches – politisches Weltbild mit auf den Weg gibt. Daran könnte man sich wenigstens reiben. Hier ist das kaum möglich. Für Beigbeders Figuren ist Politik eine Farce, das persönliche Heil allein von Wichtigkeit: «Es war die Rede vom Ende der Geschichte. Meine kam wieder in Gang.» Und die scheint allemal interessanter zu sein: Die sich abzeichnenden Umwälzungen beispielsweise in Prag werden vom Auto aus betrachtet und als «geil» empfunden. Und sowieso, ob Prag, Wien oder Venedig: Die Bälle oder Partys, auf denen Marc Marronnier auftaucht (er verschafft sich natürlich nur illegal den Zutritt), werden von ihm zum Anlass genommen, einen schnoddrigen Abgesang auf die elitäre Dekadenz einer Gesellschaft anzustimmen, deren Umgebung er dennoch schamlos goutiert. So wird die «Rache» des Underdogs tatsächlich zur unfreiwilligen Simulation: Die Weise, wie er sich dort daneben benimmt, verhält sich umgekehrt proportional zu der Koketterie, mit der er aufbegehrt.

Vielleicht darf man von diesem kleinen Romandébut aber auch nicht zu viel erwarten. Zu erkennen ist die Beigbeder'sche Masche, die sich durch seine weiteren Bücher zieht. Der Mann ist ein Spieler, ein Bluffer. Richtig böse sind seine Tricks jedenfalls nicht. Er greift sich ein paar zeitgeistrelevante Versatzstücke, mischt sie auf und wirft sie dem Leser rotzig zum Frass vor. Selbst für eingefleischte Spielernaturen ist das aber auf die Dauer zu wenig.

Thomas Laux


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Holden Caulfield "à la française", 29. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause. (Taschenbuch)
Den vorherigen schlechten Kritiken zum Trotz: ich finde dieses Buch hervorragend! Gibt es doch einen Lebensüberdruss wieder, der in der Gesellschaft sicherlich verspürt wird, und dies nicht nur in der "heutigen Jugend". Der Leser bemerkt vielmehr eine Art Lebensdepression, die sich auch beim immer wieder gelesenen Holden Caulfield in "Catcher in the Rye" ausmachen lässt. Nur dass der junge Franzose mit mehr Menschen und mehr Drogen konfrontiert ist. Und Beigbeder ein verhältnismäßig schönes Ende gefunden hat für seine Figur. Das macht doch Hoffnung, dass jeder Mensch vielleicht die Chance hat, der "ewigen Leere" zu entgehen... und dass dies ein Reifeprozess ist, dass es keine Menschen gibt, die freiwillig ihr Unglück wählen. Soviel wird, ohne zuviel verraten zu wollen, durch die kurz schockierende und überraschende Wendung am Ende der Geschichte deutlich. Aber: man kann aufatmen. Sehr zu empfehlen!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen unterhaltsam, 4. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause. (Taschenbuch)
An diesem Buch scheiden sich offensichtlich die Geister. Sicher, gewiss.. es ist kein Meisterwerk derzeitger Weltliteratur, aber unterhaltsam.
Die Geschichte des verzogenen Sohnes besseren Hauses und seiner Irrungen und Wirrungen ist spassig und vielleicht gar nicht mal so weltfremd wie einige meiner Vorkritiker glauben.
Der Nachmittag an dem ich das Buch gelesen habe war belustigend ist mir so gut in Erinnerung geblieben, das ich mir inzwischen ein weiteres Buch von Beigbeder gekauft habe.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Schlechtes Haus und guter Text, 13. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause. (Taschenbuch)
Ein geniales Buch, das pubertäre Großstadtjunkies charmant und doch reißerisch darstellt.
Das Leben wird als große Farche dargestellt, und kleine Enttäuschungen werden von Mücken auf Elefantengröße durch Konsum von diversen Drogen fazinierend und wortwitzig aufgepauscht.
Am ende vermischt sich schließlich noch Traum und Realität, ein buch das vorallem für jeden Gr0ßstadtsnob ein "must" ist.
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