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Doch seitdem das menschliche Gehirn selbst Informationen kopieren kann, gerät es mehr und mehr in den Sog eines neuen Replikators: Dem Mem. Texte, Melodien oder Grafiken werden vom Menschen aufgenommen und vervielfältigt. Immer mehr Zeit und Energie verwenden wir auf den Bau von Maschinen, die die kopiergenaue Fortpflanzung dieser Meme weiter vorantreiben: Radio, Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften, Computer und Internet. Immer mehr Menschen verschwenden ihre beschränkte Lebenszeit im Sklavendienst des neuen Replikators. Sind wir noch Herr unserer Entscheidungen?
Nach Richard Dawkins, Susan Blackmore und Daniel Dennet legt nun Franz Wegener neue Thesen über Meme vor. Neu eingeführt werden unter anderem die Begriffe pMem, gMem, iMem, iMemfilter, iMemspeicher, Visuelle Grammatik, Standardprocessing und Memmatrix. Zum ersten Mal findet die Ebene mentaler Repräsentationen in der Memetik ausführlich Beachtung. Ein Buch sowohl für Menschen, denen die Thematik neu ist, als auch für ausgewiesene Memetik-Experten.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ein Überblick, nicht mehr,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Memetik: Der Krieg des neuen Replikators gegen den Menschen (Taschenbuch)
Nachdem ich mich bereits durch die Bibliothek der Memetik-Größen wie Dennett, Blackmore oder Dawkins gelesen hatte, gelangte ich irgendwann zu diesem Titel. Dieser ist dann auch Programm, denn "Memetik" bietet auf nur 110 Seiten Text einen weitreichenden Überblick über die Theorie der Meme, ihren Ursprung und mögliche Perspektiven. Dabei fällt zuvorderst die katastrophale Orthographie ins Auge - bereits auf der zweiten Textseite findet sich da eine Blüte wie "So viel es mir nicht schwer...". Eine wirkliche Qualitätskontrolle hätte dem Werk gut getan, denn bereits bei einmaligem Lesen sind mindestens 20 Fehler dieser Art, Fehler in der Distribution von "das" und "dass" nicht eingerechnet, unangenehm aufgefallen. Dialektale Einschübe wie "derweil" und "da geht man nun hin, um zu..." erscheinen ebenfalls fehl am Platze. Besonders einem so jungen Wissenschaftszweig wie der Memetik ist derart produzierte Lektüre sicherlich nicht zuträglich. Inhaltsseitig ist das Buch zunächst besser als es die Ausdrucksseite vermuten lässt, denn einem Laien, der sich für das Thema interessiert, vermittelt "Memetik" durchaus einen guten Überblick. Für den versierteren Leser bleibt ein fader Beigeschmack, denn wer sich ernsthaft mit Memetik beschäftigt, wird beinahe alles in diesem Buch als bereits anderswo gelesen wiedererkennen. Insgesamt wird hier kaum Neues geboten, und die wenigen Neuerungen erscheinen sehr spekulativ. Als Überblick vertretbar, aber Dawkins und Blackmore eröffnen ihren Lesern die Welt der Meme überzeugender.
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25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Idee autonomer Meme konsequent zu Ende gedacht,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Memetik: Der Krieg des neuen Replikators gegen den Menschen (Taschenbuch)
Eigentlich ist es doch Alltagswissen, dass sich Gedanken wie Viren verbreiten können und quasi ein Eigenleben führen. Aber es tut halt weh, wenn alte Denkmodelle aufgegeben werden müssen - und die werden in Deutschland nach wie vor von den Geisteswissenschaften bestimmt. Entsprechend schwierig hatte es schon Blackmores Buch bei den (deutschen) Kritikern. Dabei formuliert Blackmore nur das aus, was Dawkins angedacht hat, geht aber nicht darüber hinaus. Wegener berücksichtigt auch die Ebene mentaler Repräsentationen - und bringt damit seit Jahren erstmals neue Gedanken in die Memetik-Diskussion ein. Für beide gilt: Nach dem Lesen hat sich das Weltbild des Lesers nachhaltig verschoben. Dabei verzichtet Wegener auf überzogene Religionsschelte und versucht nicht alles und jedes mit der Memetik zu erklären. Die neue Weltsicht ist kälter und realitätsnäher aber zugleich auch ehrlicher. Bleibt zu hoffen, dass Wegeners neue Einsichten nicht nur von den Top-Marketingleuten der Global Players gelesen und genutzt werden. Den ungefährlich ist das nicht, was uns da geboten wird.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Elegant und faszinierend.,
Rezension bezieht sich auf: Memetik: Der Krieg des neuen Replikators gegen den Menschen (Taschenbuch)
Wer den Klassiker "Vision" von David Marr gelesen hat, weiß, dass Kognitionswissenschaft ohne Beachtung von Regelwerkebene, Repräsentationsebene und der Ebene der physikalischen Realisation von Repräsentation und Regelwerk (Computation) nicht seriös zu betreiben ist. Eine der seit Marr zwingend zu untersuchenden Ebenen, die der Repräsentation, findet sowohl bei Dawkins als auch bei Blackmore leider (noch) keine Beachtung.Wegener berücksichtigt sie. Es gab einen sehr guten TV-Beitrag des Wissenschaftsmagazins nano (ZDF/3sat) über das Buch, in dem Wegener die Memetik ebenso elegant erklärte wie in dem vorliegenden Buch. Die 135 Seiten scheinen wenig, da das Buch allerdings im Sondergroßformat 17x22 gedruckt ist, findet dennoch erstaunlich viel Stoff seinen Platz. Einen halben Punkt Abzug gibt es für diverse, offensichtlich von einer automatisierten PC-Fehlerkorrektur verursachte Tippfehler, die allerdings den faszinierenden Inhalt nicht schmälern können. Empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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