Der Autor und Literaturagent Peer van Lanten ist spurlos verschwunden. Mitten aus einer Veranstaltung heraus. Seine Neffe, der die Agentur weiter betreibt, geht nicht mehr davon aus, dass er am Leben ist. Die junge Journalistin Laura Seiffert wittert endlich die große Story und macht sich auf die Suche - nach dem Mörder, denn auch sie glaubt nicht, dass er noch lebt. In die Handlung eingewoben ist die Geschichte von Abbé Kilian, der als Möchtegernautor von der Agentur bereits mehrfach abgewiesen wurde. Die Geschichte spielt in Zürich, in Bern, und in Rückblenden auch im Tessin.
Thriller bauen auf Spannung. Das Szenario ist meist unwirklich, nicht selten überzogen. So auch in diesem Buch. Der Literaturagent, der so populär ist, dass ihn 'alle Welt kennt' dürfte in der Realität so nicht zu finden sein. Die Journalistin, die sich durch ein Super-Story gleich so viel Geld erhofft, dass sie sich 'einen neuen Flitzer' kaufen kann, dürfte auch eher den Medien und nicht dem wirklichen Leben entnommen sein.
Es ist das erste Prosawerk der Schweizer Lyrikerin und als Erstling ist er ihr durchaus gut gelungen. Gut erzählt, gekonnt eingeflochtene Rückblenden, die nach und nach die Geschichte des Mörders aufrollen, Dialoge, die sich der Geschichte einfügen und nicht holpern. Das passt alles gut zusammen. Gegen Ende gibt es mal ein paar Seiten, in denen zu viel Infos aufgearbeitet werden, hier und da findet sich ein Wort, das nicht passend erscheint (z.B. »Rückblende« statt »Erinnern«) - aber in der Summe ist das nicht viel.