Zuerst einmal darf man sich über die thematische Zusammenstellung an sich wundern: Die im Bergarbeiterstreik Englands angesiedelte Geschichte von "Billy Elliot" ist in der Regel Bestandteil des Oberstufenunterrichts im Fach Englisch. Sowohl die filmische Umsetzung als auch der landeskundliche Bezug laden dazu ein. Entsprechend überrascht diese Materialiensammlung damit, dass sie sich nach der deutschen Adaption richtet und für Schüler der Sekundarstufe I aufbereitet ist.
Die Themen sind durchaus sinnvoll strukturiert und differenziert. Schwerpunkte sind u.a. "Generationenkonflikt", "Arbeitslosigkeit" und mediale Vergleiche von Buch und Filmversion, die auf insgesamt 13 Aufgabenblättern und 3 Seiten mit Zusatzmaterialien methodisch verpackt werden. Statt nun aber dem eigenen Anspruch gerecht zu werden und "kreative und produktive Aufgaben sowie textintensive Themenstellungen" zu bieten, liefert das Heftchen eher Bescheidenes. Knappe Blankosteckbriefe zu Billy und seinem Vater oder linierte Seiten, die lediglich eine stichpunktartige Ortsbeschreibung verlangen, lassen sich ohne großen Aufwand selber herstellen. Ein für junge Schüler relativ langes und komplexes Buch soll in der knappen Unterrichtszeit mit der Filmversion verglichen werden. Andere Aufgaben wiederum verfehlen die schulische Realität um Längen, wenn etwa die Schüler aufgefordert werden, ein Lieblingslied in der Klasse vorzustellen und dieses auch gerne mit einem Tanz vor den Mitschülern zu begleiten. Ob die Autorin selber einmal in der Sekundarstufe I unterrichtet hat, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.
Alles in allem ist dieses Heft wenig hilfreich. Die Aufgabenstellungen sind keinesfalls kreativ und gehen an keiner Stelle über die selbstverständlichen Fragen zur Erschließung des Inhalts hinaus. Der Preis ist zwar nur gering, doch empfiehlt sich die Materialiensammlung lediglich für diejenigen, die aus extremem Zeitmangel heraus eine Handvoll fertiger Arbeitsblätter kaufen möchten.