Hätte Tolkien beschrieben, wie einer Puffmuttter von einem Adligen mit dessen Siegelring die Vorderzähne eingeschlagen werden? Hätte Feist seinen Helden bis an das Ende einer Trilogie seine Zauberkräfte ungemeistert gelassen? Hätte Kethrine Kerr eindringlich beschrieben, wie in der Sommerhitze der Müll in den Straßen zum Himmel stinkt?
Nein. Aber wegen dieses modern zu lesenden Realismus sind die drei Bücher (von denen dies das erste ist) von mir über dem Durchschnitt bewertet. Spannend schreiben können viele. Komplexe Handlungen aufbauen auch. Wirklich unterschiedliche Helden entwickeln, die sich im Laufe der Handlung weiterentwickleln, aber nicht vervollkommnen, das ist schon eher selten. Jones liefert dies alles zusammen.
Die Höchstbewertung versage ich der Autorin nur, weil die Sprache (vor allem in diesem ersten Band) etwas simpel klingt. Ein Sprachfluß, den man beim lesen nicht mehr merkt, weil man als Leser einfach in der Handlung drin ist, hat sich erst im zweiten Band entwickelt. (Natürlich muß ich hinzufügen, daß sich meine Rezension auf die amerikanische Ausgabe in Englisch bezieht. Was die Übersetzung verschlimmbessert hat, kann ich nicht sagen.)
Kurz: Wer Fantasy mag und noch ein paar Tage Zeit für eine weitere Trilogie hat, soll zugreifen!