Hallo zusammen,
seit heute bin ich nun Besitzer einer Mycup.
Da ein Freund von mir eine Senseo hat und ich von deren Kaffe und Crema schon immer fasziniert war, war ich neugierig, was die Melitta Maschine da so leistet.
Gut, heute kam die Mycup also, ich hab sie natürlich gleich ausgepackt und in der Küche aufgestellt.
Optisch hat sie es mir gleich angetan, sie ist sehr schick und meiner Meinung nach schöner als die Senseo.
Die Verarbeitung ist sehr gut, es klappert nichts, der Verschlussmechanismus ist solide, die Maschine macht einen sehr hochwertigen Eindruck.
Als ich nun entsprechend der Bedienungsanleitung die ersten drei Reinigungsvorgänge durchgeführt habe, ist mir gleich aufgefallen, dass die Mycup sehr viel leiser im Betrieb ist, als die Senseo.
Nun gut, nun war es Zeit für den ersten Kaffee. Ich habe mir gleich zu Testzwecken die "Normale" Röstung von Melitta gekauft und die "Dunkle Röstung" von Senseo, da ich gleich die beiden verschiedenen Pad-Formate testen wollte.
Angefangen hab ich mit dem Melitta-Pad. Diese Pads haben im Vergleich zu den Senseo etwas mehr Inhalt, 7,5 g zu 7,2 g. Die Wassermenge habe ich auf eine normale Kaffeetasse eingestellt, also den Wassermengenregler auf den nächsten Punkt (von der "mittleren Tasse" Richtung "große Tasse" gesehen) gestellt.
Der Kaffee war dann ganz fix fertig, aber schon während des Bereitens ist mir die geringe Crema-Bildung aufgefallen. Als der Kaffe dann fertig war, war eine wirklich nur ziemlich dünne Crema-Schicht vorhanden.
Das sollte mich jetzt aber nicht weiter stören, wichtig war zunächst der Geschmack. Und der hat mich sofort überzeugt. Der Kaffee schmeckte genial gut. Ich war begeistert.
Aber zurück zur Crema: Die Crema war von der Konsitenz anders im Vergleich zur Senseo - sie war zwar deutlich weniger als bei der Senseo, dafür aber cremiger und sie gab dem Kaffe eine ganz "harmonische" Note - nicht so "cappuchino-mäßig" wie bei der Senseo, sondern eben irgendwie anders, mehr "kaffeeiger". Ich finde das schwierig zu beschreiben. :)
Ein weiterer positiver Punkt der Mycup: Wenn die Maschine mit dem Kaffeebereiten fertig ist, tropft kein Kaffee nach. Die Abtropfplatte bleibt immer schön sauber.
Was die Temperatur des Kaffees angeht: Ich habe an dieser nichts zu bemängeln. Sie ist total ausreichend. Ich habe auch nie verstanden, was bei der Senseo an der Temperatur des Kaffees zu bemängeln ist, auch dort kommt er ordentlich heiß heraus. Auch nach Zugabe von Milch war der Kaffee noch genügend heiß. (Dass keine halbe Tasse kalte Milch zugegeben werden kann, versteht sich ja von selbst; da würde auch ein normaler Filterkaffee zu stark abkühlen.) Wer da aber dennoch ein Problem hat - die Milch einfach kurz in der Mikrowelle erwärmen.
So, die Tasse war im Nu geleert, so dass ich mich an einem Senseo-Pad versucht habe.
Dieses ging nach ein bißchen Zurechtdrücken im unteren Bereich (es sollte da nichts überstehen) recht gut in die Mycup rein, beim Verschließen musste man aber etwas stärker drücken, wie wenn man ein Melitta-Pad eingelegt hätte.
Die Wassermenge hab ich nicht verändert und der Kaffee war schnell gebrüht.
Mit dem Senseo-Pad hat sich etwas mehr Crema gebildet, aber bei weitem auch nicht soviel wie bei der Senseo-Maschine.
Nun zum Geschmack: Ich persönlich finde, dass der Kaffe mit dem Senseo-Pad in der Mycup bereitet besser schmeckt, als in der Senseo-Maschine bereitet. Er hat weniger bitter geschmeckt, als bei der Senseo. Das liegt womöglich am größeren Druck, mit welchem das Wasser durch das Pad gepresst wird (3 Bar bei der Mycup und 1 Bar bei der Senseo).
Wobei einem sich aber hier die Frage stellt, warum die Crema-Bildung bei der Mycup trotz größeren Drucks geringer ist, als bei der Senseo.
(Man kann aber auch nicht sagen, dass der Kaffee aus der Senseo schlecht schmeckt. Das tut er in der Tat nicht.)
Was aber ein großer Vorteil der Senseo ist, ist die Tatsache, dass man hier zwei Pads einlegen kann und eben auch eine wirklich große Tasse Kaffe bereiten kann.
Bei der Mycup kann nur 1 Pad eingelegt werden und die Wassermenge, die sich maximal einstellen lässt, ist geringer, als die Wassermenge bei der Senseo wenn man bei dieser zwei Tassen (für eine große Tasse) bereitet.
Ich muss aber erst noch testen, ob der Kaffee bei der Mycup, wenn man eine große Tasse bereitet, nicht zu dünn wird.
Schade ist eben hier, dass man keinen großen Kaffeebecher voll bereiten kann - bei der Senseo geht das wie gesagt, indem man einfach zwei Tassen bereitet. Bei der Mycup ist ein großer Kaffeebecher eben nur halb voll - bei der Senseo ist dieser fast gefüllt.
Ich finde es letztendlich schwierig eine Empfehlung für eine Maschine auszusprechen - beide haben ihre Vor- und Nachteile.
Wenn man jedoch den Kaffeegeschmack an die erste Stelle setzt, gewinnt die Mycup.
Wer aber gerne ordentlich Crema mag und auch gerne mal eine richtig große Tasse Kaffee trinken mag, der sollte auf eine Senseo zurückgreifen.