Ici habe mir die Melitta Lattea zugelegt, nach dem meine alte Delonghi ESAM 3000 den Geist aufgegeben hat. Da ich nun beide Maschinen kenne und beide auch in der selben Preisklasse liegen lohnt sich ein direkter Vergleich, soweit möglich.
Wie bei einem Vollautomaten für unter 400 ¤ zu erwarten besteht die Melitta wie die Delonghi aus Plastik. Jedoch schien die Verarbeitung der Delonghi um einiges Hochwertiger und stabiler. Die Melitta macht von der Verarbeitung her einen extrem billigen Eindruck (im Laden wirkten übrigens alle Melittamaschinen so, auch die Caffeo Ci für über 800 ¤).
Dennoch scheint die Melittamschine vom Konzept her recht gut durchdacht. Zwar sind Wasser- und Bohnenbehälter recht klein (ehr für einen Singlehaushalt ausgelegt), aber das bringt bei genauerer Betrachtung auch Vorteile wie z.B. kein abgestandes Wasser in der Maschine (was ja auch nicht schmeckt). Aufgrund Ihrer kompakten Maße findet sich die Melittamaschine immer ein Plätzchen in der Küche, vergleichbare Maschinen sind um eines wuchtiger und breiter.
Das kantige Design der Lattea ist vielleicht nicht jedermans Geschmack, erleichtert aber die Reinung der Maschine erheblich. Es nur glatte und gerade Flächen, keine kleinen Winkel, Kanten oder Nischen in denen sich Schmutz sammeln könnte. Das trifft auch auf die Auffangschale und den Tresterbehälter zu. Beides lässt sich hervorragend unter fließendem Wasser reinigen, ebenso wie das kleine Milchkänchen.
Die Aufwärmphase nach dem Einschalten dauert nicht lange, weniger als halb so lang wie bei der Delonghi ESAM 3000. In etwa gute 20-30 Sekunden muss man rechnen, bis die Maschine betriebsbereit ist (bei der Delonghi habe ich auch schon mal über eine Minute warten müssen). Dafür dauert der Kaffeebezug bei der Melitta ein paar Sekunden länger, was wohl an der Pumpe liegt. Jedoch hat das einen entscheidenden Vorteil: Die Lautstärke! Die Melitta ist um einiges leiser als die Delonghi, während des Kaffebezuges. Lediglich die Lautstärke des Mahlwerkes ist bei beiden gleich. Jedoch muss man sich, hatte man vorher eine andere Kaffeemaschine, an die Art der Geräusche der Melitta wohl erst gewöhnen. Zwar ist die Maschine leise, aber bei jedem Kaffeebezug klingt es so, als würden sich die Plastikteile in der Maschine verbiegen. Es hört sich an, als würde die Maschine jeden Moment auseinander fallen. Die Geräusche sind jedoch völlig normals und kommen wohl von der günstigen Verarbeitung und dem vielen, vielen Plastik.
Der Kaffe selbst ist recht heiß, zwar nicht so heiß wie handgebrüht aber das bekommt ein Automat dieser Preisklasse auch nicht hin.Zudem lässt sich die Brühtemperatur in drei Stufen einstellen. Die Melitta kann eine große Kaffeetasse mit einem Bezug füllen, was ich doch sehr zu schätzen weiss, der Kaffeebezug ist sogar um einige ml höher als bei der Delonghi, ohne das der Kaffee verwässert schmeckt.
Die Bedienung ist kinderleicht und ohne großes Handbuchlesen zu bewähltigen. Die Kaffeemenge und die Kaffeestärke lassen sich jederzeit mit einem Knopfdruck variieren.
Eine nettes Gimmick der Melitta ist die Milk2shower Funktion. Man mag es kaum glauben, aber die Maschine schafft es tatsächlich einen relativ vernünftigen Milchschaum aus dem Pulver zu zaubern. Lediglich mit dem Schokopulver hat es bei mir nicht funktioniert, alle anderen Sorten liefern einen hervorragenden Milchschaum. Es sollte jedoch klar sein, dass der Geschmack der einzelnen Sorten nicht viel mit natürlichem Aroma zu tun hat. Es schmeckt soch relativ künstlich, abgesehen von dem reinen Milchpulver (kein unterschied zu echter Milch). Wem die kleinen Tütchen von Melitta zu teuer sind, der kann gerne anderes Pulver ausprobieren. Ich habe bereits Vanille-Cappuccino Pulver und Milchpulver (aus dem Supermarkt) getestet und es funktioniert ebenfalls sehr gut.
Wer neben Kaffee auch gerne viel Tee trinkt und die Heißwasserfunktion der Maschine dafür nutzen möchte, dem würde ich jedoch ehr zu einem Wasserkocher raten. Zwar macht die Maschine schön heißes Wasser, jedoch ist die Funktion eigentlich nur für das Milpulver gedacht. Die Maschine stoppt den Heißwasserbezug automatisch nach einer gewissen Menge (nur soviel, dass es für Milchpulver reichen würde), danach muss man den Heißwasserbezug ausstellen und wieder anstellen, und das dann so oft, bis die Tasse für den Tee voll ist (unter Umständen drei bis vier mal, je nach Tassengröße). Andere Maschinen, so auch die Delonghi, können das heiße Wasser in einem Rutsch ausgeben, ohne das man immer irgendetwas an oder aus machen muss.
Über die Haltbarkeit der Melitta kann ich nicht viel sagen, da ich die Maschine noch nicht lange habe. Allerdings soll es sich bei der Brühgruppe um eine von der Firma Jura handeln (welche auch herausnehmbar ist!). Fairer Weise möchte ich aber erwähnen, dass ich vorher bereits zwei Maschinen von einer großen Elektrokette hatte und beide defekt waren (unterschiedliche Fehler). Es handelte sich zwar um Ausstellungsstücke, jedoch zwei defekte Maschinen hinter einander ist schon recht verdächtig.
Alles in allem ist die Maschine aber für den Preis zu gebrauchen. Für einen Haushalt mit ein oder zwei Personen reicht die Melitta alle Mal. Wer gerne mal einen Kaffee Latte oder einen Milchkaffee trinken möchte kommt hiermit schnell und günstig zu seinem Genuß. Wer Milchkaffee und Co nicht mag ist wohl besser mit einem anderen Hersteller beraten wie z.B. der Delonghi, da diese um einges hochwertiger zu sein scheint. Ebenfalls eine schlechte Wahl ist die Caffeo Lattea für alle, die gerne und viel Milchkaffee trinken wollen. Aufgrund des hohen Preises von 0,25 ¤ - 0,35 ¤ (je nach Sorte) pro Milchtütchen rechnet sich dann wohl eine Maschine, die frische Milch verwendet.
Im Lieferumfang der Melittamaschine befindet sich alles, was man für die ersten Tage braucht, abgesehen von Kaffee. Es sind zehn Milchtütchen zum probieren bei, ein Wasserenthärtertab und ein Tütchen mit Maschinenreiniger, zudem ein Teststreifen für die Bestimmung der Wasserhärte, sowie ein Wasserfilter. Letzteres halte ich persönlich für reine Geldverschwendung. Will man den Wasserfilter nach kaufen, so muss man ca. 10 ¤ rechnen, der Filter hält im Schnitt ein bis zwei Monate. Wer die Maschine regelmäißg reinigt und vorallem entkalkt, kann getroßt auf den Wasserfilter verzichten, zudem birgt der Filter das Risiko, sollte er defekt sein, die Pumpe in der Maschine zu beschädigen.
Zu guter Letzt möchte ich noch eines erwähnen: Die Maschine lässt bei jeder Tasse Kaffee ein kleines bisschen Wasser in den Auffangbehälter laufen. Wer vorher eine andere Maschine hatte wird sich darüber wundern, dass scheint jedoch bei den Melittamaschinen völlig normal zu sein!