Nachdem die alte Melitta über Jahre treu ihren Dienst verrichtet hatte, sollte nun eine neue Maschine her. Die Kaufkriterien waren folgende:
1. Geschmack des Kaffees
2. Optischer Eindruck
3. Unkomplizierte Handhabung
Ich hatte zunächst mit einer Krups T8 oder einer Philips HD 54xx geliebäugelt. Bei der Krups stellte sich nach Vorabstudium der Bedienungsanleitung allerdings heraus, dass man mit dieser Maschine offenbar nicht mal eben schnell einen Kaffee aufschütten würde. Die beiden Philipsmodelle fielen nach kurzem Maßbandcheck ihrer Bauhöhe zum Opfer, weil sie sich nicht in der vorgesehenen Ecke unter einem Hängeschrank hätten aufstellen lassen.
Nach kurzen Gedankenspielen mit
- Pad- oder Kapselmaschinen (Senseo ist - ich bitte um Verzeihung - bääh, Nescafe-Wieauchimmer ist ebenfalls nicht hitverdächtig, Tassimo schmeckt bei Verwendung der Krönung-Kapseln wirklich prima, hat aber auch das Problem der nicht frei wählbaren Tassengröße und ist zudem für einen Vielkaffeetrinker preislich uninteressant.)
und
- Vollautomaten (Merkwürdigerweise befindet sich in meinem Bekanntenkreis ca. die Hälfte der Vollautomaten ständig in Reparatur. Die tadellos funktionierenden Automaten siedeln sich in Preisregionen an, bei denen sich der Kaffeetrinker, der einen Großteil seines Kaffees am Schreibtisch unter eher beiläufiger Konzentration auf die Aromaentfaltung konsumiert, fragt, ob er denn wirklich einen Porsche zum Brötchenholen braucht.)
Also zurück zum Typ Einfach-nur-'ne-normale-Kaffeemaschine!
Der mögliche Kandidatenkreis wurde schnell überschaubar: Entweder die hervorragend rezensierte Philips Gaia Therm oder abermals eine Maschine aus dem Hause Melitta, zurückgreifend auf meine eigenen positiven Erfahrungen. Die anderen ordentlich bewerteten Modelle kamen aufgrund optischer Inkompatibilität gar nicht erst in die Verlosung.
Beim Lokaltermin im Geizistdochnichtblödmarkt gerieten allerdings sowohl die Gaia Therm als auch die übrigen Designermodelle der Firma Melitta infolge ihrer nicht ganz so praktisch befüllbaren Wassertanks gegenüber der Optima empfindlich ins Hintertreffen. Allerdings war die Optima im Ganzschönblödwennderkundegeizigistmarkt wesentlich teurer als bei Amazon, wo schließlich auch die Bestellung erfolgte.
So, nach langem Vorgeplänkel nun endlich zu den harten Fakten:
Die Optima fügt sich nicht zuletzt durch ihre kompakte Bauweise und ihr sehr ansprechendes Äußeres perfekt in unsere Küche ein. -> 5 Punkte
Die Handhabung ist durch die günstige Position des abnehmbaren Wassertanks und den unproblematischen Thermoskannenverschluss sehr unkompliziert. -> 5 Punkte
Der Geschmack des Kaffees ist nach einigen Brühvorgängen, bei denen dann auch der letzte Rest Plastikgeschmack eliminiert wurde, wie erhofft: So wie ich es von meiner alten Maschine gewohnt war, schmeckt der Kaffee so, als hätte Oma ihn von Hand durch einen Porzellanfilter aufgebrüht. Einen vergleichbaren Geschmack konnte mir bislang noch keine ordinäre Kaffeemaschine anderen Fabrikats bieten. Alles richtig gemacht! -> 5 Punkte
Warum also jetzt in der Gesamtbewertung nach all der Lobhudelei nur 4 Sterne?
Nun, leider hält die Thermoskanne denn Kaffee nicht so lange auf einer angenehmen Temperatur, wie ursprünglich erhofft. Andererseits liefert die alte Thermoskanne, die hinten links im Schrank steht, auch keine besseren Ergebnisse. Das Problem liegt also möglicherweise nicht bei der Kanne, sondern vielmehr bei den eigenen Erwartungen.
Sei's drum - auch wenn es dadurch zu einer Abwertung auf insgesamt 4,x Punkte kommt und es deshalb in der Endabrechnung nicht für 5 Sterne reicht, würde ich diese Maschine in jedem Fall wieder kaufen!