Dämonisch, finster, schwermütig kommt sie daher, die Melancholie. Seit 2500 Jahren ist sie in Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst implementiert wie keine andere Muse. Am Ende bringt sie Licht ins Dunkel, scheidet Wahn von Wirklichkeit. Die Ausstellung entwickelt ein Kaleidoskop der Sinnfindung mit Starbesetzung. Vom Heiligen Antonius, der von Ungeheuern angegriffen wird, bis zu Ron Muecks nacktem Riesen, der sich vor der unsichtbaren Einsamkeit in einer Ecke verkriecht. Dank an die Ausstellungsmacher für diese grandiose Schau. Und sollte sich die Melancholie auch nie ganz in die Schemen der neuen Welt einfügen: hier ist ein Blick gelungen, der uns so nah an die Melancholie bringt wie nur möglich. Mehr als 300 ausführlich beschriebene Arbeiten enthält der Katalog, den man sich unbedingt anschaffen sollte - ob mit oder ohne Besuch der Ausstellung (wohl die interessanteste seit langem in der Neuen Nationalgalerie in Berlin)!