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Melancholie. Die traurige Leichtigkeit des Seins [Gebundene Ausgabe]

Josef Zehentbauer
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

März 2002
Dieses Buch macht deutlich: Die Melancholie ist eine wunderbare Charaktereigenschaft, voll von Tiefgang, Kreativität und Leidenschaft. In ihrem Wert erkannt, sollte deshalb die Melancholie nicht bekämpft, sondern akzeptiert werden. Wünschenswert wäre also nicht weniger, sondern mehr Melancholie auf dieser Welt, dann gäbe es weniger Gewalt, weniger Elend, mehr Gleichklang mit dem natürlichen Rhythmus unserer Erde, mehr profundes Wissen und mehr Liebe. Ein Plädoyer für die Melancholie als positive Kraft.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Kreuz-Verlag; Auflage: 2., Aufl. (März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3783119111
  • ISBN-13: 978-3783119114
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 13,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 710.825 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Als "von Traurigkeit oder Depressivität geprägter Gemütszustand" steht sie im Lexikon. Robert Burton nannte sie in seinem Klassiker der Melancholie-Literatur (Die Anatomie der Melancholie), der schon im 17. Jahrhundert zum Bestseller avancierte, die "schöne Kunst der Kopfhängerei". Josef Zehentbauer wendet sich in seinem Buch gegen beide Sichtweisen: Weder ist die Melancholie eine Kunst -- sondern eine Charaktereigenschaft "voll Tiefgang, Kreativität und Leidenschaft" -- noch hat sie viel mit der Depression zu schaffen, in deren Nähe sie von Psychiatern und Psychotherapeuten der Einfachheit halber und wegen des damit verbundenen Behandlungsbedarfs gerne gerückt wird.

In seinem lesenswerten Plädoyer für die Melancholie betont Zehentbauer den Facettenreichtum dieser bittersüßen Gemütshaltung, die allen Machern und Optimisten ein Dorn im Auge ist: Weil der Melancholiker ständig Sand ins Weltgetriebe streut, die Oberflächlichkeit unserer Kultur und die pausenlose Jagd nach Erfolg, Konsum und Vergnügen durchschaut und auf die Vergeblichkeit und Endlichkeit allen menschlichen Strebens verweist. Ziel des Buches ist es nebenbei auch, "den Millionen von Melancholikern zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen und die ausgesprochen positiven Aspekte der Melancholie -- neu -- zu entdecken".

Offenbar neigen manche Volksseelen stärker zur Melancholie als andere. Man denke nur an den Tango der Argentinier oder den Fado der Portugiesen. Eine Definition der portugiesischen "Saudade", die im Fado ihren Ausdruck findet, gibt einen Hinweis auf den durch und durch ambivalenten Charakter: "Schmerz, der einen mit Freude -- Glück, das einen mit Leid erfüllt." Dazu gehört bisweilen das Inszenieren und Stilisieren dieses Lebensgefühls -- manchmal auch das Pathos. Nach Zehentbauer ist das Pathos ein wichtiger Aspekt der Melancholie, was sich leider auch in seinem Schreibstil bisweilen etwas stark widerspiegelt. Stattdessen hätte er vielleicht eine andere Facette stärker herausarbeiten sollen: die besondere Art von Humor -- eher schwarz gefärbt --, mit der die Melancholiker auf Distanz zur Welt gehen. --Christian Stahl

Über den Autor

Dr. med. Josef Zehentbauer, geboren 1945, ist Arzt, Psychotherapeut und Autor. Mehrjährige Arbeit in der Neurologie, in verschiedenen Psychiatrischen Kliniken und der Akutstation einer Nervenheilanstalt. Gemeinsame Projekte mit Franco Basaglia und anderen Exponenten der 'Kritischen Psychiatrie' Italiens. Ärztlich tätig in Nigeria und Indien. Fachveröffentlichungen. Der Autor lebt mit seiner Familie in München.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebenshilfe für Melancholiker 22. Mai 2002
Wer irgendeine melancholische Ader in sich verspürt, sollte dieses Buch lesen. Es nimmt der Melancholie jeden negativen Beigeschmack und entdeckt dieses Temperament als einen Kraftquell für Kreativität und Spiritualität. Gerade in der heutigen Spaß - und FUN-Gesellschaft gibt es denjenigen Rückendeckung, die nicht ständig mit einem aufgesetztem Lachen herumlaufen und ihre Umwelt tiefgründiger betrachten.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen eine Hommage an das traurige Glück 8. Februar 2005
Von mjesolie
Schon die Widmung des Autors auf eine der ersten Seiten des Buches lässt die Intention des Autors erkennen: eine durchweg positive Darstellung der „verehrten Melancolia", eine große Hommage an das geheimnisvolle traurige Glück, das in seinem unschätzbaren Wert erkannt und viel mehr nutzbar gemacht werden sollte.

Zehentbauer, selbst Arzt und ausdrücklicher Verfechter einer „empfindsamen Wissenschaft" gegenüber der „wunderbaren Charaktereigenschaft" der Melancholie und depressiven Erkrankungen, die er aber strikt voneinander abgrenzt, unternimmt hier den Versuch einer Beschreibung melancholischer Seelenlandschaften.
Melancholiker sind für ihn sehr kreative Menschen, die dadurch hohes künstlerisches und auch menschliches Potential besitzen. Der sprichwörtliche (irdische) See, auf dem diese Menschen treiben, ist aussichtloser Ankerpunkt und ihr Wissen darum lässt sie sich bisweilen vom diesseitigen Konsumdenken abkehren.
Die Spannweite des Buches reicht von melancholischer Ästhetik, immer unvollkommen bleibender Liebe und Romantik zu der Stilisierung der Angst als „wohlwollender Begleiterin" der Melancholie, die - unverzichtbar für die eigene (melancholische) Existenz - ebenso wie ihre ‚Schwester' nach Wahrheit strebt.
Josef Zehentbauer hat meines Erachtens mit vielen seiner Ausführungen recht: die Melancholie an sich ist in ihrem Facettenreichtum nicht fassbar und trägt damit sogar fast Züge, die das Transzendente suchen.

Für meinen Geschmack ist das Buch jedoch in einem merkwürdig ‚odenhaften', stellenweise auch hymnenartigem Ton gehalten, der bei fortschreitender Lektüre immer mehr störend und bisweilen sogar lächerlich anmutete. Diese Tatsache ist auch, die dieses Buch leider nicht zu dem macht, was es eigentlich sein könnte: eine kurze und - soweit überhaupt möglich - fundierte Einführung in das Mysterium der Melancholie.

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollkommenheit durch Unvollkommenheit 29. Dezember 2003
Dieses Buch hat mir sehr gefallen, weil die Melancholie und Introvertiertheit nicht mehr unterbewertet wird und das andere überbewertet wird. Neben den Vorzügen von extrovertierten Menschen werden auch die Vorzüge von den introvertierten Menschen aufgezeigt. Auch finde ich es gut, daß die objektive Wissenschaft (neurobiologisch, physisch etc.) zwar nicht verteufelt wird, aber auch nicht kritiklos und nicht als absolut angeschaut wird. Mich hat es gefreut, daß auch das Mystische, Romantische, Spirituelle und das Märchenhafte zur Geltung gekommen ist. Dieses Buch ist meines Erachtens sehr menschenfreundlich geschrieben worden, wo nahe gelegt wird, daß auch die Schwächen und Fehler zu Stärken (meist diskret) werden können, wenn man sie nicht leugnet und sie zugibt. Es hat mich aus einen verzagten Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen zu einen etwas zuversichtigeren Menschen mit mehr Hoffnung gemacht. Denn zum erstenmal habe ich mich richtig verstanden und bestätigt gefühlt, in meinem melancholischen Wesen.
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