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Melancholie der Ankunft
 
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Melancholie der Ankunft [Gebundene Ausgabe]

Jhumpa Lahiri , Barbara Heller
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Pulitzer-Preis 2000 für Belletristik

MELANCHOLIE DER ANKUNFT - wohl jeder Leser bedauert es, wenn er wieder am Ende einer dieser elegant geschriebenen, dabei aber überaus gefühlvollen Geschichten angelangt ist. Und durchweg sind es Lahiris Figuren, die so seltsam berühren und den besonderen Zauber dieser Geschichten ausmachen. Menschen zwischen den Welten: Da ist der Ich-Erzähler aus "Der dritte und letzte Kontinent", der, ironisch und anrührend zugleich, seinen langen Weg über drei Kontinente, von Kalkutta über England bis in die amerikanische Universitätsstadt Cambridge, schildert; da ist die Inderin Mrs. Sen, die ihre ganze Sehnsucht nach der verlorenen Heimat in der Freundschaft mit einem kleinen amerikanischen Jungen zu kompensieren sucht.
Und da sind Shoba und Shukumar, das junge Ehepaar aus der vielleicht schönsten Geschichte der Sammlung, "Eine vorübergehende Angelegenheit". Seit Shoba durch eine Fehlgeburt ihr lang ersehntes Baby verloren hat, ist ihre Ehe mit Shukumar aus dem Lot geraten. Während einer fünftägigen abendlichen Stromsperre beschließen die beiden, die Zeit im Dunkeln zu überbrücken, in dem sie sich abwechselnd etwas aus ihrem Leben erzählen - und zwar etwas, das sie dem anderen bislang verschwiegen haben. Ein gefährliches Unterfangen, wie sich am letzten Tag des Stromausfalls zeigt: Shukumar erzählt seiner Frau, was damals, in den ersten Stunden nach der Fehlgeburt, wirklich geschah ...

Klappentext

"Lahiris Sätze sind einfach, elegant und voller suggestiver Kraft."
Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Ihre brillanten Short Stories, in dem berührenden Debüt 'Melancholie der Ankunft' präzise und betont zurückhaltend erzählt, sind nicht nur von großem Zauber. Sie machen einen auch nachdenklich."
Brigitte

"Ihr genauer Blick fördert kostbare Details zutage; und ihre geradezu perfekte Konstruktion umgarnt den Leser nach Belieben - aus Verführung wird Rührung, aus Interesse Mitgefühl. Eine Prosa von einfacher, unmittelbarer Prägnanz."
Neue Zürcher Zeitung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Jhumpa Lahiri wurde 1967 als Tochter bengalischer Eltern in London geboren und wuchs in Rhode Island, USA, auf. Sie lebt mit ihrer Familie in New York. Für ihre Erzählsammlung „Melancholie der Ankunft“ erhielt sie im Jahr 2000 den Pulitzerpreis für Literatur, sowie den New Yorker Book Award für das beste Debüt. „Der Namensvetter“ ist ihr erster Roman.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Eine vorübergehende Sache
In der Mitteilung stand, dass es sich um eine vorübergehende Sache handle: Fünf Tage lang sollte ab acht Uhr abends für jeweils eine Stunde der Strom abgestellt werden. Der letzte Schneesturm hatte eine Leitung heruntergerissen, und die milderen Abende sollten dazu genutzt werden, den Schaden zu beheben. Nur die ruhige, von Bäumen gesäumte Straße würde betroffen sein, von der aus man eine Reihe von Läden mit roten Backsteinfassaden und eine Bushaltestelle zu Fuß erreichen konnte. Shoba und Shukumar wohnten dort seit drei Jahren. »Nett, dass sie uns vorher Bescheid geben«, sagte Shoba mehr zu sich selbst als zu Shukumar, nachdem sie die Mitteilung laut gelesen hatte. Sie ließ den Riemen ihrer Ledertasche, die sich von den Papieren darin wölbte, von der Schulter gleiten, stellte sie in der Diele ab und ging in die Küche. Sie trug einen marineblauen Popeline-Regenmantel, eine graue Jogginghose und weiße Turnschuhe und sah mit ihren dreiunddreißig Jahren genau wie der Typ Frau aus, der sie früheren Bekundungen zufolge nie hatte werden wollen. Sie kam aus dem Fitness-Studio. Von ihrem preiselbeerfarbenen Lippenstift waren nur noch in den Mundwinkeln Reste zu sehen, und ihr Eyeliner war unter den Augen schwarz verschmiert. Früher sah sie öfter so aus, dachte Shukumar, am Morgen nach einer Party oder nach einem Abend an einer Bar, wenn sie zu faul gewesen war, sich das Gesicht zu waschen, zu begierig, in seine Arme zu fallen. Sie legte ein paar Briefe auf den Tisch, ohne einen Blick darauf zu werfen. Ihre Augen ruhten noch auf dem Zettel in ihrer Hand. »So was sollten sie besser tagsüber machen.« »Wenn ich da bin, meinst du«, sagte Shukumar."
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