"Ulysses", der zweifellos größte Roman des vergangenen Millenniums, wird selbst von Anglistik-Studenten oft nur unwissend bestaunt - Grund dafür also, zu einer flüssigen Inhaltsschilderung wie der Zumbachs zu greifen. In leicht verständlichem Deutsch rekonstruiert der Autor den literarischen und biographischen Hintergrund des Werkes, und auch wenn einige Strukturelemente (wie die musikalische Sonatenform) und vielerlei Binnenbezüge verlorengehen, wirkt das Buch qualifiziert und gut fundiert. Der einzige wirkliche Abstrich liegt in der Gattung begründet, denn erst wer das Opus einmal auf deutsch und zweimal im englischen Original gelesen hat, sollte sich mit "Meisterwerke kurz und bündig" befassen. Für einen Beitrag zu einer vom Verlag vorkonstruierten Reihe ist Zumbachs Buch besser jedoch kaum denkbar, und bei geschmackvollem Äußeren und einem akzeptablem Preis lohnt sich der Kauf für Kenner und Liebhaber - für Unwissende aber darf diese Publikation niemals zum Ersatz für die Originallektüre werden.