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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Poetisch und dramatisch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Meisternovellen (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichten des Manesse-Bandes befassen sich schwerpunktmäßig oder manchmal ausschließlich mit bestimmten Themen, die offensichtlich Tschechows Universum ausmachen.Da ist zunächst seine Liebe zu Russland und seinen einfachen, tief empfindenden Menschen zu nennen, die sich in fast allen Geschichten zeigt. Meist sind diese Geschichten durchwebt von seinen tiefen Überzeugungen vom Wert der Liebe, der Religion, der Wahrheit, der Wissenschaft, so hingeworfen nur klingende Wörter, die aber in den herrlichen, poetischen Geschichten zum Leben gebracht werden. Manchmal kommen seine Überzeugungen nur in rein empfundenen Stimmungsbildern zum Ausdruck ("Der Student", "In der Osternacht"), manchmal werden sie konfrontiert mit dem Pessimismus, dem Lebensüberdruss, der Langeweile - Stimmungen und Empfindungen, die um die Jahrhundertwende so modern waren und uns nach wie vor geläufig sind ("Eine traurige Geschichte"), manchmal kommt dieser Überdruss rein zum Ausdruck ("Die Schalmei"), manchmal werden die großen Überzeugungen dramatisch konfrontiert mit der nüchternen Alltagsrealität oder scharfer Kritik Andersmeinender ("Krankenzimmer Nr. 6", "Missius"). Ganz gelegentlich hört man die Stimme Tschechows als Erzieher, als jemand, der seine Lebenserfahrungen weiter vermitteln will ("Krankenzimmer Nr. 6"), durchgehend ist die Stimme des Erzählers aber unaufdringlich und liebevoll, etwa in der Erzählung "Die Steppe", in der es um das Initiationserlebnis eines Jungen geht, einen Reifeprozess, in dem ein ganzes Lebenspanorama entworfen wird. Tschechow zieht es vor, seine leisen, poetischen Schilderungen vor unser inneres Auge zu stellen und uns die Stellungnahmen zu überlassen, oft genug zeigt sich bei ihm auch eine wirkliche Ratlosigkeit über die richtige Art zu leben, die seine Lektüre umso glaubwürdiger und authentischer macht ("Missius", "Aufzeichnungen eines alten Mannes"). Ich bin nicht kompetent genug, um diese Auswahl von Meistererzählungen von 1946 daraufhin zu beurteilen, ob sie mit Blick auf das erzählerische Gesamtwerk repräsentativ ist, ich weiß nur, dass jede dieser Geschichten eine Lesefreude ist, die unendlichen Stoff für das Vorstellungsvermögen und Nachdenken bietet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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