Dies ist endlich mal wieder eine Einführung in ein bzw. eine Auseinandersetzung mit einem wissenschaftlichen Thema oder Themengebiet, die nicht komplizierter zu lesen und zu verstehen ist als das behandelte Thema selbst. Leser die schon mindestens einmal eine Hausarbeit schreiben mussten oder die sich ansonsten auch mit Sekundärliteratur beschäftigen, werden wissen was ich meine.
Michael Bordt hat leicht verständlich das Leben und das Werk Platons auf gut 190 Seiten gepackt, wobei natürlich immer im Hinterkopf behalten werden muss, dass dies nur ein knapper Anriss sein kann.
Er beginnt mit einer Erklärung zu den vorhandenen Quellen, was wissen wir über Platon und was können wir überhaupt nur von ihm wissen. Danach dann ein kurzer Abriss seines Lebens, die Gründung der Akademie und seinen Tod. Es folgt eine Zusammenfassung der Dialoge, nicht rein inhaltlich, sondern auch oder vorwiegend stilistisch. Dies natürlich eingeteilt in frühe, mittlere und späte Dialoge. Anschließend ein Erklärungsversuch warum Platon denn wohl überhaupt die Dialogform gewählt hat. Den größten Teil nimmt selbstverständlich Platons Ideenlehre, mit knapp 75 Seiten, ein. Abschließend wird dann nochmal genauer auf die mittleren und späten Dialoge eingegangen. Sehr gut gefallen haben mir die kurzen Inhaltsangaben von Platons Dialogen am Ende des Buches.
Einen Stern haben ich allerdings abgezogen, weil mir speziell das letzte Kapitel ein wenig runtergerasselt erscheint. Ich weiss nicht, ob sich der Autor an strenge Seitenzahlvorgaben halten musste und deswegen viel zu viel zu knapp erklärt, jedenfalls musste ich dort öfter mal zurückschlagen, um am Ball zu bleiben. Kann aber natürlich auch an mir selbst gelegen haben. :-)